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Fußball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst holt beim MTV Gifhorn einen Punkt

Von Lars Pingel | 08.10.2017, 18:53 Uhr

Die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben in ihrem Auswärtsspiel beim MTV Gifhorn einen Punkt geholt. Das kampfbetonte Duell endete vor 300 Zuschauern mit einem 1:1 (1:1). Die Blau-Gelben fielen nach dem dritten Unentschieden in der Saison auf Rang neun in der Tabelle zurück.

Zwei Szenen eines umkämpften Fußball-Spiels im GWG-Stadion in Gifhorn sorgten bei den Trainern zweier Oberliga-Mannschaften am Sonntagnachmittag im Nachhinein für etwas Wehmut. Uwe Erkenbrecher, Coach des gastgebenden MTV, dachte an die 65. Minute, in der Marko Barkovic alleine auf Florian Urbainski, Torwart des SV Atlas Delmenhorst, zulief – und am gut reagierenden Schlussmann des Gästeteams scheiterte. „Trifft er, das wage ich mal zu behaupten, dann gewinnen wir“, sagte Erkenbrecher nach einer Partie, die vor 300 Zuschauern mit einem leistungsgerechten 1:1 (1:1) zu Ende gegangen war. Dominik Entelmann (10.) hatte für Atlas getroffen, Timon Hallmann (43.) für Gifhorn.

SV Atlas verschießt Elfmeter

„Wenn wir dort in Führung gehen, gewinnen wir“, erklärte SVA-Cheftrainer Jürgen Hahn mit Blick auf die 71. Minute. Seine Mannschaft hatte die klarste aller Chancen. Doch: Entelmann schoss einen Elfmeter halbhoch am rechten Pfosten des MTV-Tors vorbei. Zuvor hatte der Gifhorner Marc Upmann den erst 40 Sekunden zuvor eingewechselten Atlas-Stürmer Marco Prießner in einem Zweikampf im Strafraum am Fuß getroffen. „Ich kann mich nicht erinnern, dass Dominik schon einmal einen Elfmeter verschossen hat. Aber irgendwann ist halt immer das erste Mal“, sagte Hahn. Dann war aber auch erst mal Schluss mit Hadern.

„Anhand unserer personellen Situation sollte man auch einmal mit einem Punkt zufrieden sein“, erklärte der SVA-Trainer. Sieben Spieler fehlten verletzt oder gesperrt. Prießner war angeschlagen, kam deshalb von der Bank. Simon Matta und Thade Hein feierten in Gifhorn ihr Startelf-Debüt, gegen Ende (83.) wurde Patrick Klenke aus der Kreisliga-Mannschaft für Entelmann eingewechselt, der ebenfalls angeschlagen in die Partie gegangen war. „Ich bin sehr zufrieden damit und stolz darauf, wie die Mannschaft die Ausfälle kompensiert hat“, sagte Hahn. „Kompliment für das Engagement und die Leidenschaft.“

Dominik Entelmann erzielt das 1:0

Die Delmenhorster Elf brauchte ein paar Minuten, um sich zu finden. Zweimal musste Urbainski klären, dann fanden seine Vorderleute aber ihre Ordnung. Sie hielten die Gastgeber geschickt vom eigenen Tor weg und starteten vor allem über die rechte Seite gefährliche Angriffe, die zumeist von Musa Karli initiiert wurden. Er war es auch, der das 1:0 vorbereitete, indem er sich ganz stark an der rechten Außenbahn durchsetzte, den Ball flach zu Entelmann in den Strafraum passte, der ihn gegen zwei Gegenspieler behauptete und in den rechten oberen Winkel traf.

Atlas setzte zunächst auch nach. Eine Flanke von Thomas Mutlu konnte Entelmann mit dem Kopf nicht genau genug platzieren (21.); eine Hereingabe von Matta verfehlte den Kopf von Hein nur knapp (26.).

MTV Gifhorn kämpft sich in die Partie

Die Delmenhorster machten letztlich zu wenig aus der Kontrolle, die sie in dieser Phase über die Partie gewonnen hatten. Sie spielten nach Ballgewinnen nicht entschlossen genug nach vorn, zudem fehlte dem letzten Pass für eine Chance mehrfach die Genauigkeit. „Wir haben die Spannung und die Konzentration verloren“, monierte Hahn.

Die von Beginn an engagiert auftretenden Gifhorner bissen sich nach und nach in die Partie. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel waren sie dann endgültig mittendrin. Mattes Hashagen kam an der Mittellinie an den Ball und startete einen klasse Sololauf durch die SVA-Abwehr. Von der linken Seite des Strafraums hob er die Kugel dann clever auf den langen Pfosten. Hallmann war mitgelaufen und hatte aus kurzer Distanz keine Mühe, sie über die Linie zu köpfen.

MTV-Trainer Uwe Erkenbrecher mit Punkt zufrieden

In der zweiten Halbzeit waren Konzentration und Spannung der Delmenhorster wieder da, doch auch die Gifhorner ließen nicht mehr nach. Beide Teams gingen mit großem Einsatz zu Werke, Zweikämpfe dominierten das Geschehen. Der MTV hatte mehr Ballbesitz, agierte vor dem Atlas-Tor aber oft zu kompliziert oder unentschlossen. Erkenbrecher, der fand, dass der SVA sehr hart, „phasenweise überhart“ gespielt habe, war schließlich ebenfalls mit dem Remis zufrieden. „Es ist schwer, sich gegen Delmenhorst durchzusetzen, da es einige clevere Spieler in seinen Reihen hat“, sagte er. „Wir haben ein sehr junges Team, fünf U21-Spieler standen auf dem Platz. Da nehmen wir den einen Punkt mal mit. Wir müssen in einer stärker gewordenen Oberliga immer auch nach hinten schauen.“

Oliver Rauh trifft den Pfosten

Klare Torchancen waren auch in den zweiten 45 Minuten Mangelware. Die besten hatten erst Barkovic, dann Entelmann – und später Oliver Rauh. Nach einem Konter über Prießner kam der Delmenhorster zwar an MTV-Torwart Max Herter vorbei, traf aber aus ganz spitzem Winkel nur den Pfosten (78.). „Vielleicht war sogar mehr drin“, überlegte Hahn noch einmal, um dann doch mit einer großen Portion Freude über Auftritt und Leistung seiner ersatzgeschwächten Elf in den Mannschaftsbus zu steigen. „Sie hat das gut sehr gemacht“, lobte er.