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Fußball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst will ein unbequemer Gegner sein

Von Daniel Niebuhr | 15.09.2017, 19:36 Uhr

Der SV Atlas Delmenhorst hat in der Oberliga bisher die meisten Gelben Karten kassiert – ein Indiz für die Kampfstärke, die auch gegen den TuS Bersenbrück wieder zum Erfolg führen soll.

Die Aussagekraft von Fußball-Tabellen ist Mitte September zweifellos überschaubar, zumindest in der Öffentlichkeit schenken die meisten Trainer ihnen keine Beachtung – weshalb das Wort „Momentaufnahme“ für den Übungsleiter von heute auch zum Standardvokabular gehört. Gelegentlich finden sich auch im frühherbstlichen Zahlenwerk aber kleine Perlen wie diese, die den Saisonstart des SV Atlas treffend beschreiben: In der Fairnesstabelle der Oberliga stehen die Delmenhorster im Keller, mit dem Ligaspitzenwert von 13 Gelben Karten, aber ohne Platzverweis. Atlas, so sagt es Trainer Jürgen Hahn selbst, ist kein Gegner, gegen den man besonders gerne spielt.

Bersenbrück auswärtsstark

Hahn gefällt das außerordentlich, als Aufsteiger hat sich seine Mannschaft bisher prächtig verkauft und vor allem in jedem Spiel dagegengehalten. Zuletzt kämpfte Atlas Tabellenführer Heeslinger SC mit 2:0 nieder, am Samstag soll ab 14.30 Uhr der TuS Bersenbrück die raue Delmenhorster Luft kennenlernen. Der Mitfavorit hat seine beiden bisherigen Auswärtsspiele bei den Abstiegskandidaten TB Uphusen und SVG Göttingen 07 jeweils mit 3:0 gewonnen. „Aber“, sagt Hahn, „sie waren noch nicht bei uns.“

Was allerdings nicht bedeutet, dass die Bersenbrücker so gar keine Vorstellung haben, was sie erwartet. Dass es im Delmenhorster Stadion vor knapp 1000 Fans schwer wird, ist Trainer Farhat Dahech nicht neu: „Es ist eine extra Motivation für uns, vor so vielen Leuten zu spielen, aber an dem Spiel wird das nichts ändern.“ Er glaubt: „Der Wille ist das, was Atlas auszeichnet. Sie sind physisch stark und laufen und kämpfen. Zusammen mit dem Publikum ist das ein gutes Rezept.“

Ex-Profi Jula der Star der Gäste

Allerdings verwehrt sich Kollege Hahn dagegen, seine Elf auf den Kampf zu reduzieren. „Wir haben auch spielerische Lösungen“, sagt der Trainer, dem dafür aber ein ganz entscheidender Mann fehlen wird. Mit Vierfach-Torschütze Lars Scholz fällt der erfolgreichste Angreifer verletzt aus, Alternativen gibt es einige. Routnier Dominik Entelmann darf ebenso auf einen Startelfplatz hoffen wie Simon Matta und Oliver Rauh. Die beiden bringen es zusammen zwar erst auf 72 Einsatzminuten in dieser Saison, können aber für Tempo sorgen.

Prominentester Stürmer auf dem Platz ist aber definitiv ein anderer. Ex-Bundesligaspieler Emil Jula ist der Star der Bersenbrücker, er hat es auf 27 Erstligaspiele mit Energie Cottbus und sechs Europapokaleinsätze für den rumänischen Club Otelul Galati gebracht. In Delmenhorst, um mit Hahn zu sprechen, war allerdings auch er noch nicht.