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Fußball-Oberliga Atlas gegen Uphusen – ein Derby in den Kinderschuhen

Von Daniel Niebuhr | 27.10.2017, 22:44 Uhr

Den SV Atlas Delmenhorst und den TB Uphusen trennen nur 29 Kilometer – am Samstag treffen sich die Fußball-Oberligisten zum ersten Mal in einem Punktspiel.

Der Sportplatz am Uphuser Arenkamp – hübsch am Deich gelegen – hat für Fußball-Freunde ohne Zweifel einiges zu bieten, zahlendes Publikum ist an den meisten Wochenenden allerdings eher rar gesät. Der Turnerbund, der dort seine Heimspiele austrägt, gehört zu den Fußball-Oberligisten mit dem geringsten Zuschauerzuspruch, am vergangenen Sonntag spielte der Dorfclub vom westlichen Rand des Landkreises Verden sein Heimspiel gegen Arminia Hannover vor nicht einmal 100 Besuchern. Jürgen Hahn war als Zaungast also durchaus willkommen, der Trainer des SV Atlas verfolgte das unglückliche Uphuser 1:1, das in der Nachspielzeit fiel und dafür sorgte, dass der TBU am Samstag ab 16 Uhr als Tabellenletzter in Delmenhorst aufläuft. „Es war ein gutes Spiel, schade nur, dass so wenig los war“, fand Hahn.

Was die Kulisse angeht, droht den Uphusern am Samstag ein Kulturschock, zum Duell der Nachbarn dürften es im Delmenhorster Stadion wieder um die 900 Fans werden. Uphusens Trainer Fabrizio Muzzicato merkte im Vorfeld scherzhaft an, „dass wir dafür zehn Spiele brauchen“. Allein die Atmosphäre müsste „Motivation genug sein“, was den Gegnern des SV Atlas in der Vergangenheit aber bekanntlich nicht immer zum Sieg gereicht hat.

Wer hat mehr Druck?

Für Atlas kommt die Begegnung mit dem Schlusslicht dagegen gerade recht. Nach drei Spielen ohne Sieg hat sich der Aufsteiger mit dem 2:0 beim BV Cloppenburg am vergangenen Freitagabend – unter den Augen von Muzzicato – selbst den Druck genommen. Als Siebter nach elf Spielen steht der SVA in der Tabelle auf sicheren Füßen, was Hahn direkt ausnutzt. „Uphusen hat mehr Druck“, sagt der Coach, um in typischer Weise nachzuschieben: „Natürlich haben wir auch Druck – den Druck, dass wir immer gewinnen wollen.“

Die Zuversicht ist jedenfalls wieder da, auch wenn in Cloppenburg noch genügend Baustellen für die Aufarbeitung blieben. Allein in der ersten Hälfte ließ Hahns Team eine Handvoll Chancen zu, ehe die effiziente Offensive das Spiel entschied. Patrick Degen bereitete das 1:0 durch Dominik Entelmann und das 2:0 durch ein Eigentor von Cloppenburgs Marius Krumland vor – Späher Muzzicato befindet: „Sie machen aus wenigen Chancen viele Tore, da sind sie uns voraus.“

Dennis Janssen wieder für Atlas dabei

Mit Marco Prießner kehrte am Donnerstag ein Angreifer ins Atlas-Training zurück, der in dieser Disziplin eine weitere Option wäre. „Das freut mich sehr für ihn“, sagt Hahn, der einen Einsatz gegen Uphusen aber ausschließt. Dennoch stellt er fest: Sein Team habe genügend Optionen, mit dem nach seiner Sperre zurückkehrenden Dennis Janssen im Defensivbereich sogar eine mehr als zuletzt. „Und wir haben das Selbstvertrauen, um dieses Derby zu gewinnen.“

Wobei das Spiel als Derby noch in den Kinderschuhen steckt. Geografisch trennen die beiden Clubs nur 29 Kilometer oder sechs Autobahnabfahrten – keine Reise ist für Atlas in der Oberliga kürzer –, in einem Ligaspiel standen sich Delmenhorst und Uphusen aber noch nie gegenüber. Vor einigen Jahren waren die Uphuser mit fünf Spielern aus der Stadt ein Delmenhorster Außenposten – und schrammten knapp an der Qualifikation für den DFB-Pokal vorbei. Davon ist man heute weit entfernt, zuletzt rettete sich der Club zweimal erst nachträglich.

TB Uphusen zuletzt mit Testspielsieg in Brinkum

Mit Haris Lakic steht immerhin noch ein ehemaliger Atlas-Spieler im Aufgebot, der vor zehn Monaten aus der SVA-Reserve nach Uphusen wechselte und zuletzt erstmals von Beginn an auflief. Für ihn und sein Team kann es eine richtungsweisende Partie werden. Seit Mitte September sind die Uphuser ohne Dreier, Siege gab es nur in Freundschaftsspielen wie beim 3:2 beim Brinkumer SV am Dienstagabend. Hahn sagt aber: „Wir werden sie nicht unterschätzen.“ Sein Team könnte sich mit einem Sieg wieder nach oben orientieren.