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Fußball-Landesliga SV Atlas will Melles Titelträume beenden

Von Klaus Erdmann und Sven Hallmann-Schüer | 12.05.2017, 23:28 Uhr

Der SV Atlas Delmenhorst, Spitzenreiter der Fußball-Landesliga, spielt am Samstag beim Tabellendritten SC Melle – und strahlt vor dem Gipfel Gelassenheit aus.

Jürgen Hahn beteiligt sich nicht an den beliebten „Was wäre, wenn...?“-Spielchen. „Ich stelle keine Hochrechnungen an, denn ich kann die anderen Spiele nicht beeinflussen“, betont der Cheftrainer des führenden Fußball-Landesligisten SV Atlas. „Wir schauen von Spiel zu Spiel“, wiederholt er gebetsmühlenartig eine Aussage, die er den Journalisten seit geraumer Zeit in die Blöcke diktiert. Das Spitzenspiel, das Hahns Elf am Samstag ab 16 Uhr auf dem Carl-Starcke-Platz des SC Melle 03 bestreitet, bildet da keine Ausnahme. Mit diesem Treffen und den abschließenden Spielen in Lohne und gegen Wildeshausen steigern die Delmenhorster nochmals die ohnehin schon große Spannung.

Atlas setzt auf Sieg

Wenn es nach Hahn geht, ist das Thema Meisterschaft am Samstag gegen 18 Uhr für Melle tatsächlich erledigt. „Wir taktieren nicht und wollen gewinnen“, unterstreicht er. Sein Team sei selbstbewusst, ergänzt er, und verweist auf die Auswärtsstärke. Gemeinsam mit Lohne steht der SVA, der in 13 Spielen auf fremden Plätzen 27 Punkten gesammelt hat, an der Spitze der Auswärtstabelle.

Hahn sieht den Druck bei Melle

Hahn erwartet beim SCM, der sich erst zwei Niederlagen erlaubte, aber auch bereits zehn Unentschieden geleistet hat, ein „Spiel auf Augenhöhe“. Kleinigkeiten seien entscheidend. Über den Gastgeber, der im Hinspiel zu einem 1:1 kam, sagt er: „Melle ist clever, erfahren, gut geordnet, sehr diszipliniert, effektiv und bei Standards gefährlich.“ Neben Thore Sikken („Seine Kreuzband-OP ist gut verlaufen“) fehlt beruflich bedingt Hanno Hartmann. Der zuletzt nach fünf Gelben Karten gesperrte Florian Knipping kehrt zurück. „Melle hat mehr Druck“, sagt Hahn. Seine Mannschaft sei nicht nervös. Thomas Mutlu, Spieler und Antreiber, pflichtet seinem Trainer bei: „Bei uns herrscht Gelassenheit.“

Melles Trainer Twyrdy sieht keinen Favoriten

Mit den Restprogrammen der drei Topteams beschäftigt sich der SC Melle indes nicht. „Das bringt nichts. Wir können nur das nächste Spiel beeinflussen“, sagt Melles Trainer Roland Twyrdy. Gegen Delmenhorst wollen die Grönegauer ihre Stärken ausspielen. „Wir müssen ihre Offensive in den Griff bekommen und uns Torchancen erarbeiten. Wir haben auch unsere Qualitäten in der Offensive“, betont der Trainer und ergänzt: „Aufgrund des Heimvorteils gibt es keinen eindeutigen Favoriten.“ Personell bessert sich die Lage beim Tabellendritten. Yannick Persson ist wieder ein Kandidat für die Startelf. Florian Maaske kommt extra aus Nürnberg nach Melle. Auch Christopher Leonhardt ist wieder dabei. Fehlen werden wohl Lukas Kleine-Kalmer, Matthias Strehl und Konstantin Strohmeyer.

Trennung der Fanlager

Dass das Topspiel richtungweisend ist, weiß Twyrdy: „Wenn wir verlieren, brauchen wir nicht mehr auf die Tabelle zu gucken. Wenn wir gewinnen, sind wir mittendrin.“ Ein echter Test ist das Duell auch für das Organisationsteam des SC Melle. Aufgrund des großen Zuschauerinteresses wird es eine Fan-Trennung geben.