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Fußball-Oberliga SV Atlas muss gegen MTV Gifhorn improvisieren

Von Klaus Erdmann | 07.10.2017, 11:58 Uhr

Wiedersehen mit einem gebürtigen Delmenhorster: Fußball-Oberligist SV Atlas tritt am Sonntag (15 Uhr) beim von Uwe Erkenbrecher trainierten MTV Gifhorn an.

Besondere Umstände erfordern besondere Maßnahmen. So verhält es sich auch beim SV Atlas Delmenhorst, Achter der Fußball-Oberliga, der sich mit großen Personalproblemen konfrontiert sieht. Er gastiert Sonntag, 15 Uhr, im Sportpark Flutmulde beim MTV Gifhorn. Die Begegnung wird mit großer Wahrscheinlichkeit durchgeführt, hieß es am Freitagabend aus Gifhorn angesichts der möglichen schwierigen Platzverhältnisse nach dem Sturmtief Xavier. Am Samstag teilte der SV Atlas nach einer Platzbegehung in Gifhorn mit: „Das Spiel findet statt.“

„Wir müssen improvisieren“, betont SVA-Trainer Jürgen Hahn. Ausfälle von Spielern, die verletzt oder gesperrt sind, zwingen ihn dazu. So fehlen mit Dennis Janssen, Patrick Degen (jeweils Rote Karte) und Kevin Radke (Gelb-Rot) drei gesperrte Aktive. Sebastian Kmiec, der vor einer Woche beim 1:2 gegen den VfL Oldenburg zunächst zum 1:0 traf und anschließend mit einem Muskelfaserriss ausschied (Hahn: „Er war dran an der Startelf“), und Lars Scholz (Zerrung) stehen ebenfalls nicht zur Verfügung. In der Rubrik „Langzeitverletzte“ finden sich die Namen Thore Sikken und Dennis Metzing (jeweils Kreuzbandriss).

Patrick Klenke und Daniel von Seggern helfen aus

Hahn: „Stefan Bruns, Marco Prießner, Dominik Entelmann und Simon Matta sind angeschlagen. Sie müssen sich durchbeißen.“ Mit Daniel von Seggern und Patrick Klenke beruft der Coach zwei Spieler aus der Zweiten in das Aufgebot. Das Spiel des Kreisligisten gegen den TSV Ganderkesee fällt aus.

Gifhorn, betont Hahn, sei ein unberechenbarer Gegner, der gute und schwächere Spiele abgeliefert habe. Der MTV startete mit zwei Siegen und zwei Unentschieden in die Saison. In den letzten vier Spielen gab es lediglich einen Dreier. Mit Timo Hallmann verfügt der Hausherr über einen Angreifer, der fünf der elf Saisontore erzielte. Am Mittwoch traten die Gifhorner, Nummer zehn der Oberliga, gegen Eintracht Braunschweig an. Der Elfte der 2. Bundesliga behauptete sich mit 7:1 (1:0). MTV-Trainer Uwe Erkenbrecher („Ein Bonusspiel“) setzte in dieser Partie, die lediglich 350 Zuschauer anlockte, gleich 22 Akteure ein. Abdelhakim Jedli traf zum zwischenzeitlichen 1:4.

Uwe Erkenbrecher lobt seinen Ex-Verein

Apropos Erkenbrecher: Der gebürtige Delmenhorster, der bei seinem Verein auch als Sportlicher Leiter des Leistungsbereichs fungiert, nahm Atlas in der Partie gegen VfL Oldenburg unter die Lupe. „Delmenhorst ist kampfstark und spielt Männerfußball“, sagt er. Die Begegnung am Sonntag sei „offen“. Man müsse in jedem Spiel versuchen, Höchstleistungen zu bringen. Mit 21,5 Jahren sei seine Mannschaft wohl die jüngste der Oberliga. „Wir haben den optimalen Rhythmus noch nicht gefunden und müssen uns noch stabilisieren“, erklärt Erkenbrecher, der Gifhorn 2015/16 von der Landes- in die fünfthöchste deutsche Liga geführt und mit seiner Elf in der letzten Saison den siebten Platz belegt hat. Der MTV sei nur eine „kleine Hausnummer“, aber: „Wir sind zufrieden.“ In Delmenhorst, so Erkenbrecher, der 1979/80 das Atlas-Trikot trug, herrsche große Fußball-Begeisterung. „Wenn sie bei Atlas weiter gut planen, haben sie gute Perspektiven“, fügt der 62-Jährige hinzu.

Dessen Kollege Hahn („Mit einem vollen Kader wäre es gegen den VfL Oldenburg anders gelaufen“) sagt, dass sich aufgrund der fehlenden Spieler eine Chance für „die Jungs aus der zweiten Reihe“ ergebe. „Jetzt“, sagt Jürgen Hahn mit Nachdruck, „ist der ganze Kader gefragt.“