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Fußball-Regionalliga der Frauen Perfekter Tag für Jahn Delmenhorst gegen den FC St. Pauli

Von Daniel Niebuhr | 15.10.2018, 00:35 Uhr

Ein Geburtstags-Debüt und eine Tor-Premiere: Gegen den Kultclub FC St. Pauli blühen die Regionalliga-Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst richtig auf.

Man weiß nicht, ob die Krähe Schuld war, die an dem Müllsack herumgepickt hatte, oder einfach der Herbstwind; jedenfalls wehten am Sonntagnachmittag mehrere Dutzend Plastikbecher über die Laufbahn im Stadion an der Düsternortstraße. Es waren Überbleibsel vom Oberliga-Spiel des SV Atlas tags zuvor, sie störten eigentlich niemanden groß, waren aber doch irgendwie unpassend an diesem Tag, an dem so hoher Besuch nach Delmenhorst gekommen war. Die Regionalliga-Fußballerinnen des TV Jahn empfingen immerhin den FC St. Pauli, der drei Handvoll stimmgewaltiger Fans im Schlepptau hatte.

Das Stadion präsentierte sich dabei, wie erwähnt, nicht ausschließlich von seiner Schokoladenseite, Jahn allerdings sehr wohl. Nach der besten Saisonleistung gewannen die Delmenhorsterinnen verdientermaßen mit 3:0 (1:0) und beförderten den Hamburger Kultclub ans Tabellenende – wo Jahn im Falle einer Niederlage selbst gelandet wäre.

Jahn-Trainer Claus-Dieter Meier, bekennender Genießer von Duellen mit großen Namen, hatte einen entsprechend angenehmen Nachmittag, er lächelte ein in dieser Saison seltenes Siegerlächeln; schließlich war es erst der zweite Erfolg am sechsten Spieltag für den Zweitliga-Absteiger. „Solche Spiele sind natürlich Highlights. Wenn wir in der Tabelle nach oben krabbeln wollen, muss auch mal alles passen.“

Geburtstagsgeschenk für Fahlbusch

Und es passte zumindest fast alles gegen die Kiezkickerinnen. Beim Warmmachen hatte sich noch die wichtige Offensivkraft Nathalie Heeren an der Leiste verletzt, so schenkte Maier Aileen Fahlbusch zum Geburtstag ihr Startelf-Debüt. In der siebten Minute hätte die Mittelfeldspielerin nach einer Ecke sogar beinahe ihr erstes Tor erzielt, doch der Ball versprang ihr am zweiten Pfosten.

Es war eine der wenigen Tor-Annäherungen in der Anfangsphase, in der die tief stehenden Gastgeberinnen, womöglich etwas eingeschüchtert von den Schlachtrufen der St. Pauli-Fans, nervös auftraten. Nach 20 Minuten legte sich die Aufregung allmählich, und die Delmenhorster Konter wurden gefährlicher. Neele Detken, die beste Spielerin auf dem Platz, leitete praktisch alle Angriffe ein und schaffte Platz für die Nebenleute. So schoss Julia Hechtenberg in der 32. Minute die Führung per Volleyschuss nach einem langen Ball von Stefanie Herzberg. Beide waren, erneut bedient von Detken, in der 56. Minute auch an der kuriosesten Szene des Spiels beteiligt. Herzberg schoss freistehend St. Paulis Torhüterin Tara Zimmermann an, der Ball sprang zu Hechtenberg, die ihn aus fünf Metern an die Schulter der auf der Linie stehenden Verteidigerin Francis Wernecke schlenzte.

Mattas Doppelpack

Nach 56 Minuten musste Geburtstagskind Fahlbusch ausgewechselt werden, weil sie sich übernommen hatte – der Kreislauf machte nicht mehr mit. „Sie hat sich vielleicht sogar zu sehr reingehauen“, sagte Maier. Weil es aber einer dieser perfekten Tage war, brachte er dafür Maryam Matta, die mit ihren ersten beiden Regionalliga-Toren das Spiel entschied – erst auf Zuspiel von Detken (65.), dann nach Ballgewinn und Pass von Hechtenberg (79.). „Maryam hat ihren eigenen Stil. Sie kann uns sehr weiterhelfen“, sagte Maier. Vorerst halfen ihre Tore schon einmal, die Abstiegsplätze zu verlassen. Am kommenden Sonntag geht es nun zu Werder Bremen II – ihre Promi-Gegner-Form sollten die Jahnerinnen also möglichst über die Woche retten.