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Fußball-Landesliga Leidenschaft reicht VfL Wildeshausen nicht

Von Daniel Niebuhr | 19.03.2017, 21:36 Uhr

Im ersten Spiel nach der Winterpause erleiden die Landesliga-Fußballer des VfL Wildeshausen beim 0:1 gegen den TV Dinklage einen großen Rückschlag.

An trüben Tagen ist es immer schön, wenn jemand warme Worte für einen übrig hat. Wahrscheinlich dachte sich das David Riesner auch, als er am Sonntagnachmittag im Nieselregen stand und über das Landesligaspiel des TV Dinklage beim VfL Wildeshausen redete. Der Dinklager Coach sah nach dem 1:0 (0:0)-Sieg seiner Mannschaft kurz zu den niedergeschlagenen Wildeshausern herüber und spendete auf Entfernung ein wenig Trost: „Wildeshausen hat tapfer gekämpft. Ich wünsche den Jungs alles Gute.“

Als das Lob VfL-Trainer Marcel Bragula erreichte, hielt sich seine Dankbarkeit allerdings in Grenzen, er war noch zu sehr mit der Niederlage beschäftigt, die die Chancen seiner Mannschaft im Abstiegskampf deutlich verringerte – weil sie den Abstand auf das rettende Ufer auf acht Punkte vergrößerte. „Wir haben tatsächlich aufopferungsvoll gekämpft, aber dafür können wir uns nichts kaufen. Wir sind alle geknickt“, bekannte Bragula und schlug geradezu staatstragende Worte an. „Wir vertreten Wildeshausen mit unserem Fußball, ich verlange von jedem die richtige Leidenschaft dafür. Und die habe ich dieses Mal bei allen gesehen.“

Abschlusspech für Seidel

Leidenschaft allein, das war die wenig überraschende Erkenntnis des Nachmittags, wird für den Klassenerhalt aber nicht reichen. Dinklage bot spielerisch Durchschnittsware, war für den VfL aber trotzdem nicht zu knacken. Im ersten Durchgang setzte sich Wildeshausen gegen die robuste Abwehr kaum durch, die leicht feldüberlegenen Gäste hatten die Mehrzahl an Abschlüssen. Eine Situation jedoch hätte dem Spiel eine andere Wendung geben können: In der 67. Minute spielte der eingewechselte Jan Lehmkuhl Maximilian Seidel frei, der aus acht Metern nur den Pfosten des Dinklager Tores traf, für beide Trainer war das eine Schlüsselszene der Partie. Während Bragula mit dem Abschlusspech haderte, meinte Riesner: „Da hatten wir das Glück auf unserer Seite.“

Kopfball entscheidet Kampfspiel

Das entscheidende Tor in dem vom Kampf geprägten Spiel fiel auch fast zwangsläufig nach einem langen Ball. Nachdem Wildeshausen eine Ecke eigentlich schon geklärt hatte, schlug Dinklages Kapitän Michael Bockhorst eine hohe Flanke aus dem Halbfeld in den Strafraum, Felix Schmiederer setzte sich im Luftkampf gegen VfL-Verteidiger Jannik Wallner durch und köpfte zum Sieg ein.

Die Wildeshauser spielten am Sonntag mit Trauerflor: Der langjährige Jugendtrainer Martin Stendal war am Samstag gestorben. Er hatte den Großteil der aktuellen Herrenmannschaft mit ausgebildet.