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Fußball-Oberliga Urbainski hält SV Atlas das 0:0 gegen Uphusen fest

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 28.10.2017, 20:47 Uhr

In der Nachspielzeit gab es Riesenmöglichkeiten auf beiden Seiten, doch am Ende mussten sich beide Mannschaften mit einem Punkt zufrieden geben: In der Fußball-Oberliga hat sich der SV Atlas Delmenhorst vom TB Uphusen am Samstagnachmittag mit einem 0:0 getrennt.

Als Schiedsrichter Jens Kampling am Samstagabend um kurz vor 18 Uhr in die hereinbrechende Dunkelheit von Düsternort das Nachbarduell in der Fußball-Oberliga zwischen dem SV Atlas Delmenhorst und dem TB Uphusen mit dem Schlusspfiff beendet hatte, schlenderten die Trainer Jürgen Hahn und Fabrizio Muzzicato auf den Platz. Sie diskutierten und verarbeiteten mit ihren Spielern die gerade abgepfiffene Nullnummer, sie scherzten und haderten. Schnell wurde klar: Sowohl Atlas-Trainer Hahn als auch Uphusens Coach Muzzicato waren nicht richtig glücklich, aber auch nicht total unzufrieden mit dem Ergebnis.

Jürgen Hahn sprach dann aber in seiner Analyse direkt das aus, was wohl nicht nur allen Beteiligten, sondern auch vielen der 850 Zuschauern durch den Kopf gegangen sein mag: „Es ist kaum zu glauben, dass das Spiel 0:0 ausgeht“, schüttelte der SVA-Coach den Kopf – und hatte damit völlig recht.

Denn das Duell der nur 29 Kilometer voneinander entfernten Vereine war alles andere als ein fußballerischer Leckerbissen, es gab in der zähen Begegnung immer Phasen mit viel Leerlauf. Doch die Chancen waren besonders in der zweiten Halbzeit und dort vor allem in der Nachspielzeit teilweise hochkarätig.

Atlas-Trainer Hahn fand, dass seine Elf insgesamt „einen Tick besser“ war, weil sie die Anfangsphase der zweiten Halbzeit dominiert habe. „Da müssen wir ein Tor machen.“ Er räumte aber auch ein: „Uphusen hat das gut gemacht, gut gearbeitet und ist hier nicht wie ein Tabellenletzter aufgetreten.“ Und angesichts der Uphuser Gelegenheiten in der Schlussphase, die SVA-Schlussmann Florian Urbainski teilweise überragend parierte, stellte Hahn auch korrekterweise fest: „Am Ende hält uns dann auch Benno das 0:0 fest. Deshalb können wir mit dem Punkt auch mal zufrieden sein. Wir haben jetzt 17 Punkte. Das ist in Ordnung.“ Es war übrigens das zweite Spiel in dieser Saison, in dem Atlas kein Gegentor bekam.

Ähnlich wie bei Hahn fiel auch das Fazit von TBU-Trainer Muzzicato gemischt aus. „Wir hatten viele gute Aktionen vor dem Tor und ein Chancenübergewicht. In der ersten Halbzeit habe ich uns im Plus gesehen. Die ersten 15 Minuten nach der Pause waren wir nicht richtig da. Später haben wir dann wieder Hundertprozentige vergeben, wo wir das Tor machen müssen“, bilanzierte Muzzicato. Mit der spielerischen Leistung seiner Mannschaft sei er „sehr zufrieden“, sagte der TBU-Trainer. „Es bringt aber nichts, wenn wir immer nur Unentschieden spielen“, haderte Muzzicato dann doch etwas mit dem dritten Remis in Folge.

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In der ersten Halbzeit hatten die Gäste mehr Tempo und Zielstrebigkeit in ihren Aktikonen. Mit den Uphuser Offensivkräften hatte die blau-gelbe Defensive über die gesamte Spielzeit ihre Schwierigkeiten. Bei Möglichkeiten für Efkan Erdogan (8./27), Yannis Becker (31.) und Vafing Jabateh (33., Abseitstor) hätte das 1:0 für Uphusen fallen können, zudem erstickte der sehr aufmerksame Florian Urbainski im Tor einige gefährliche lange Bälle schon im Ansatz. „Wir haben das Spiel besser verlagert“, fand Fabrizio Muzzicato. „Aber im letzten Drittel waren wir zu unpräzise.

Und Atlas? Hatte durch Musa Karli (1.), Kevin Radke (14.) und Dominik Entelmann (26.) zwar drei ordentliche Chancen. Doch ansonsten blieb im Spiel der Gastgeber vieles Stückwerk. Hahn beklagte „fehlende Konzentration und Konsequenz“ und monierte: „Wir waren vom Kopf her nicht wach.“ Muzzicato fand: „Wir haben die langen Bälle von Atlas sehr gut verteidigt.“ Trotz der Möglichkeiten auf beiden Seiten war die erste Halbzeit teilweise ziemlich zäh und von Fehlern geprägt.

In Durchgang zwei nahm die Partie zunächst richtig Fahrt auf. In der Pause hatte Hahn reagiert. Der SVA-Coach wechselte für Kevin Radke Offensivmann Lars Scholz ein, der das Spiel der Blau-Gelben dank seiner Schnelligkeit gleich belebte – und an allen gefährlichen Aktionen nach der Pause beteiligt war. Erst bediente er per Flanke Patrick Degen, der an Uphusens Keeper Jannik Wetzel scheiterte (48.). Später dann lief der Rechtsfuß völlig frei auf das TBU-Tor zu und schoss links am Kasten vorbei (63.). „Wir haben nach der Pause in der Defensive zu fehlerhaft agiert“, klagte Muzzicato.

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Aber: Vor Scholz’ Megachance hatten die Gäste ebenfalls Gelegenheiten vergaben, die Urbainski jeweils stark parierte. Jabaeth hätte das 1:0 machen können (59.), Ali Achour sogar machen müssen (63.). Auffällig war, dass sich die Gäste immer wieder gefällig durch das Zentrum vor das SVA-Tor kombinieren konnten und die Atlas-Abwehr bei Pässen durch die Schnittstellen der Viererkette anfällig war.

Der Angriffsschwung auf beiden Seiten nahm dann gegen Ende der Partie jedoch wieder ab. Beide Mannschaften schienen sich mit der Nullnummer zu arrangieren. Als in der Nachspielzeit schon hunderte Fans das Stadion verlassen hatten, setzte sich Oliver Rauh auf rechts stark durch und bediente im Strafraum Scholz, der den Ball aus sechs Metern an die Latte hämmerte (90.+2).

Auf der Gegenseite verhinderte Atlas-Torwart Urbainski direkt danach mit einer überragenden Parade gegen den frei vor ihm auftauchenden Achour das eigentlich sichere 0:1 (90.+3). Einen Vorwurf wollte Fabrizio Muzzicato seinem Spieler bei dieser Szene nicht machen. „Wenn Urbainski so einen Ball hält, dann hat er in dieser Szene einfach mal alles richtig gemacht.“