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Fußball-Oberliga Fehler des SV Atlas Delmenhorst rächen sich bitter

Von Lars Pingel | 22.10.2018, 08:49 Uhr

Der Fußball-Oberligist SV Atlas hat sein Auswärtsspiel bei Eintracht Braunschweig II mit 1:4 (0:2) verloren. Jürgen Hahn, Trainer der Delmenhorster, sah sein Team unter Wert geschlagen. 128 Zuschauer hatten ein gutes Fußballspiel gesehen.

Das Ergebnis eines Fußballspiels ist das, was zählt. Für den Oberligisten SV Atlas Delmenhorst ist nach dem Auftritt bei Eintracht Braunschweig II ein 1:4 (0:2) in die Tabelle eingegangen, mit dem er nach elf Spieltagen auf die Bilanz von vier Siegen, drei Unentschieden und vier Niederlagen bei 18:18 Toren kommt: Platz acht. Von den Zahlen war Atlas-Trainer Jürgen Hahn nach dem Schlusspfiff der Partie auf dem Nebenplatz des Eintracht-Stadions an der Hamburger Straße genauso enttäuscht wie seine mit gesenkten Köpfen auf dem Rasen sitzenden oder stehenden Spieler. „Die Niederlage ist verdient, weil wir zu viele Fehler gemacht haben“, sagte Hahn.

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Atlas-Trainer Jürgen Hahn lobt Einstellung seiner Spieler

Das 1:4 schmerzte allerdings besonders, weil es die Leistung seines Teams nicht widerspiegelte, erklärte Hahn: „Wir sind unter Wert geschlagen worden.“ Die Mannschaft war mit dem Anspruch nach Braunschweig gereist, eine Reaktion auf die 1:3-Heimniederlage gegen den MTV Gifhorn zu zeigen. „Das war fußballerisch eine schlechte Leistung – und wir hatten als Team enttäuscht“, erklärte Hahn. In Braunschweig sei das anders gewesen. „Kommunikation, Moral, das gegenseitige Coaching – das war in Ordnung. Das war eine gute Reaktion“, lobte er: „Die Jungs wollten. Sie haben eine Stunde lang richtig gut Fußball gespielt.“ Gegen einen starken Gastgeber, der zwei Atlas-Fehler nutzte und zwei Treffer prima herausspielte. Salih Ayaz (10.), Meik Erdmann (44.), Michal Fasko (65.) und Ahmet Canbaz (71.) trafen für die Eintracht. Vor 128 Zuschauern hatte Marco Prießner das 1:2 erzielt (52.).

Die Partie nahm mit dem Anpfiff Fahrt auf. Keine Mannschaft legte Wert darauf, zu schauen, was der Konkurrent wohl so vorhat. Die erste wirklich zwingende Aktion gelang den Delmenhorstern. Nach einer Kombination über Nick Köster und Musa Karli kam Prießner zum Schuss, traf den Ball aber nicht voll (7.). 180 Sekunden später machte es Ayaz besser. Nach einem klasse Pass von Dominik Franke ließ er SVA-Torwart Florian Urbainski keine Chance.

Braunschweiger sehr effektiv

Das 0:1 brachte Atlas nicht aus dem Konzept. Keine zwei Minuten nach dem Treffer hatte das Team seine beste Chance der ersten 45 Minuten. Nach einer Köster-Flanke kam Prießner aus zehn Metern zum Schuss. Eintracht-Torwart Yannik Bangsow war schon überwunden, doch Nick Otto machte einen Schritt in die Flugbahn des Balles – und bekam ihn vor der Torlinie auf die Brust. Pech hatte Atlas in der 35. Minute, als der Ball nach einer Ecke von Dennis Mooy vom Hinterkopf des Braunschweigers Jonas Wand aus auf Latte fiel.

„Wir haben aus vier Chancen zwei Treffer gemacht“, erklärte Eintracht-Torschütze Erdmann den Unterschied zwischen den Teams in der ersten Halbzeit. Sein 2:0 hatte Hauke Bartels mit einem Flachpass aus der eigenen Hälfte vorbereitet (44.). „Das war zu einfach“, haderte Hahn.

Marco Prießner trifft für Delmenhorst

Die Delmenhorster bewiesen gute Moral. Hahn, der bereits nach 30 Minuten Thomas Mutlu auf die rechte Abwehrseite zurück- und Köster ins Mittelfeld vorgezogen hatte, stellte nochmals um. Karli rückte in die Zentrale, auf den Außenbahnen agierten der eingewechselte Tom Schmidt und Marvin Osei sehr offensiv. Das schien sich auszuzahlen. Mooy spielte Prießner frei: 1:2 (52.). „Ich hatte danach das Gefühl, dass für uns mehr möglich werden könnte“, erklärte Hahn. Diese Phase, in der nervöse Aktionen der Gastgeber zu sehen waren, dauerte aber nur 13 Minuten. Dann rächte sich der nächste Atlas-Fehler. Osei spielte Fasko den Ball im Mittelfeld in den Fuß, der entwischte der Atlas-Defensive: 3:1 für Braunschweig. „Das war der Genickbruch“, fand Hahn, dessen Team nach einem glänzend ausgespielten Eintracht-Konter das 1:4 kassierte (Canbaz, 72.).

„Das sah nach Fußball aus“, lobte Eintracht-Trainer Deniz Dogan die Partie. „Das war ein schnelles Spiel, Atlas ein guter Gegner.“ Den Sieg nannte er „absolut verdient“.

Hahn blickte derweil erst zurück und dann voraus. „Wenn wir gegen Gifhorn so aufgetreten wären, hätten wir gewonnen“, sagte er. „Unser Problem sind die Fehler, daran werden wir arbeiten. Ich denke aber, dass der Anspruch Regionalliga, der manchmal an uns gestellt wird, ein bisschen zu hoch ist.“