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Fußball-Oberliga SV Atlas fiebert Spiel gegen Lupo Martini Wolfsburg entgegen

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 14.10.2017, 10:08 Uhr

Attraktives Heimspiel für den SV Atas: In der Fußball-Oberliga treffen die Delmenhorster mit Lupo Martini Wolfsburg auf einen Gegner, der in der vergangenen Saison noch Regionalliga gespielt, sich vor kurzem aber von Ex-Profi Detlev Dammeier als Trainer getrennt hat. Das macht die Spielvorbereitung für Trainer Jürgen Hahn etwas komplizierter.

Fußball-Trainer vor allem im Leistungsbereich sind für gewöhnlich nie uneingeschränkt zufrieden mit dem Auftreten ihrer Mannschaft. Selbst bei klaren Siegen sehen die Coaches noch ein Haar in der Suppe. Jürgen Hahn stellt da natürlich keine Ausnahme dar. „Es gibt immer etwas, das man verbessern kann“, sagt der Trainer des Fußball-Oberligisten SV Atlas Delmenhorst und schmunzelt. Erst Recht nach Spielen, die nicht gewonnen wurden. Nach dem 1:1 in der vergangenen Woche beim MTV Gifhorn hielt der SVA-Trainer das Unentschieden in seiner Nachbetrachtung so fest: „Einstellung, Einsatz und Moral der Mannschaft waren top. Fußballerisch gibt es aber durchaus etwas zu verbessern – auch, wenn wir personell natürlich geschwächt waren.“ Was Hahn meint: Das Gegentor „war kollektiv schlecht verteidigt“. Und: „Bei unseren Chancen müssen wir einfach eiskalt sein.“

Hahn weiß aber auch, dass sich seine Mannschaft unter seiner Regie in den vergangenen nun schon viereinhalb Jahren „immer Schritt für Schritt“ verbessert hat – und fiebert auch deshalb dem Heimspiel am Sonntag (16.15 Uhr) gegen Absteiger Lupo Martini Wolfsburg entgegen: „Lupo Martini hat vergangene Saison noch Regionalliga gespielt, wir in der Landesliga. Jetzt treffen wir aufeinander. Das ist doch ein höchst interessanter Vergleich“, sagt Hahn und auf viele Zuschauer am vermutlich sonnigen Sonntagnachmittag.

Unteres Tabellendrittel statt Aufstiegsrennen für Lupo Martini

Lupo Martini galt vor der Saison von vielen Experten als einer der Titelfavoriten, hatte sich mit dem neu verpflichteten Ex-Bundesligaspieler Detlev Dammeier als Trainer den direkten Wiederaufstieg auf die Fahne geschrieben und wurde auch von der dk-Sportredaktion als Meister getippt. Allerdings kam Unione Sportiva Italiana Lupo-Martini e. V. – so der offizielle Name des von italienischen und bei VW beschäftigten Gastarbeitern gegründeten Vereins – nur ganz schlecht aus den Startlöchern und ist nur Zwölfter.

In den ersten acht Partien gab es nur zwei Heimsiege, weshalb vor zwei Wochen Dammeier und die Italiener ihre Zusammenarbeit offiziell „einvernehmlich“ beendeten. Beim 2:0 vergangene Woche gegen das überlegene Arminia Hannover deuteten die Wolfsburger unter Interimstrainer Giampiero Buonocore dann aber ihre Stärken an. „Einer ist für den Anderen gelaufen, hat für den anderen gekämpft, sich den A... aufgerissen. Das war Leidenschaft pur!“, erklärte Kapitän Jan Ademeit gegenüber der Aller-Zeitung den Erfolg gegen Arminia.

Spielt Lupo Martini wieder mit dem alten System?

„Lupo Martini ist ganz schlecht einzuschätzen“, sagt Atlas-Trainer Hahn. „Sie haben Qualität im Kader, konnten diese aber vor allem auswärts irgendwie noch nicht abrufen. Vielleicht hat der Trainerwechsel jetzt irgendeinen Knoten gelöst“, rätselt Hahn, sagt aber auch: „Trainerwechsel haben auch nicht immer einen Effekt.“ Auf jeden Fall ist die Spielvorbereitung für Hahn und dessen Co-Trainer Marco Büsing wegen des Trainerwechsels zumindest etwas komplizierter geworden.

Unter Dammeier spielten die Wolfsburger in der Abwehr mal mit Dreierkette, mal mit Viererkette. Unter Buonocore kehrten die Italiener dann aber wieder zu ihrem gewohnten 4-2-3-1-System aus Regionalliga-Zeiten zurück. Hahn betont aber auch lächelnd: „Wir werden unseren Spielern schon Anweisungen mit auf den Weg geben können.“

Wohl keine personellen Änderungen in der Defensive

Personell gibt es bei den Blau-Gelben eine leichte Entwarnung: Kevin Radke ist nach seiner Gelb-Rot-Sperre wieder im Kader und ein Kandidat für die Startelf. Angeschlagen sind Marco Prießner und Sebastian Kmiec. Lars Scholz ist wieder ins Training eingestiegen, „ein Einsatz kommt aber noch zu früh“ (Hahn). Letztmals gesperrt ist Patrick Degen, Dennis Janssen muss noch zwei Spiele aussetzen.

Ob Radke wieder beginnt, hängt auch damit zusammen, ob Tuma Mutlu hinten rechts verteidigt oder im zentralen Mittelfeld agiert. Im Defensivverbund gibt es laut Hahn wenig Anlass, etwas zu ändern. Kapitän Stefan Bruns habe in Gifhorn als abkippender Sechser „überragend“ (Hahn) gespielt, auch die Innenverteidiger Marlo Siech und Mark Spohler erledigten ihre Aufgaben zuletzt zuverlässig und unaufgeregt. Mit Hanno Hartmann habe sich im Training aber eine „echte Alternative“ aufgedrängt, freut sich Hahn.

Entelmann bleibt Elfmeterschütze

Für die Bekleidung der Offensivposition wollte sich Hahn noch nicht in die Karten schauen lassen. Nur so viel: „Es ist alles möglich.“ Simon Matta und Thade Hein, die gegen Gifhorn begannen, hätten einen laut Hahn „guten Eindruck“ hinterlassen, der eingewechselte Oliver Rauh habe „ganz stark“ gespielt. Auch Angreifer Steven Müller-Rautenberg drängte sich im Training auf, freut sich Hahn.

Bleibt nur noch eine Frage: Wer schießt nach dem Fehlschuss von Dominik Entelmann den möglichen nächsten Elfmeter für Atlas? „Domo!“, antwortet Hahn knapp und klar. Nachfrage? Nicht nötig.