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Fußball-Niedersachsenpokal SV Atlas und BSV Rehden heiß auf Duell vor großer Kulisse

Von Daniel Niebuhr | 20.07.2017, 11:41 Uhr

Für den SV Atlas und den BSV Rehden steht im Niedersachsenpokal-Duell am Freitag viel auf dem Spiel: Dem Sieger winkt ein Highlight gegen den VfL Osnabrück. Die Kulisse wird eindrucksvoll, Atlas erwartet rund 1500 Fans.

Pokalspiele bei unterklassigen Clubs zaubern Fußballern eher selten ein Lächeln ins Gesicht, der Spaßfaktor in den zähen Duellen mit garstigen Gegenspielern und der ständigen Stolpergefahr ist ja meistens überschaubar. Man darf davon ausgehen, dass zumindest ein Spieler des BSV Rehden in dieser Woche dennoch auf den Freitagabend hinfiebert: Ab 19 Uhr tritt der Regionalligist in der ersten Runde des NFV-Pokals beim SV Atlas an – und für den Stürmer Addy-Waku Menga könnte es für einige Wochen das letzte Spiel sein. Der Kongolese wurde vom DFB wegen eines Manipulationsversuchs am letzten Spieltag der Vorsaison – damals noch in Diensten des VfL Osnabrück – für vier Regionalligapartien gesperrt. Im Niedersachsenpokal aber darf er ran, was Atlas-Manager Bastian Fuhrken „etwas merkwürdig“ findet: „Sperren nur für die Liga sind mir im Amateurbereich neu, aber man lernt ja nie aus.“

400 Sitzplatzkarten im Vorverkauf weg

Menga wird es recht sein, allerdings haben auch seine Kollegen allen Grund zur Vorfreude. Zum Cup-Duell in Delmenhorst werden rund 1500 Zuschauer erwartet, was auch für Viertligist Rehden nicht alltäglich ist: In der Vorsaison spielte der BSV nur beim VfB Lübeck und beim SV Meppen vor größeren Kulissen. Zu den Heimspielen in den Waldsportstätten kamen im Schnitt nicht einmal 400 Schaulustige – so viele Sitzplatzkarten hat Atlas allein im bisherigen Vorverkauf für Freitag abgesetzt. Die Fußball-Begeisterung in Delmenhorst ist in der Sommerpause also offensichtlich nicht abgeflaut. „Ich hoffe, dass noch Karten im Vorverkauf weggehen“, sagt Fuhrken. Atlas wird drei Kassen am Stadion öffnen, mit langen Schlangen ist zu rechnen. „Die Leute sollten besser früh kommen“, rät Fuhrken.

Sieger winkt Duell mit VfL Osnabrück

Das Ambiente wird schon einmal angemessen sein, wenn Atlas sein erstes Pflichtspiel als Oberligist bestreitet, das in der Bedeutung irgendwo zwischen Testspiel und Endspiel rangiert. Einerseits startet Atlas erst am 12. August in die Oberliga, andererseits winkt dem Sieger im Achtelfinale mit dem VfL Osnabrück das lukrativste Los des Wettbewerbs. „Das ist eine Aussicht, die die Motivation definitiv steigert“, sagt Fuhrken. Und auch Einnahmen verspricht: Die stets von viel Anhang begleiteten Osnabrücker spielten auf dem Weg zu ihrem Pokalsieg in der vergangenen Saison beim VfL Oldenburg, beim SSV Jeddeloh und bei Arminia Hannover – für alle drei Clubs war es mit Abstand das bestbesuchte Spiel des Jahres.

Mögliches Achtelfinale soll verlegt werden

Sollte Atlas gewinnen, gäbe es „noch eine Menge zu tun“, wie Fuhrken bekennt. Das Achtelfinale ist noch für den kommenden Mittwoch angesetzt, die Osnabrücker arbeiten aber an einer Verlegung – sie spielen zwei Tage später in der 3. Liga gegen den SV Wehen Wiesbaden. Manager Lothar Gans steht bereits in Kontakt mit Pokalspielleiter Jürgen Stebani.

BSV Rehden im Umbruch

Ein Duell mit Osnabrück reizt natürlich auch den Favoriten aus Rehden, der ja fast ein Ligarivale der Delmenhorster geworden wäre. Der Dorfverein aus dem Kreis Diepholz hielt nur dank des Meppener Drittliga-Aufstiegs die Klasse und hat einen gewaltigen Umbruch hinter sich. Der halbe Kader wurde nach dem Fast-Abstieg ausgetauscht, mit den Urgesteinen Kevin Artmann und Viktor Pekrul wurden immerhin Kapitän und Vizekapitän gehalten. Die beiden sind zusammen mit Torwart Milos Mandic und Innenverteidiger Michael Wessel die letzten im Kader, die schon 2013 beim Höhepunkt der Vereinsgeschichte dabei waren, als Rehden im DFB-Pokal den Bayern mit 0:5 unterlag.

Gute Testspiele gegen Drittligisten

Mit Wolfgang Schütte sitzt auch ein neuer Trainer auf der Bank, schon der 13. seit 2011. Bislang lässt es sich unter ihm ziemlich ordentlich an: Gegen die beiden Drittligisten Meppen (0:2) und Preußen Münster (1:2) hielt Rehden gut mit, Menga erzielte gegen Münster übrigens den Treffer zur zwischenzeitlichen Führung.

Zwei der 250 Zuschauer waren Atlas-Trainer Jürgen Hahn und Spieler Dennis Janssen, die einen ersten Eindruck bekamen, was da auf sie zukommt. „Es wird ein enges Spiel. Rehden ist ein toller Gegner, aber wir nehmen die Aufgabe an und sind heiß drauf“, sagt Fuhrken.