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Fußball-Landesliga VfL Wildeshausen feiert ersten Saisonsieg

Von Daniel Niebuhr | 02.10.2016, 23:44 Uhr

Bemerkenswert abgebrüht bezwingt der VfL Wildeshausen den SV Bevern und macht sich selbst Mut im Tabellenkeller der Fußball-Landesliga.

Der Chefumarmer hielt sich dieses Mal ausnahmsweise raus. Sonst schont sich Marcel Bragula nie, wenn es beim VfL Wildeshausen etwas zu feiern gibt, nach dem 3:0 (2:0) gegen den SV Bevern setzte er sich am Sonntag aber erst einmal einsam auf die Bank und jubelte in sich hinein. Sein Genießer-Lächeln verriet: Diesem Mann waren gerade Felsbrocken vom Herzen gefallen. „Schön, dass die Zuschauer mal wieder etwas zu sehen bekamen, was richtig nach Fußball aussah“, sagte er.

Vor allem aber hatten sie den ersten Saisonsieg in der Landesliga erleben dürfen und einen VfL, der mit einem abgebrühten Auftritt die Frage aufwarf, warum er neun Spiele dafür brauchte. Defensiv grundsolide, schnell im Umschaltspiel und aggressiv in der Offensive – Wildeshausen spielte wieder wie die Mannschaft, die sich im Schlussspurt der Vorsaison den Klassenerhalt gesichert hatte. „Wir waren sehr gut vorbereitet, standen sicher und haben zur richtigen Zeit die Tore gemacht“, befand Bragula.

Solide Defensive, starke Konter

So einfach die Formel klang, so aufwendig war dann doch ihre Umsetzung. Die Wildeshauser standen gegen die zuvor fünfmal ungeschlagenen Gäste tief in der eigenen Hälfte, liefen die Räume zu und setzten auf Konter, die eigentlich alle gefährlich waren. In der elften Minute fing der nach langer Pause zurückgekehrte Alexander Kupka einen Pass in Beverns Strafraum ab, legte quer auf Lennart Feldhus, dessen Schuss genau ins Eck abgefälscht wurde.

Die Führung machte den VfL noch sicherer, die Gegenangriffe bekamen danach deutlich mehr Zug. Erst vergab Jan Lehmkuhl in der 18. Minute noch freistehend, dann machte es Maximilian Seidel in der 25. Minute besser. Einen Pass von Sascha Görke hob er über Beverns Torwart Till Puncak und schob ihn dann zum 2:0 ein.

Erstes Zu-Null-Spiel nach elf Monaten

Zweimal ließ Bevern in der ersten Hälfte sein Offensivpotenzial erahnen: Der robuste Angreifer Sebastian Sander scheiterte in der 27. Minute aus kurzer Distanz an VfL-Schlussmann Sebastian Pundsack und zehn Minuten später mit einem Freistoß am Pfosten. „Den Kopfball hält Sebastian überragend. Da kann das Spiel kippen“, sagte Bragula.

Bevern konnte sich in Sachen Durchschlagskraft aber nicht mit Wildeshausen messen. Die Rot-Weißen kombinierten sich immer wieder in aussichtsreiche Position und ließen den Sieg mit dem dritten Tor sogar souverän aussehen. Nach einem feinen Zuspiel von Seidel sorgte Lehmkuhl in der 77. Minute für die Entscheidung. Dass seine Mannschaft zum ersten Mal nach elf Monaten und 29 Ligaspielen mal wieder ohne Gegentor blieb, war Bragula eine weitere Freude: „Wir haben im Training fast nur noch an der Abwehr gearbeitet, das zahlt sich aus.“

Auf einem Abstiegsplatz steht Wildeshausen immer noch, doch das Gefühl ist seit Sonntag ein anderes. „Wir haben zu wenig Punkte, das ist so. Nur sehe ich vieles, was Zuversicht gibt“, sagte Bragula. In den kommenden Wochen werden diverse wichtige Spieler berufsbedingt fehlen: „Da müssen wir jetzt irgendwie durch.“