Ein Angebot der NOZ

Fußball-Landesliga VfL Wildeshausen atmet nach Last-Minute-Sieg durch

Von Frederik Böckmann und Malte Schlaak | 31.05.2016, 09:29 Uhr

Als der erste Sieg für den VfL Wildeshausen seit Ende März unter Dach und Fach war, die drei Big Points im Abstiegskampf der Landesliga nach dem 2:1 (1:0) gegen den SC Türkgücü Osnabrück eingefahren waren, da traf Marcel Bragula bei seiner ersten Analyse im Mannschaftskreis den Nagel auf den Kopf.

„Zum Feiern ist es noch zu früh, aber zum Durchatmen dürft ihr euch heute ein Bier gönnen“, sagte der Coach nach dem emotionalen Last-Minute-Sieg gegen den direkten Konkurrenten. Bei der Suche nach dem letzten der fünf Absteiger hat der VfL vor dem letzten Spieltag nun alles in eigener Hand. Bei zwei Punkten Vorsprung und einer um acht Treffer besseren Tordifferenz im Vergleich mit Türkgücü reicht Wittekind mit an ziemlich großer grenzender Wahrscheinlichkeit am Samstag (17 Uhr) im Heimspiel gegen den SV Holthausen-Biene ein Remis zur Rettung.

Der umjubelte Siegtreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit durch Sebastian Bröcker fiel auch, so sinnierte Bragula nach dem Schlusspfiff, weil es vielleicht doch einen kleinen Fußball-Gott gebe. „Vor dem Spiel hat mich ein Trainer-Kollege angerufen und gesagt, dass ehrliche und gute Arbeit belohnt wird. Vielleicht ist da wirklich etwas dran“, meinte Bragula nach der rassigen Partie, nach der Wildeshausen bei einer Pleite praktisch abgestiegen wäre.

Aufstiegsheld Kai Schmale bringt frischen Wind

Nach einer guten Anfangsphase gab es im VfL-Spiel viel Leerlauf, wie Bragula richtig erkannte: „Wir haben die Partie unnötig aus der Hand gegeben.“ Warum, das erklärte sich sein Trainer-Partner Marco Elia auch damit: „Die Saison zerrt bei den Spielern an den Kräften. Das ist mit der Bezirksliga nicht zu vergleichen. In der Landesliga musst du 90 Minuten lang Gas geben und kannst dich nicht mal eben zurücklehnen.“ Dass der VfL eine katastrophale Wintervorbereitung wegen nicht vorhandener Trainingsmöglichkeiten hinter sich habe, mache sich nun bemerkbar. Doch mit der Einwechslung des reaktivierten Aufstiegshelden Kai Schmale sei in der Schlussphase erneut „ein Ruck durch die Mannschaft“ (Bragula) gegangen.

Was Bragula und Elia von ihrer Mannschaft im letzten Saisonspiel in der Offensive erwarten, wurde am Sonntag angesichts der vielen vergebenen hochkarätigen Chancen auch klar: mehr Zielstrebigkeit im Abschluss. „Wir hätten schon viel eher das 2:0 machen müssen“, meinte Elia. „In der Box spielen wir einfach zu viel klein-klein.“ Ob Janek Jacobs am Samstag mitwirken kann, ist indes fraglich. Der Flügelflitzer, der viele gute Aktionen hatte, zog sich eine Zerrung zu, nachdem er bei einem Foul „richtig umgeholzt“ (Bragula) worden war. „Das ist verdammt bitter. Junek war zuletzt in Topform. Da haben sich auch die Anderen dran aufgezogen“, meinte Elia.

Türkgücü-Trainer kritisiert Umfeld und Mannschaft

Türkgücüs Trainer Uwe Perrson fand nach der schmerzhaften Niederlage indes deutliche Worte. „Das Umfeld und die Mannschaft sind nicht landesligatauglich. Die Einstellung hat nicht gepasst“, sagte der enttäuschte Coach. Auf der Bank in Wildeshausen saßen nur zwei Ersatzspieler, und nach Meinung des Trainers zeigte auch die Mannschaft auf dem Platz viel zu wenig. „Der Gegner wollte deutlich mehr als wir“, betonte Persson, der zudem eine unruhige Vorbereitung auf das wichtige Spiel bemängelte.