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Fußball-Landesliga SV Atlas verliert Spitzenspiel beim SC Melle

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 14.05.2017, 01:01 Uhr

Herber Dämpfer für die Fußballer des SV Atlas Delmenhorst im Landesliga-Titelrennen: Im Spitzenspiel beim SC Melle verloren die Blau-Gelben verdient mit 0:2 (0:1). Die Tore für Melle erzielten vor 610 Zuschauern Yakub Akbayram (4.) und Christopher Leonhardt (53.).

Der SVA bleibt trotz der Niederlage mit 57 Punkten Tabellenführer, allerdings haben der Zweite BW Lohne (56) und der Dritte Melle (55) nun die besseren Karten, weil beide Mannschaften noch ein Nachholspiel in der Hinterhand haben. In der kommenden Woche tritt Atlas zum nächsten Spitzenspiel in Lohne an. BWL gewann am Samstag vor 1000 Zuschauern das VEC-Derby gegen den TV Dinklage 4:3 (2:1).

Atlas-Trainer Jürgen Hahn räumte nach der Begegnung auf der Pressekonferenz fair ein: „Melle hat verdient gewonnen. Unser Plan, hinten gut zu stehen und unsere Tempovorteile auf den Außenbahnen zu nutzen, ist nicht aufgegangen.“ Er monierte: „Einige Spieler waren heute nicht gut in Form.“ Melles Trainer Roland Tywrdy frohlockte dagegen: „Wir haben es geschafft, den Ball am Boden zu halten. Wenn wir dann ins Rollen kommen, sind wir natürlich nur schwer zu stoppen.“

SV Atlas gleich kalt erwischt

Die Begegnung auf dem Carl-Starcke-Platz begann für die Gäste denkbar schlecht. Melles Freistoßspezialist Akbayram zirkelte einen Freistoß aus halbrechter Position mit links ins untere rechtere Eck - 1:0 (4.). Atlas brauchte einige Zeit, um sich von diesem frühen Schock zu erholen. Die technisch versierten Gastgeber ließen den Ball geschickt laufen - und Atlas lief vor allem in der Zentrale fast nur hinterher. Auch deshalb: „Wir waren einfach nicht griffig genug in den Zweikämpfen“, räumte Mittelfeldspieler Dennis Janssen ein.

Die Folge: Melle kontrollierte die erste Halbzeit. Hochkarätige Möglichkeiten gab es für den SCM neben dem Treffer zwar auch nicht unbedingt, doch bei Chancen für Florian Maaske (40., 21-m-Schuss über das Tor) und Jonas Strehl (45.+3, Kopfball über das Tor) waren die Platzherren einem zweiten Treffer näher als Atlas dem Ausgleich. Bei den Gästen waren, wenn überhaupt, die Aktionen von Dennis Janssen (30., verpasst Ecke am langen Pfosten knapp) und Patrick Degen (43., 25-m-Schuss weit über das Tor) nennenswert.

David Lohmann und Musa Karli verletzt raus

Bitter für Atlas waren im ersten Durchgang auch zwei Personalien. David Lohmann musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden (36.), nachdem er früh mit Melles Akbayram zusammengeprallt war (13.). Auch Musa Karli verließ mit einer Zerrung noch vor der Pause das Feld (43.). Für Lohmann kam Urbainski aufs Feld, für Karli Simon-Josef Matta.

Atlas startete schwungvoll in den zweiten Durchgang - und hatte innerhalb von fünf Sekunden seine beiden besten Möglichkeiten während der gesamten Partie. Erst köpfte Stefan Bruns eine Ecke an das Lattenkreuz, die folgende Flanke vergab Dominik Entelmann per Flugkopfball freistehend (48.). „Bei Standardsituationen mussten wir immer aufpassen. Da war Atlas sehr gefährlich. Dafür haben wir aus dem Spiel so gut wie gar nichts zugelassen“, sagte Melles Coach Twyrdy - und lag mit dieser Aussage goldrichtig.

Melle in der Offensive zielstrebiger als Atlas

Denn wer nach dieser Doppelchance nun einen Sturmlauf der Gäste erwartet hatte, wurde enttäuscht. Atlas hatte zwar mehr Ballbesitz, aber keine Ideen, während Melle wesentlich zielstrebiger nach vorne spielte. Mit ihrer ersten Chance im zweiten Durchgang erhöhten die Gäste dann. Nach einem langen Ball kam Akbayram über links zum Schuss. Diesen parierte Urbainski noch stark, doch den Nachschuss schlenzte Leonhardt technisch anspruchsvoll zum 2:0 in die Maschen (53.). Wenig später hätte Burak Azzatemur dem SV Atlas schon den endgültigen Knock-out verpassen können, doch der Volleyschuss des Mellers landete am Pfosten (56.).

Mit der Einwechslung von Steven Müller-Rautenberg für Thomas Mutlu (66.) zog Hahn seinen letzten Joker. Atlas kämpfte, bemühte sich - aber aus dem Spiel heraus glückte Atlas fast nichts. Die Schüsse gingen weit über das Tor, daneben oder wurden im letzten Moment von einem Meller geblockt. Die größte Möglichkeit für den SVA in der Schlussphase ergab sich wieder nach einem Standard, doch Janssen und Entelmann verpassten eine Freistoßflanke von Lars Scholz am langen Pfosten haarscharf (75.). So war Atlas am Ende mit dem Ergebnis sogar noch gut bedient, weil der Meller Maaske mit seinen gefährlichen Schüssen (76., Urbainski hält klasse/81., knapp daneben) ein drittes Tor verpasste.