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Fußball-Landesliga Wildeshausens Aufholjagd bringt kein Happy End

Von Daniel Niebuhr | 17.08.2015, 00:30 Uhr

Landesliga-Aufsteiger VfL Wildeshausen hadert nach dem unglücklichen 3:5 bei Türkgücü Osnabrück mit vergebenen Chancen und individuellen Fehlern.

Als Marcel Bragula am Sonntag in Osnabrück in den Mannschaftsbus stieg, konnte er eines schon mit Gewissheit sagen: Die kurze Heimfahrt würde nicht ausreichen, um die vorangegangenen 90 Minuten zu verarbeiten. „Dafür werde ich noch etwas länger brauchen. Das Spiel war zu dramatisch“, erklärte der Trainer des VfL Wildeshausen. Das unglückliche 3:5 (0:3) im ersten Auswärtsspiel der Fußball-Landesliga bei Türkgücü Osnabrück saß Bragula merklich in den Knochen.

„Ich dachte: Bin ich hier bei Versteckte Kamera?“

Auch die zweite Wildeshauser Partie nach dem Aufstieg musste der VfL in die Kategorie „Lehrgeld“ einordnen, das beschreibt die Geschichte des Spiels aber nur bedingt. Eigentlich präsentierte sich der Neuling nach dem 0:4 gegen Vorwärts Nordhorn zum Auftakt wie ausgewechselt und war zumindest in Reichweite des ersten Punktes der Saison. Das war erstaunlich, denn zur Pause sah alles schon nach der nächsten Klatsche aus. Türkgücü präsentierte sich vor dem Tor gnadenlos effizient. Harun Ucar verwandelte eine Flanke am langen Pfosten in der 10. und Furkan Güraslan einen Foulelfmeter in der 16. Minute zum 2:0. Wildeshausen spielte sich sechs hochkarätige Chancen heraus – unter anderem einen Pfostenschuss von Jan Lehmkuhl –, vergab sie aber alle und kassierte durch einen Sonntagsschuss von Gökhan Selvi noch das 0:3. „Ich dachte ,Bin ich hier bei Versteckte Kamera?‘“, sagte Bragula: „In meinen Augen waren wir besser, 0:3 war ein unglaublicher Zwischenstand.“

Traumtor von Feldhus

Seine Spieler ließen – anders als bei der Klatsche gegen Nordhorn eine Woche zuvor – nicht den Kopf hängen, sondern starteten eine Aufholjagd. Ole Lehmkuhl, in der ersten Hälfte noch schlampig bei der Chancenverwertung, traf in der 55. Minute zum 1:3. Vier Minuten später erzielte Yannik Persson das vierte Osnabrücker Tor, der eingewechselte Lennart Feldhus mit einem 25-Meter-Schuss (65.) und Maximilian Seidel (68.) verkürzten aber auf 3:4. „Ich hatte meine Jungs in der Kabine noch gewarnt, dass Wildeshausen nicht klein beigeben wird“, berichtete Türkgücüs Trainer Nihat Derya.

„Wahnsinniges Pech“

Das Happy End blieb den Gästen allerdings verwehrt. Die hart agierenden Osnabrücker überstanden die Wildeshauser Druckphase mit Glück und Geschick und machten sechs Minuten vor dem Ende durch einen Freistoß von Sahin Günana alles klar. Bragula war nach der bitteren Niederlage erst einmal fassungslos, musste aber doch erkennen, dass zur Landesliga-Reife wieder die Cleverness gefehlt hat: „Wir kassieren Tore aus individuellen Fehlern, die man sich in der Landesliga nicht erlauben darf. Allerdings will ich der Mannschaft heute eigentlich keinen großen Vorwurf machen. Wir hatten auch wahnsinniges Pech.“