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Fussball-Landesliga VfL Wildeshausen holt glückliches 1:1 beim SC Melle

Von Frederik Böckmann | 05.11.2016, 19:55 Uhr

Sie träumten im Vorfeld von einem Sieg, doch am Ende waren sie mit einem Punkt sehr zufrieden: Die Landesliga-Fußballer des VfL Wildeshausen sind mit einem 1:1 (0:1) vom SC Melle zurückgekehrt.

Sie waren über weite Strecken des Spiels die unterlegene Mannschaft, sie hatten große Probleme mit dem Kunstrasenplatz, sie erspielten sich überhaupt nur zwei Torchancen – und doch traten die Fußballer des VfL Wildeshausen am frühen Samstagabend mit einem guten Gefühl ihre Heimreise aus dem Südkreis Osnabrück in den Südkreis Oldenburg an. Im Landesliga-Auswärtsspiel beim Top-5-Kandidaten SC Melle erkämpfte sich Wittekind ein 1:1 (0:1)-Unentschieden. Für Trainer Marcel Bragula war das Remis „ein gefühlter Sieg“. „Das Ergebnis ist schmeichelhaft für uns, ein glücklicher Punktgewinn.“

Wildeshausen bekommt Meller Offensivspieler nicht in den Griff

Es war jedoch ein Unentschieden, das die Gäste gerne mitnahmen. Vom Coup, von dem Bragula im Vorfeld der Partie geträumt hatte, war Wildeshausen nämlich ziemlich weit entfernt. „Melle war griffiger, bissiger – einfach besser, besonders in der Passquote“, räumte der VfL-Trainer ein. Vor allem zwei Offensivakteure bekamen die Gäste nicht in den Griff: Ali Ahmet und Yakup Akbayram. „Die haben uns ganz schöne Probleme bereitet“, sagte Marcel Bragula. „Technisch sind das zwei ganz tolle Fußballer.“

Beim VfL Wildeshausen gab Maximilian Seidel die einzige Spitze, weil Angreifer Lennart Feldhaus mit Rückenproblemen passen musste. Mit schnellen Schnittstellenpässen wollten die Gäste Konterspieler Seidel eigentlich immer wieder in Szene setzen, doch der Plan ging kaum auf. Zu allem Ärgernis musste Seidel nach 60 Minuten mit Verdacht auf Muskelfaserriss oder Zerrung ausgewechselt werden. „Wir sind kaum einmal bis in das letzte Drittel gekommen“, meinte Bragula.

Wildeshausens Torwart Sebastian Pundsack pariert mehrere Mal stark

Stattdessen besaßen die spielstarken Gastgeber gefühlte 80 Prozent Ballbesitz. Die Folge waren einige hochkarätige Möglichkeiten für Melle, die Wildeshausens starker Torwart Sebastian Pundsack mehrere Mal stark parierte. Entlastungsangriffe fuhren die Krandel-Kicker bis auf eine Gelegenheit für Tom Schmidt (20.) kaum. Wie in der vergangenen Woche beim 1:1 gegen den SV Bad Bentheim kassierte Wildeshausen das Gegentor erneut nach einer Standardsituation: Jonas Strehl köpfte eine Ecke zum 1:0 für Melle ein (42.).

Kari-Brüder sichern VfL Wildeshausen den Punkt

Auch nach der Pause dominierte Melle das Geschehen. Der SCM war dem 2:0 näher als Wildeshausen dem Ausgleich. Doch zehn Minuten vor Schluss glückte dem VfL nach einem schön herausgespielten Angriff doch tatsächlich der Ausgleich: Andreas Kari, gerade eine Minute im Spiel, setzte sich auf der rechten Seite durch, spielte den Ball im Strafraum quer, wo dessen herangerauschter Bruder Kevin das 1:1 markierte (80.). Zwei Chancen, ein Tor: Wildeshausen präsentierte sich dieses Mal im Abschluss äußerst effektiv.

Meller Coach Twyrdy vermisst „letzte Konsequenz“

„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, ich habe selten so ein einseitiges Spiel gesehen“, meinte Melles Trainer Roland Twyrdy, der seinen Jungs kämpferisch wenig vorwerfen konnte. „Aber uns fehlte die letzte Konsequenz und der absolute Wille, das Tor zu machen. Chancen dazu hatten wir reichlich. Und so müssen wir mit dem ganz bitteren Remis leben“, analysierte Twyrdy und lobte seinen Debütanten Yildirim: „Kerem hat im Training schon gut gespielt und vielversprechende Ansätze gezeigt. Er ist einer, auf den wir auch in Zukunft bauen wollen.“ Mit Blick auf die kommenden Aufgaben gab sich der SCM-Coach zuversichtlich: „Ich hoffe, dass die Jungs daraus gelernt haben, dass Überlegenheit noch nicht den Sieg bedeutet. Wir versuchen, es das nächste Mal wieder besser zu machen.“