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Fußball-Regionalliga TV Jahn verliert das Gipfeltreffen gegen Werder II

Von Klaus Erdmann | 30.10.2016, 18:58 Uhr

Die Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst haben das Regionalliga-Spitzenspiel gegen Werder Bremen II mit 0:1 (0:0) verloren. Dabei verschießt TVJ-Spielerin Nahrin Uyar einen Foulelfmeter.

Wenige Augenblicke nach dem 0:1 (0:0) der Fußballerinnen des TV Jahn gegen den SV Werder Bremen II hat sich Claus-Dieter Meier im Laufschritt in Richtung eine der Eckfahnen begeben. Der Trainer des Gastgebers tröstete dort seine Spielerin Nahrin Uyar, die mutterseelenallein und einem Häufchen Elend gleich am Boden saß. Uyar hatte in der 39. Minute einen von Leonie Meyer an Nathalie Heeren verursachten Elfmeter knapp neben das Tor gesetzt. Somit blieb es beim 0:0, das Werders Zweite in der 52. Minute durch Verena Volkmer in einen Sieg verwandelte.

Es war der achte Dreier im achten Spiel für die jungen Bremerinnen, die in der dritthöchsten Liga weiterhin für Aufsehen sorgen. Der Tabellenzweite Jahn bot dem Spitzenreiter ein Spiel auf Augenhöhe. So sah es auch Coach Meier. „Werder war nicht besser“, betonte er.

170 Zuschauer beim Spitzenspiel

Die erste Chance in einem interessanten und gutklassigen Treffen, das mit 170 außergewöhnlich viele Zuschauer anlockte, bot sich dem SVW II in der 3. Minute. Nicole Letford verpasste eine Hereingabe nur knapp. In der 34. Minute schoss Mareike Kregel über das Tor. Fünf Minuten später vergab Uyar besagten Strafstoß. „Anna Mirbach wollte nicht schießen. Nathalie Heeren schießt eigentlich auch Elfmeter, ist aber gefoult worden“, berichtete Meier. Also übernahm Uyar Verantwortung. Meier: „Danach war Nahrin mit ihren Gedanken nur noch bei dem verschossenen Elfmeter.“ Anschließend kam Delmenhorst aber zu weiteren Gelegenheiten. Heeren schoss neben das gegnerische Gehäuse (42.). Eine Minute später scheiterte Mirbach an Schlussfrau Janella Quesada-Rogowski, die vor acht Tagen ihren 17. Geburtstag gefeiert hat.

Die für den Frauenfußball stattliche Kulisse erlebte in Hälfte eins den erhofften offenen Schlagabtausch. Dabei zeigten die SVW-Aktiven, dass sie seit längerer Zeit zusammenspielen. Sie gefielen spielerisch und boten sehenswerte Kombinationen. Sie versuchten es jedoch zu oft mit Schüssen aus großer Distanz. Damit konnten sie Jahns sichere Torhüterin Magdalena Flug nicht wirklich beeindrucken.

Trainer Claus-Dieter Meier macht der Mannschaft „keinen Vorwurf“

Doch in der 52. Minute musste sich auch die Mannschaftsführerin geschlagen geben. Nach einer Ecke von Kregel sprang Volkmer am höchsten und erzielte per Kopf das Tor des Tages. In der 56. Minute hielt Flug einen Schuss von Olivia Kulla und fünf Minuten später zeigte sie gegen Letford eine Glanzparade.

Die größte Gelegenheit für das Jahn-Team bot sich in der 78. Minute der drei Minuten zuvor eingewechselten Simone Wimberg. Sie zielte nach hervorragender Vorarbeit von Mirbach aus kurzer Distanz auf das Tor der Werderanerinnen, doch im letzten Moment wurde der Schuss noch zur Ecke abgewehrt.

Die kampfstarken Delmenhorsterinnen, die nach sechs Siegen und zwei Unentschieden die erste Niederlage bezogen, enttäuschten nicht. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen“, sagte Meier. Die Defensive hätte die Offensivspielerinnen des Gegners gut im Griff gehabt. Man wolle nun aus den vier in diesem Jahr noch ausstehenden Spielen die optimale Ausbeute holen und hoffe auf einen Ausrutscher des SV Werder. Der SVW II weist ein Spiel Rückstand und vier Zähler Vorsprung gegenüber dem TV Jahn auf.