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Fussball-Landesliga SV Atlas bei Hansa Friesoythe gnadenlos effektiv

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 08.10.2016, 21:46 Uhr

Im dritten Auswärtsspiel in Folge haben die Landesliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst ihren sechsten Saisonsieg eingefahren. Bei Hansa Friesoythe feierte der SVA nach einer starken Leistung und einem Dreierpack von Dominik Entelmann einen völlig verdienten 3:0 (2:0)-Erfolg.

Auf dem Weg zum Stadion des Hansa Friesoythe stand an der Bundesstraße 72 seit mehreren Tagen ein großer Werbebanner. „Glotze aus, Stadion an“ hieß es in Anlehnung an den Tag des Amateurfußballs am Samstag, mit dem der Sportverein für das Spitzenspiel der Fußball-Landesliga zwischen Hansa und dem SV Atlas Delmenhorst kräftig die Werbetrommel rührte. Die Hansa-Kogge hoffte auf eine vierstellige Zuschauerzahl im Duell zwischen dem bisherigen Vierten und Fünften der Tabelle. Diese Hoffnung erfüllte sich für Friesoythe schließlich an diesem herrlichen Herbstnachmittag. 1200 Fans sorgten für eine Rekordkulisse im Stadion an der Thüler Straße und für einen prächtigen Rahmen im Verfolgerduell. 

Um kurz vor 18.30 Uhr gab es aus Hansa-Sicht am Samstag allerdings einen faden Beigeschmack; es war das Ergebnis, das den Friesoyther Verantwortlichen die Laune verdarb – und es hatte einen Grund: einen bärenstarken SV Atlas Delmenhorst, der mit einem überzeugenden Auftritt und Dominik Entelmann als dreifachem Torschützen per 3:0 (2:0) alle drei Punkte mit an die Delme nahm.

Taktische Wechsel und personelle Änderungen

„Unser Plan ist aufgegangen. Das war eine ganz tolle Leistung“, jubelte SVA-Trainer Jürgen Hahn, nachdem sich die Mannschaft von den wie immer zahlreich mitgereisten Fans kurz hatte feiern lassen. „Es hat heute alles wunderbar gepasst. Die Jungs haben genau das umgesetzt, was wir von ihnen verlangt hatten.“ Dieser Plan, er beinhaltete nach den zwei unbefriedigenden Ergebnissen in Emden (2:4) und Pewsum (2:2) taktische Änderungen und personelle Wechsel.

Im Gegensatz zum gewohnten 4-2-3-1-System baute Hahn dieses Mal auf ein 4-3-3, in dem Kapitän Daniel von Seggern als alleiniger Sechser agierte und vor ihm auf den Halbpositionen Thomas Mutlu und Dennis Janssen spielten. Mittelstürmer Dominik Entelmann (für Iman Bi-Ria), Innenverteidiger Florian Knipping (für Hanno Hartmann) und Rechtsverteidiger Kevin Radke (für Musa Karli) rückten wie erwartet in die Startformation, dazu durfte Simon Matta (für Steven Müller-Rautenberg) von Beginn an ran. Und dann gab es im Tor noch einen nicht völlig überraschenden Wechsel: David Lohmann ersetzte Florian Urbaniski, der zuletzt „einige Wackler“ gehabt habe, wie Hahn erklärte.

„Domo“ Entelmann im Abschluss eiskalt

Alle diese Hahn’schen Maßnahmen erwiesen sich im Laufe des Spiels als goldrichtig. Bereits nach neun Minuten erlief Entelmann einen zu kurzen Rückpass auf Hansa-Keeper Dennis Panzlaff, spielte diesen aus und traf zur Führung für die Gäste. Dieses 1:0 spielte Atlas perfekt in die Karten. Mit hoher Laufarbeit durch die Achter Mutlu und Janssen, starkem Zweikampfverhalten und guter Ordnung überließen die Gäste Friesoythe gerne den Ball. Immer wenn nötig, ließ sich von Seggern zudem zwischen die beiden Innenverteidiger Knipping und Bruns fallen und bildete dann mit den vier Abwehrspielern eine Fünferkette. Doch die Gastgeber wussten mit ihrem vielen Ballbesitz rein gar nichts anzufangen.

Und Atlas? Nutzte auch seine zweite Torchance eiskalt. Nach einem Mutlu-Pass wurde Matta im Strafraum gefoult. Entelmann ließ sich diese Chance per Elfmeter nicht entgehen und verlud Panzlaff – 2:0 (33.). „Wir haben katastrophale Fehler gemacht, die man sich auch in der 2. Kreisklasse nicht erlauben darf“, ärgerte sich Hansa-Trainer Hamad El-Arab nach dem Schlusspfiff. Seine Elf habe „zwei saudumme Geschenke“ verteilt.

Friesoythe weiß mit Ballbesitz wenig anzufangen

Kurz nach dem Seitenwechsel stellte Atlas dann die Weichen schon klar auf Sieg. „Domo“ Entelmann traf nach einer Linksflanke von Patrick Degen in Torjäger-Manier - 3:0. Drei Möglichkeiten, drei Tore: Eine Woche nach dem Festival der vergebenen Chancen in Pewsum präsentierten sich die Blau-Gelben im Abschluss gnadenlos effektiv.

In der Folge besaß Friesoythe weiterhin viel Ballbesitz inklusive zweier kleinerer Druckphasen. Doch die einzige zwingende Gelegenheit für Friesoythe durch Miquel Gudiel Garcia parierte Lohmann stark (60.). Gleichzeitig erwies sich die Rückkehr von Abwehrchef Knipping als stabilisierend für die Atlas-Abwehr. „Wir hatten Angst, Fehler zu machen“, haderte El-Arab. Was aber auch daran lag, dass die Gäste in der Defensive kaum einen wichtigen Zweikampf verloren.