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Fussball-Oberliga Auswärtssieg sorgt beim SV Atlas Delmenhorst für Erleichterung

Von Lars Pingel | 23.10.2017, 11:33 Uhr

Der Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst freute sich über einen 2:0-Auswärtssieg beim BV Cloppenburg. „Er ist gut für die Tabellensituation und das Selbstbewusstsein“, sagte SVA-Trainer Jürgen Hahn.

In der Freude steckte auch jede Menge Erleichterung. Die sei „sehr groß“, bestätigte Mark Spohler, Verteidiger des SV Atlas Delmenhorst nach dem 2:0 (0:0) beim BV Cloppenburg am Freitag. Das verdankte der Fußball-Oberligist einer deutlichen Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten, die Chefcoach Jürgen Hahn in der Pause möglich gemacht hatte. „In der ersten Halbzeit haben wir das nicht gut gemacht“, gestand Spohler: „Der Trainer hat uns in der Kabine darauf angesprochen, uns neu eingestellt und dann haben wir das Spiel doch auf unsere Seite gezogen.“

In der Atlas-Kabine wird es laut

Hahn verriet wenig später, dass er seine Mannschaft in der Kabine überrascht hatte. Er habe die Versäumnisse „deutlich und auch mal etwas lauter“ erklärt. Vor allem Letzteres war ungewöhnlich: „Das mache ich nur sehr selten“, sagte Hahn über die erhöhte Phonzahl. Die zeigte zusammen mit der Umstellung auf eine 4-2-3-1-Formation die gewünschte Wirkung: Die SVA-Spieler präsentierten sich wacher und entschlossener. Ein Konter, den Dominik Entelmann mit einem Kopfball abschloss (51.) und ein Eigentor von Marius Krumland (57.) brachten dem SVA nach drei Partien, in denen er nur einen Punkt geholt hatte, einen Sieg.

Das Atlas-Team hätte sich aber nicht beklagen dürfen, wenn es mit einem Rückstand in die Kabine gegangen wäre. So aber fuhr es mit drei Punkten im Gepäck die nach Hause, mit denen es den Abstand zur hinteren Region der Tabelle etwas vergrößerte. Auch das erklärt die Erleichterung nach der Begegnung, die 637 Zuschauer verfolgt hatten. „Der Sieg war wichtig für die Tabellensituation und das Selbstvertrauen“, erklärte Hahn.

BV Cloppenburg nutzt Chancen nicht

Die Lautstärke, die der Atlas-Trainer für seine Pausenansprache wählte, war der Ausdruck dafür, wie unzufrieden er mit dem war, das seine Mannschaft bis dahin geboten hatte. Der Frust darüber war nach Spielschluss natürlich kleiner geworden, ganz verraucht war er aber nicht. „Nichts von dem, was wir besprochen und im Training einstudiert hatten, ist umgesetzt worden“, haderte Hahn: „Wir waren in der Defensive nicht konzentriert, haben im Spielaufbau keine Lösungen gefunden, die Abstände haben nicht gepasst und die Spannung hat gefehlt.“ Das führte dazu, dass Delmenhorst gegen das clever verschiebende BVC-Team nur selten Torgefahr erzeugte und im Verlauf der Halbzeit Schwierigkeiten bekam.

Das Angriffsspiel der Cloppenburger wurde immer zwingender. „Wir hatten fünf gute Torchancen, verwerten aber halt keine“, sagte BVC-Trainer Sebastian Schütte. Er hatte sein Team „gewissenhaft auf einen SV Atlas vorbereitet, der von seinem Trainer Jürgen Hahn immer gut eingestellt ist“. Der Plan sei „in der ersten Halbzeit aufgegangen“. Das 0:1 habe das Spiel entschieden. „Da kreieren wir uns mit einer Ecke eine gefährliche Situation – und kriegen den Konter“, seufzte Schütte. Seinen Spielern machte er trotzdem keinen Vorwurf: „Sie haben alles gegeben, um das zu verhindern.“

Doch Patrick Degen ließ sich bei seinem 70-Meter-Sprint eben nicht aufhalten. Seine Flanke landete zentimetergenau bei Entelmann. „Wir hatten dann mehr Sicherheit“, sagte Spohler über die Wirkung des 1:0. Er hatte mit Marlo Siech in der Innenverteidigung überzeugt. Torwart Florian Urbainski, der mehrfach gut reagierte, der seit Wochen stark spielende Kapitän Stefan Bruns, der fleißige Nick Köster und Degen, dessen Ecke Krumland ins eigene Netz beförderte, waren weitere treibende Kräfte in einem Atlas-Team, das in Halbzeit zwei das Kollektiv war, das auch schon eine Serie von sechs Spielen ohne Niederlage hingelegt hatte.

Nächstes Derby gegen TB Uphusen

Degen war nach seiner Sperre ins Team zurückgekehrt, später wurde Lars Scholz, der nach einer Verletzungspause fit ist, eingewechselt. „Wir haben wieder mehr Optionen“, freute sich Hahn. Die nächste kommt am Samstag, 28. Oktober, hinzu, wenn der TB Uphusen ab 16 Uhr im Stadion gastiert. Dann hat auch Dennis Janssen seine Rot-Sperre abgesessen. In Cloppenburg fehlten noch Marco Prießner und Sebastian Kmiec verletzt.

Das Selbstbewusstsein, das so ein Sieg bringt, demonstrierte Spohler. „Jetzt wollen wir auch das nächste Derby gewinnen“, sagte er. „Wir wollen nachlegen“, meinte auch Hahn. Dass ein weiterer Erfolg für die Tabellensituation in einer „unglaublich ausgeglichenen Liga“ ebenso wichtig wäre wie das 2:0 vom Freitag, versteht sich von selbst. Sollte der SVA tatsächlich gewinnen, wäre es also nur zu verständlich, wenn sich in die Freude erneut eine Menge Erleichterung mischen würde.