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Fußball-Oberliga Wie sich Geduld für den SV Atlas Delmenhorst auszahlte

Von Klaus Erdmann | 12.11.2018, 07:50 Uhr

Eine überzeugende Vorstellung des Fußball-Oberligisten SV Atlas Delmenhorst endete mit einem hochverdienten 2:0 gegen den 1. FC Wunstorf. Nach einer Phase des Abtastens erzielen Tom Schmidt und Leon Lingerski per Elfmeter die Treffer. Mannschaftsführer Nick Köster und Thomas Mutlu scheiden mit Verletzungen aus.

„We Will Rock You“. Queens unverwüstlicher Ohrwurm hat die Spieler der Fußball-Oberligisten SV Atlas und 1. FC Wunstorf am Samstagnachmittag auf den Rasen begleitet. „Es ist der Wunsch der Mannschaft, nach dieser Musik aufzulaufen“, erklärte Stadionsprecher Thomas Snopienski den rund 400 Zuschauern. Nun, während des folgenden Spiels rockten die Delmenhorster das Stadion nicht wirklich. Sie lieferten aber eine überzeugende Vorstellung ab, an deren Ende ein hochverdientes 2:0 (1:0) stand. Dabei war das Vertrauen in die eigene Stärke unübersehbar. Und: Der SVA bewies Geduld und drückte dem Treffen – nach einer Anlaufphase – seinen Stempel auf.

Lohn der Bemühungen war die vierte Partie ohne Niederlage in Serie; erzielt gegen einen ambitionierten Gast, der nach vier Zu-Null-Spielen zu den Teams der Stunde gehörte. Atlas-Cheftrainer Jürgen Hahn („Es ist ein verdienter Sieg“) sagte: „Wir wussten um die Qualität von Wunstorf. Es hat Qualität gegen Qualität gespielt und die Mentalität hat gewonnen.“ Mit Mannschaftsführer Nick Köster (Zerrung) und Thomas Mutlu (Verdacht auf Nasenbeinbruch) beklagte der Sieger zwei Verletzte. „Ich habe einen Schlag gespürt und wusste, was passiert ist“, sagte Mutlu.

Debatte um Elfmeter

Während der Anfangsphase ging es verhalten zur Sache. „Die Mannschaften haben sich zunächst abgetastet“, erklärte Sport-Vorstand Bastian Fuhrken. Auf echte Chancen warteten die Fußballfreunde vergebens. Um so überraschender fiel das 1:0 (34.). Eine gelungene Flanke von Jannik Vollmer fand in Marvin Osei einen Adressaten. Der legte den Ball ebenso gekonnt wie uneigennützig zu Tom Schmidt ab und dieser hatte keine Mühe, FCW-Torwart Tobias Schiller zu überwinden. Auf der anderen Seite verfehlte Tim Scheffler das Ziel (40.).

In der 50. Minute entschied Schiedsrichter Maurice Milczewski (Duderstadt) nach einem Foul von Ousmane Soumah an Leon Lingerski auf Elfmeter. Der Gefoulte verwandelte den Strafstoß zum 2:0. Das Spiel nahm nun Fahrt auf. In der 66. Minute forderte Wunstorf einen Strafstoß, doch Milczewski sprach den Gästen nach einem Vergehen von Stefan Bruns an Daniel Boateng nur einen Freistoß zu. In den letzten 20 Minuten war der SVA dem dritten Treffer näher als die Wunstorfer dem Anschlusstor. Schmidt, Musa Kasrli und Patrick Degen verpassten eine Resultatsverbesserung. Auf der Gegenseite meisterte der über weite Phasen unter mangelnder Beschäftigung leidende Florian Urbainski einen 16-Meter-Freistoß von Deniz Aycicek glänzend (88.).

Wunstorf sieht sich „unter Wert geschlagen“

Urbainski: „Man muss bis zur letzten Minute aufpassen. Der Gegner kann mit dem 2:0 gut leben.“ Wunstorfs Pressesprecher Andreas Schmitz sah das anders: „Wir sind unter Wert geschlagen worden. Der Elfmeter für Atlas war grenzwertig und wir hätten einen Elfmeter bekommen müssen.“ Jürgen Hahn: „Über die Elfmeter-Entscheidungen kann man diskutieren, aber Schieds- und Linienrichter haben den besseren Blickwinkel.“ Atlas sei griffig und in den Zweikämpfen bissiger gewesen. Fuhrken sagte auf die Frage, warum Atlas verdient gewonnen habe: „Wir haben unser Spiel aufgezogen, die Wunstorfer nicht ins Spiel kommen lassen und unsere Chancen genutzt.“

Der nächste Besuch des 1. FC Wunstorf im Stadion findet erst am Ostermontag, 22. April, statt. Die Atlas-Fans diskutieren jedoch bereits darüber, denn es handelt sich um ein Halbfinalspiel des Niedersachsenpokals.