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Fußball-Oberliga TuS Bersenbrück will Regionalliga-Lizenz beantragen

Von Daniel Bressler | 15.11.2018, 17:46 Uhr

Fußball-Oberligist TuS Bersenbrück will in dieser Saison einen Antrag für die Regionalliga-Lizenz einreichen – im Gegensatz zum Vorjahr. Das erklärte Bernard Schmidt, Fußball-Obmann und Teammanager des aktuellen Tabellendritten.

„Eines ist sicher: Wir wollen kein Harakiri und kein finanzielles Risiko eingehen. Mit den Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, wollen wir es aber versuchen“, so Schmidt. Im Vergleich zur Vorsaison habe sich die Lage verbessert: „Der sportliche Erfolg hilft natürlich bei der Akquise von Sponsoren“, weiß der Obmann, der sich zum Thema Finanzen ansonsten aber bedeckt hält.

Ein Mindestbudget für die höhere Spielklasse sei indes weder vom Norddeutschen Fußball-Verband vorgegeben noch intern angepeilt. „Wir würden in der Regionalliga finanziell sicher mit ganz unten stehen. Da gibt es ganz andere Kaliber.“ Das Budget des VfL Oldenburg schätzt Schmidt auf 200000 Euro. Den Reserveteams des Hamburger SV oder von Werder Bremen dürften eine Million Euro zur Verfügung stehen.

Oberligist braucht Flutlicht und Gästeblock

Im vergangenen Frühjahr stellte der TuS trotz sportlich aussichtsreicher Lage keinen Regionalliga-Antrag. Es folgte ein Leistungseinbruch der Elf, die von zehn verbliebenen Begegnungen nur zwei gewann. Als Gründe für den Verzicht nannte man zu große finanzielle und infrastrukturelle Hürden. „Das kann man der Mannschaft aber nicht zweimal hintereinander erzählen“, weiß Schmidt.

Maßnahmen wie der Bau einer Flutlichtanlage oder eines eingezäunten Gästebereiches dürften nun erforderlich sein. Die Gespräche mit dem NFV und der Stadt Bersenbrück als Eigentümer des Platzes laufen bereits. Am 17. Dezember empfängt Schmidt einen Sicherheitsbeauftragten des Niedersächsischen Fußball-Verbands zur Besichtigung des Hasestadions. „Um das Flutlicht und den abgetrennten Gästebereich dürften wir nicht herumkommen. Alles Weitere wird man nach dem Treffen sehen. Bis Weihnachten wissen wir konkret, was gemacht werden muss“, erklärt Schmidt. Erfahrung mit höherem Zuschauerinteresse plus Fantrennung habe man in den Oberliga-Partien gegen Atlas Delmenhorst bereits sammeln können. „Das hat gut funktioniert. So viel fehlt also nicht“, glaubt Schmidt.

Spelle-Venhaus als warnendes Beispiel

Nach dem Durchmarsch von der Bezirks- in die Oberliga zwischen 2015 und 2017 wäre der im März 2019 zu stellende Regionalliga-Antrag der nächsten Schritt der jüngeren TuS-Geschichte – sollte das Thema auch sportlich relevant bleiben. Wobei der Aufstieg ein weiterer großer Sprung ist: Mit dem VfL Oldenburg und Lupo Martini Wolfsburg sind die beiden niedersächsischen Aufsteiger des Sommers 2018 derzeit Letzter und Vorletzter. Dass es mit einem erneuten Verzicht auf die Lizenz aber auch in die andere Richtung gehen kann, zeigt das Beispiel SC Spelle-Venhaus: Die Emsländer hatten im Frühjahr als Tabellenführer auch auf die Regionalliga-Lizenz verzichtet. Am Ende der Saison verließen mehrere Leistungsträger den Verein – nun befreit er sich gerade mühsam aus dem Oberliga-Tabellenkeller.