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Fußball-Landesliga Letztes Landesliga-Heimspiel für den VfL Wildeshausen

Von Daniel Niebuhr | 20.05.2017, 21:15 Uhr

Vor dem Umbruch will Fußball-Landesligist VfL Wildeshausen noch das Titelrennen mitentscheiden – angefangen mit dem Heimspiel gegen den SC Melle. Einige schmerzhafte Abgänge stehen schon fest, drei Neuzugänge ebenfalls.

Es gibt genügend Gründe, dem VfL Wildeshausen in diesen Tagen zu zwei außergewöhnlichen Jahren in der Fußball-Landesliga zu gratulieren. Mit einem verschworenen Haufen aus Eigengewächsen, Nachwuchsspielern und meist blitzartig integrierten Neuzugängen war der Club nach dem sensationellen Aufstieg 2015 ein Überlebenskünstler in der sechsthöchsten Spielklasse, aus der der VfL nun aber absteigen muss – wenn nicht noch unverhoffte Nachrückerplätze frei werden.

Bragula will Melle und Atlas schlagen

Allerdings kann sich Wildeshausen mit einem Knall verabschieden, denn die Kreisstädter bestimmen den Ausgang des Titeldreikampfs maßgeblich mit. Am Sonntag spielt der Tabellendritte SC Melle im Krandelstadion um seine Restchance auf die Meisterschaft – es ist das vorerst letzte Landesliga-Heimspiel für die Wildeshauser, die eine Woche später beim Spitzenreiter SV Atlas in Delmenhorst auflaufen. VfL-Trainer Marcel Bragula will es ganz diplomatisch machen – und einfach beide schlagen: „Unser Ziel aus diesen Spielen sind nicht drei oder vier Punkte, sondern sechs.“

Schneider und Jan Lehkuhl gehen

Ausgeschlossen ist es nicht, dass seine Mannschaft sich zu einem imposanten Schlussspurt aufrafft. Nicht nur, weil diverse Topmannschaften bereits über den VfL gestolpert sind, sondern auch, weil es für den aktuellen Kader die letzte Gelegenheit ist, es noch einmal krachen zu lassen. Das Gesicht des eng zusammengewachsenen Teams wird sich im Sommer verändern. Ur-Wildeshauser Lukas Schneider wird seine Laufbahn im Leistungsfußball beenden, Lennart Feldhus geht ebenfalls, und Jan Lehmkuhl wechselt nach Melle, was vor dem Sonntagsspiel eine nicht zu leugnende Brisanz birgt. Dazu ist der Verbleib von Niklas Heinrich und Torwart Lauren Riedel studienbedingt fraglich. Gerade die Abgänge von Lehmkuhl und Schneider wiegen schwer. „Wir sind ein Freundeskreis. Für einige ist eine Welt zusammengebrochen“, sagt Bragula.

Drei Neue aus Ganderkesee

Der Trainer und die Abteilungsleitung haben längst reagiert und mit dem Keeper Felix Dittrich, Defensivmann Christoph Stolle und Torjäger Michael Eberle drei vielversprechende Spieler vom Kreisligisten TSV Ganderkesee verpflichtet, auf die sich Bragula „tierisch freut“, wie er sagt.

Was aus dem eigenen Nachwuchs nachkommt, wird er abwarten müssen: Die heftig gebeutelte A-Jugend steht in der Bezirksliga vor dem Abstieg, die U23 hat es in der Kreisliga schon erwischt. „Das ist ein Problem“, sagt Bragula, stellt aber auch fest: „Es wäre falsch, jetzt nur auf die Trainer zu schimpfen- Von den Spielern kommt teilweise auch zu wenig.“