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Fußball-Landesliga VfL Wildeshausen gewinnt bei TSV Oldenburg 4:1

Von Lars Pingel | 07.02.2016, 20:59 Uhr

Was für ein Start in das Fußball-Jahr 2016 für den VfL Wildeshausen: Der Landesligist gewann sein Auswärtsspiel bei Spitzenreiter TSV Oldenburg nach einem 0:1-Rückstand noch mit 4:1.

In der 84. Minute war das Landesligaspiel zwischen dem TSV Oldenburg und dem VfL Wildeshausen entschieden. Auf dem Kunstrasenplatz des Jugendleistungszentrums des VfB Oldenburg an der Maastrichter Straße feierten neun Wildeshauser Feldspieler, die Ersatzspieler, die Betreuer und die vielen VfL-Fans, die ihr Team am Sonntagabend begleitet hatten, Lennart Feldhus.

Der Stürmer hatte das 3:1 erzielt: Daran, dass der Aufsteiger den Spitzenreiter stürzen würde, bestand kein Zweifel mehr. Die Jubelgesten von VfL-Trainer Marcel Bragula gingen aber in eine ganz andere Richtung. „Teufelskerl“, rief er in Richtung seines Torwarts und Kapitäns Sebastian Pundsack. Der hatte 180 Sekunden zuvor mit zwei unglaublich starken Reaktionen Schüsse der Oldenburger Thomas Mennicke und Mrzlum Orke, die im Fünfmeterraum vor ihm standen, pariert. „Fast unmenschlich“, fand Bragula die Paraden. „Damit ist er unser Matchwinner geworden“, sagte der VfL-Trainer freudestrahlend nach dem Schlusspfiff, mit dem der 4:1 (0:1)-Erfolg seiner Mannschaft besiegelt worden war.

Wildeshausen hat im zentralen Mittelfeld klare Vorteile

Pundsack hätte fast nicht im Tor gestanden, da er sich eine starke Grippe eingfangen hatte, erklärte Bragula. Da Lauren Riedel im Urlaub weilt und Florian Rohe am Fuß verletzt ist, habe sich Pundsack dann doch bereit erklärt, zu spielen, berichtete Bragula. Es sollte sich lohnen. Die Wildeshauser verbesserten sich mit dem laut TSV-Trainer Andre Schmitz verdienten Sieg auf den zehnten Tabellenplatz.

Mennicke hatte die Oldenburger in Führung gebracht (40. Minute). Der kurz zuvor eingewechselte Alexander Kupka (76.), Jan Lehmkuhl (80.) und Feldhus (84., 89.) drehten die Partie mit ihren Toren in der zweiten Halbzeit. In der sei sein Team klar besser gewesen, fand Bragula. Das lag daran, dass „wir im Zentrum einen klaren Vorteil gehabt haben“. Sascha Görke, Jan Lehmkuhl und Storven Bockhorn leisteten dort nicht nur effektive Defensivarbeit, sondern waren auch maßgeblich am guten Spielaufbau des VfL beteiligt, mit dem sie die Gastgeber spätestens ab der 60. Minute in viele Schwierigkeiten brachten.

Ereignisarme erste Halbzeit

Bragula und sein Trainerkollege Marco Elia hatten ihrer Mannschaft eine sehr laufintensive Taktik verordnet, denn bei Ballbesitz des TSV änderte sich deren Formation ständig. Ziel war es, den Oldenburgern keinen Raum zu lassen, ihr Spiel aufzuziehen. Das gelang. Da der TSV zunächst mehr auf Ballsicherung und Spielkontrolle als auf stürmisches Angreifen bedacht war, erlebten 200 Zuschauer eine ereignisarme erste Halbzeit. Beide Teams hatten zunächst je zwei Chancen. Trotzdem lag der VfL zur Pause zurück. „Wir waren keinen Deut schlechter“, sagte Bragula. „Aber unser einziger Fehler wurde bitter bestraft.“ Durch eine starke Einzelleistung von Mennecke, der, nachdem es der VfL verpasst hatte, einen langen Pass abzufangen, mit einem unhaltbaren 18-Meter-Schuss erfolgreich war.

Nach dem Seitenwechsel bekam der VfL das Geschehen langsam, aber sicher in den Griff. Er drängte den TSV in die Defensive. Allerdings schafften es die Wildeshauser zunächst nicht, sich Torchancen zu erspielen. Entmutigen ließen sie sich nicht; auch nicht davon, dass Bockhorn dann eine so genannte „100-Prozentige“ vergab (69.).

Pundsacks Glanztaten

Eine Standardsituation kippte das Spiel endgültig. Bockhorns Ecke köpfte Kupka ins Tor (76.). Während die VfLer immer zielstrebiger und selbstbewusster auftraten, fiel das TSV-Team auseinander. Drei Minuten nach dem Ausgleich setzte sich Feldhus gegen drei Abwehrspieler durch und bediente Jan Lehmkuhl perfekt. Flachschuss, 2:1. Die Glanztaten von Pundsack veredelte dann Feldhus nach starken Vorlagen vom eingewechselten Andrej Kari und von Bockhorn.

Bragula verteilte noch ein Sonderlob. „Er hat seine Sache super gemacht, das freut mich besonders“, sagte er über den 18-jährigen Innenverteidiger Niklas Heinrich, der sein Startelfdebüt gefeiert hatte. Und abschließend ordnete der VfL-Trainer dann noch den glänzenden Start in die zweite Saisonhälfte ein: „Dafür können wir uns noch nichts kaufen“, sagte er. „Wir müssen jetzt so weitermachen. Am besten schon im nächsten Spiel.“ Das wäre, wenn das Wetter mitspielt, am Sonntag, 14 Uhr, eine Heimpartie gegen Germania Leer.