Ein Angebot der NOZ

Fussball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst zeigt starke Moral

Von Klaus Erdmann | 16.09.2017, 19:40 Uhr

Nach dem 1:1 des SV Atlas Delmenhorst gegen den TuS Bersenbrück sprechen die Beteiligten von einem emotionalen Duell.

„Wir wissen, was wir können und haben an uns geglaubt.“ Thomas Mutlu, unermüdlicher Antreiber der Fußballer des SV Atlas, hat es nach einem Spiel, in dem es der Oberliga-Aufsteiger einmal mehr spannend machte, auf den Punkt gebracht. Beim 1:1 (0:1) gegen den TuS Bersenbrück zeigten die kampf- und konditionsstarken Hausherren eine hervorragende Moral und ließen nicht locker. Sie drängten vor rund 600 Zuschauern im Stadion mit Macht auf den Ausgleich, den Dominik Entelmann in Minute vier der Nachspielzeit erzielte. Im Anschluss daran beendete Schiedsrichter Moritz Geweke (Braunschweig) eine Begegnung, die wiederholt für erhitzte Gemüter sorgte.

Atlas 2017 ohne Heimniederlage

Nach dem Schlusspfiff blieben die Auseinandersetzungen, an denen auch Zuschauer beteiligt waren, nicht allein im verbalen Bereich. Einige Spieler und Funktionäre, die schlichtend eingriffen, verhinderten Schlimmeres.

Für den größten Aufreger während des Spiels sorgte der Feldverweis, den Geweke gegen Gino Lago-Bentron verhängte (42.). Zuvor hatte der Bersenbrücker gegen den am Boden liegenden Mutlu nachgetreten. Nach Rücksprache mit Assistent Axel Dimpker zeigte Geweke dem Gästespieler die Rote Karte. „Es war ein klares Nachtreten“, betonte Mutlu.

Atlas bleibt in diesem Jahr im Stadion in Punktspielen weiter ungeschlagen und ist seit fünf Partien unbesiegt. Um diese Serien zu verlängern, betrieb das Team viel Aufwand. Der SVA, dem zuweilen die ordnende Hand fehlte, musste ohne Lars Scholz, der beim 2:0 in Heeslingen verletzt ausschied, und Mannschaftskapitän Stefan Bruns, der sich beim Training am Freitagabend am Sprunggelenk verletzt hatte, auskommen. Für ihn rückte Mark Spohler in die Anfangself.

Gegen den „unangenehmen Gegner“ (Mutlu) vergab Marco Prießner nach Vorarbeit von Kevin Radke die erste Chance (8.). Vier Minuten später meisterte SVA-Keeper Florian Urbainski im letzten Moment einen Freistoß von Aaron Goldmann. In der 22. Minute sorgte Sandro Heskamp, der ein glänzendes Zuspiel von Routinier Emil Jula verwertete, für das 0:1.

TuS-Coach: Atlas war gut vorbereitet

Die dezimierten Bersenbrücker vergaben eine weitere Gelegenheit, als Goldmann mit einem Freistoß an Urbainski scheiterte (50.). Der SVA gab den Ton an und kam in den letzten 20 Minuten auch zu zwingenden Chancen. In der 76. Minute verfehlte Patrick Degen das Ziel. Atlas-Cheftrainer Jürgen Hahn verstärkte weiterhin das Angriffsspiel und wechselte in der 77. Minute mit Simon Matta – nach Musa Karli und Oliver Rauh – eine weitere Offensivkraft ein. Eine Minute später lag der Ausgleich in der Luft, doch Christoph Bollmann lenkte einen Schuss von Dennis Janßen mit glänzender Parade zur Ecke. In der vierten Minute der Nachspielzeit landete ein gefährlicher Freistoß von Karli bei Entelmann, der traf und großen Jubel auslöste.

„Wir wussten, wie die Delmenhorster spielen. Sie wollen stören und suchen den Körperkontakt. Sie waren gut vorbereitet“, sagte TuS-Coach Farhat Dahech. Die Unterzahl habe für sein Team keine Rolle gespielt. Es habe viele Emotionen gegeben und seine Mannschaft habe zwei Punkte verloren. Dahechs Kollege Hahn lobte die „tolle Mentalität“. Der Atlas-Trainer: „Wir hatten auch vor dem Ausgleich gute Chancen und das 1:1 ist mehr als gerecht. Durch die Rote Karte waren wir in der zweiten Halbzeit im Vorteil.“