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Fußball-Oberliga Wie der Profifußball das Spiel des SV Atlas beeinflusst

Von Daniel Niebuhr | 19.10.2018, 21:54 Uhr

Der Oberliga-Auftritt des SV Atlas Delmenhorst bei Eintracht Braunschweig II steht am Samstag im Zeichen von André Schubert und der Länderspiele.

Es war bekanntlich Länderspielzeit in dieser Woche, was den SV Atlas Delmenhorst erst einmal nur am Rande betrifft. Der Fußball-Oberligist hat zwar ein gutes erstes Saisondrittel gespielt, aber dann doch nicht so gut, dass sich jemand noch eine Überraschungsnominierung für sein Land verdient hätte. Und doch ist der Welt-Fußball Thema für Atlas, denn am Samstag steht ab 14 Uhr das Spiel bei Eintracht Braunschweig II an. Der Club stellte fünf Nationalspieler für die Länderspiele ab, vier davon stehen regelmäßig im Kader der Reserve: Besfort Kolgeci, Lirim Mema und Arbnor Muja reisten mit der U21 des Kosovo nach Israel, Ahmet Canbaz gewann mit der türkischen U21 in der EM-Qualifikation mit 2:1 in Ungarn.

Dass sich die Delmenhorster auf das Gastspiel in der Löwenstadt freuen, darf man also annehmen. „Ich bin schon heiß drauf“, sagt Trainer Jürgen Hahn. „Es mag nur die U23 sein, aber dass Atlas gegen Eintracht Braunschweig spielt, ist was Schönes, was wir uns erarbeitet haben.“

Verlegung aus Sicherheitsgründen

Dabei hat der große Fußball für seinen Verein selten so eine wichtige Rolle gespielt wie an diesem Samstag. Schon der Termin wurde quasi von den Anstoßzeiten in der 3. Liga diktiert. Ursprünglich war das Atlas-Gastspiel für Sonntag angesetzt, aus Sicherheitsgründen wurde es auf Samstag vorverlegt, weil an diesem Tag die Braunschweiger Profis in der 3. Liga bei 1860 München auflaufen. Man wollte lieber beide Spiele am gleichen Tag stattfinden lassen, um auf dem Nebenplatz des Stadions an der Hamburger Straße kein Risiko einzugehen. Knapp 1200 Eintracht-Anhänger reisen mit nach München, in Braunschweig wird nicht nur deshalb vermutlich Atlas die Fan-Oberhand haben, wie auch U23-Trainer Deniz Dogan fürchtet: „Wir müssen uns darauf einstellen, eine motivierte Mannschaft zu empfangen, die auch eine gute Fan-Base mitbringt.“

Wen schickt Schubert zur U23?

Auch sportlich steht das Spiel im Zeichen der Eintracht-Profis. Bei denen sitzt am Samstag erstmals der ehemalige Mönchengladbacher André Schubert auf der Bank, der in der Woche schon andeutete, dass unter ihm einige Dinge anders laufen sollen. „Wir haben sehr viele Gespräche geführt“, sagt der Coach. Von den Ergebnissen wird auch abhängen, wer am Samstag nicht mit nach München reisen darf, sondern in Braunschweig gegen Atlas spielt. „Wir wissen nicht, was uns genau erwartet“, sagt Atlas-Coach Hahn. „Mit Andre Schubert ist ein neuer Mann verantwortlich. Wir können uns nur überraschen lassen.“ Einen kleinen Hinweis gab Schubert selbst, der meinte: „Es ist wichtig, dass wir nicht zu viel verändern. Wir wollen uns auf das Wesentliche konzentrieren.“

Atlas will Wiedergutmachung

Hahn erwartet in jedem Fall „motivierte Braunschweiger Jungs, die sich für das Profiteam empfehlen wollen“. Und nicht nur bei den aktuellen Nationalspielern über Erfahrung verfügen. Mittelfeldmann Eric Veiga spielte zweimal für Luxemburgs A-Auswahl in der Qualifikation zur WM in Russland, Toptalent Nick Otto dreimal für die deutsche U18. Mit dem Ex- Erstligaspieler Marc Pfitzner fehlt aber der Schlüsselspieler rotgesperrt.

Bei solchen Namen ist es für Atlas nicht leicht, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Nach einem Punkt aus den vergangenen drei Ligaspielen und dem schlechten Auftritt beim 1:3 gegen den MTV Gifhorn ist Wiedergutmachung die Überschrift für Samstag – auch wenn Atlas als Sechster einen Platz über Braunschweig steht. „Wir sind motiviert, es besser zu machen“, sagt Hahn, dem mit Leon Lingerski, Patrick Degen und Stefan Bruns wieder drei zentrale Puzzleteile wegfallen. Thade Hein ist ein Kandidat für die Startelf.