Ein Angebot der NOZ

Fußball-Oberliga Spelle-Venhaus ist ein Gegner, der Atlas liegen könnte

Von Frederik Böckmann und Dieter Kremer | 04.11.2017, 12:36 Uhr

Ein Gegner mit sehr viel Qualität, dazu noch ein Auswärtsspiel: Der SC Spelle-Venhaus scheint eine Mannschaft zu sein, die dem SV Atlas Delmenhorst möglicherweise wieder etwas besser liegt. Im Emsland freuen sie sich derweil auf den reisefreudigen blau-gelben Anhang.

Der SC Spelle-Venhaus ist seit einigen Jahren eine der guten Adressen im Fußball-Bezirk Weser-Ems. Mit dem Bezirksliga-Titelgewinn 2012 ging es für den emsländischen Klub über die Landesliga bis in die Oberliga in den vergangenen Jahren wieder peu à peu nach oben. Nach den Plätzen sechs, fünf und drei und dem aktuellen Tabellenplatz fünf lässt sich ohne Umschweife feststellen: Der Sportclub ist eines der Spitzenteams in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse, hat einiges erlebt – und ist mit seiner erfolgreichen kontinuierlichen Arbeit gewisser Weise auch ein Vorbild für den SV Atlas Delmenhorst.

Wohl wieder ein gefühltes Heimspiel für Atlas

Für die Speller Spieler und Fans ist das Duell am Sonntag (14 Uhr) gegen die Delmenhorster dennoch keines wie jedes andere. Sie freuen sich auf den reisefreudigen und stimmungsvollen blau-gelben Anhang – und schöpfen daraus eine zusätzliche Motivation. „Wir freuen uns auf die Zuschauer aus Delmenhorst. Die meisten Mannschaften bringen ja nicht so viele Fans mit“, sagt Verteidiger Torben Stegemann. „Als Spieler macht es natürlich immer mehr Spaß, vor einer großen Kulisse zu spielen und eine stimmungsvolle Atmosphäre zu haben.“ Fest steht: Beim Sportclub gehen sie davon aus, dass die eigenen Anhänger im 4000 Zuschauer fassenden Getränke-Hoffmann-Stadion in der Unterzahl sein werden.

Ein gefühltes Heimspiel im fremden Stadion? Das kennen sie natürlich beim SV Atlas – und in dieser Saison fühlen sich die Spieler auswärts besonders wohl. Bei den Siegen bei Eintracht Northeim und Heeslinger SC zeigten die Blau-Gelben ihre bislang besten Saisonleistungen. Dort musste der SVA nicht zwingend das Spiel machen, sondern konnte aus einer kompakten Defensive heraus schnell kontern. „Das liegt uns zur Zeit etwas mehr, als wenn wir mehr das Spiel machen müssen“, räumt Trainer Jürgen Hahn ein.

Hahn schätzt Qualität von Spelle-Venhaus

Möglicherweise ergibt sich dieser Spielverlauf auch am Sonntag. Denn Spelle ist wie Northeim und Heeslingen ein Spitzenteam. Oder, wie es Hahn formuliert: „Ein Favorit auf die Meisterschaft. Ein Team mit viel Qualität.“ Auch mit Rückständen könne Spelle-Venhaus gut umgehen. Das zeigte es im Nachholspiel in Uphusen, als die Emsländer nach einer Systemumstellung von einem 4-2-3-1 auf ein 4-4-2 noch einen Rückstand drehten.

Der zur Pause eingewechselte Christoph Ahrens brachte die Wende für die Emsländer: „Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass wir das Spiel gedreht haben“, lobt Röttger seinen pfeilschnellen Außenspieler. Licht und Schatten wechseln sich schnell nicht selten ab bei Ahrens, der den Unterschied ausmachen kann. „Ahri ist immer eine Waffe“, so Röttger. Insbesondere Ahrens‘ Tempo können die Gegenspieler kaum bremsen. Es sei schwierig, sich darauf einzustellen, so der Coach. „Aber ich kann das nicht beurteilen, weil ich kein Tempo hatte“, sagt Röttger mit Verweis auf seine eigene aktive Laufbahn.

SC Spelle-Venhaus hat Respekt vor dem SV Atlas

Aber auch im Speller Lager ist der Respekt vor dem Aufsteiger groß: „Als Gesamtpaket ist Delmenhorst schon unangenehm“, geht Röttger von einem Gegner aus, der oft presst und hoch stehen wird. Zudem erwartet er eine hohe Laufbereitschaft bei den Gästen. „Und stark bei den Standards. Das ist schon ein Brett.“ Delmenhorst sei schon sehr ambitioniert, weiß Spelles Coach.

Aus der kompakten SCSV-Mannschaft stechen laut Hahn zwei Spieler heraus. Zum einen Stürmer Sascha Wald. Der Linksfuß war mit 20 Treffern Torjägerschützenkönig der vergangenen Saison und traf diese Saison bereits wieder 11 Mal (und dabei in jedem Heimspiel). Taktgeber im zentralen Mittelfeld ist Max Bachl-Staudinger (vorher u.a. Ulm, Unterhaching, Trier), den Hahn noch aus gemeinsamen Zeiten bei Jahn Regensburg kennt, als Hahn Co-Trainer der Drittliga-Mannschaft war und Bachl-Staudinger als A-Jugendlicher häufiger im Profi-Kader mittrainierte.

Zum Atlas-Personal: Simon Matta fällt nach einer OP an den Weisheitszähnen aus, der Einsatz von Thomas Mutlu ist nach einer Bänderdehnung fraglich. Wieder im Kader steht Marco Prießner, der wie sein Sturmpartner Steven Müller-Rautenberg laut Hahn eine sehr gute Trainingswoche hatte. Lars Scholz, nach seiner Einwechslung beim 0:0 gegen Uphusen zuletzt ein belebendes Element, ist eine Option für die Startelf, plagte sich diese Woche aber mit Kopfschmerzen.

Einsatzbereit beim SC Spelle-Venhaus ist Steffen Menke, den zuletzt Knieprobleme plagten. Dagegen wird Artem Popov ausfallen. Er hat sich in Uphusen eine Muskelverletzung zugezogen.