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Fußball-Oberliga Olaf Blancke ist neuer Trainer des SV Atlas Delmenhorst

Von Lars Pingel | 16.12.2018, 17:49 Uhr

Der Fußball-Oberligist SV Atlas Delmenhorst hat einen neuen Cheftrainer. Der Verein stellte am Sonntagnachmittag Olaf Blancke vor. Der 49-Jährige war im ersten Teil der laufenden Saison 2018/2019 für den SVA-Ligarivalen BV Cloppenburg tätig.

Der SV Atlas Delmenhorst hat sich, seiner Oberliga-Mannschaft und seinen Fans ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk gemacht: Am Sonntagnachmittag stellten der 1. Vorsitzende Manfred Engelbart, der 2. Vorsitzende und Leiter Leistungsfußball Bastian Fuhrken und Stefan Keller, Berater der Führungscrew, den neuen Cheftrainer der Fußballer vor. Es ist Olaf Blancke. Der 49-Jährige betreute im ersten Teil der laufenden Saison 2018/19 noch den Atlas-Ligarivalen BV Cloppenburg.

Blancke habe beim SV Atlas einen Vertrag mit eineinhalbjähriger Laufzeit unterschrieben, erklärte Fuhrken auf dem Weihnachtsmarkt, wo Blancke auch SVA-Anhängern vorgestellt wurde. Er habe, berichtete Fuhrken, am vergangenen Dienstag „gewagt“, mit Blancke Kontakt aufzunehmen, nachdem er in Medienberichten erfahren hatte, dass sich dieser in Cloppenburg bis Weihnachten Bedenkzeit erbeten habe, ob er beim Tabellenletzten der Oberliga weitermachen wolle. „Ich habe sofort gemerkt, dass alles passt“, sagte Fuhrken. In den folgenden Gesprächen sei eine Euphorie entstanden. Am Sonntag unterschrieb Blancke den Vertrag beim SVA.

Blancke wird Nachfolger von Jürgen Hahn, von dem sich der SV Atlas am 13. November getrennt hatte. Seitdem waren Daniel von Seggern (Trainer der Kreisliga-Mannschaft), Manager Benno Urbainski und Fuhrken auch für die sportlichen Geschicke des Oberligisten verantwortlich, der auf dem vierten Rang in die Winterpause gegangen ist. Der Verein hatte immer erklärt, dass dies nur eine Interimslösung sein und dass der neue Trainer bis Jahresende feststehen sollte.

„Wenn mir am vergangenen Montag jemand gesagt hätte, dass ich jetzt hier bin, hätte ich das für ziemlich abwegig gehalten“, erzählte Blancke am Sonntag. Die Zeit nach den ersten Gesprächen habe er sehr intensiv genutzt, um nachzudenken, wie es für ihn weitergehen solle und ob eine „andere Geschichte mich nicht auch persönlich weiterbringt“. „Es ist ja kein Geheimnis, dass ich in Cloppenburg nicht mehr ganz zufrieden war“, sagte er: „Am Samstag habe ich dann mit vollster Überzeugung beim SV Atlas zugesagt.“ Er habe vom Vorstand des BV Cloppenburg die mündliche Zusage, dass sein dortiger Vertrag aufgelöst werde.

Olaf Blancke schoss drei Tore für den SV Atlas

Blancke, der als Physiotherapeut selbstständig ist, hat während seiner aktiven Laufbahn für den SV Atlas gespielt. In der Oberligasaison 1987/88 schoss er in 13 Spielen drei Tore. „Das war eine coole Geschichte“, sagte er. Er lief unter anderem auch für den SV Wilhelmshaven, Kickers Emden, Cloppenburg und den SSV Jeddeloh auf. In dem Ammerländer Club hatte er mit dem Fußballspielen begonnen. Von Juli 2005 bis Juni 2016 war er dann dort Trainer, führte die Mannschaft von der Kreis- bis in die Oberliga. Im Dezember 2017 wurde er Coach in Cloppenburg.

„Wir haben über Ziele und Visionen gesprochen“, berichtete Blancke aus den Gesprächen mit Fuhrken, zu dem er „täglich, fast stündlich“ Kontakt hatte, Engelbart und Keller. „Mir war wichtig, zu wissen: Wo soll der Weg hingehen“, erklärte Blancke: „Schnell kam heraus, dass er in der Oberliga noch nicht zu Ende sein soll. Es ist eine coole Sache, langfristig irgendwann die Regionalliga anzugehen.“ Außerdem habe der SVA mit seinen Zuschauern „ein Pfund in der Hand“, und es mache Spaß, sich für einen solchen Traditionsverein einzusetzen. „Ich war sofort Feuer und Flamme.“

Kurzfristig stünden aber auch bedeutsame Spiele an, merkte der neue SVA-Trainer an. Da wäre das Halbfinale im NFV-Pokal der Amateure gegen den 1. FC Wunstorf am 22. April (15 Uhr, Stadion). „Es wäre für Atlas ein wichtiges Ding, das Finale zu erreichen“, sagte Blancke. Neben finanziellen Aspekten sei dies schließlich eine Möglichkeit den Verein überregional zu präsentieren. Die Endspiele der Landesverbände werden live im Fernsehen übertragen.

Punktspiele haben „oberste Priorität“

Die Atlas-Spieler sollen die Gedanken an den Pokal zunächst allerdings verdrängen. „Oberste Priorität hat die Punktrunde“, sagte Blancke. Wie genau die Mannschaft dort spielen wird, „hängt von den Personen ab“. Die möchte er im Training und in Testspielen besser kennenlernen, ehe er sich auf ein System festlegt. „Es ist für Atlas aber schon so, dass wir sehen müssen, dass wir in den Heimspielen offensiv auftreten und den Gegner unter Druck setzen.“ Der Kader gäbe das her. „Dann nimmst du die Fans mit ins Boot.“

Bisher ist geplant, dass die Mannschaft am 21. Januar das Training wieder aufnimmt. „Ein früherer Termin ist aber auch möglich, das entscheidet Olaf“, sagte Fuhrken. Testspiele sind für den 31. Januar beim GVO Oldenburg (Bezirksliga) und den 10. Februar beim FC Oberneuland (Bremen-Liga) fest angesetzt. Auch gegen den SV Lemwerder (Landesliga) und gegen den FC Hagen/Uthlede (Oberliga) soll getestet werden. Am 24. Februar steht bei Eintracht Northeim das nächste Punktspiel an.

„Wir haben den für uns besten Trainer gefunden“, freute sich Engelbart über das Ende der Suche. „Olaf Blancke kann sich zu 100 Prozent auf den Vorstand verlassen. Der Trainer alleine hat die sportliche Verantwortung, er stellt die Mannschaft auf.“

„Es passt menschlich“, ergänzte Keller. Und auch Fuhrken war von dem Verlauf der Gespräche begeistert. Er erinnerte an Blanckes Zeit in Jeddeloh: „Er weiß, was es heißt, einen Verein aufzubauen, mit allem, was dahinter steckt.“ Und Blancke passe in das Profil, dass der Verein vorgegeben hat: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass jeder Trainer, der in der Region erfolgreiche Arbeit leistet, ein Trainer für den SVA ist.“

Blancke kennt zudem, auch aus Spielen mit dem BVC, den SVA-Kader, in dem Nick Köster der Kapitän ist. Der 27-Jährige trainierte und spielte 2014/15 in Jeddeloh unter Olaf Blancke. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“, sagte Köster: „Die Mannschaft ist auch schon heiß.“ Blancke sei ein „sehr menschlicher“ Coach, der „auch dazwischen hauen kann, wenn etwas nicht läuft“.