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Fußball-Regionalliga TV Jahn verschickt Zulassungspapiere für die 2. Bundesliga

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 09.03.2017, 23:52 Uhr

Die Regionalliga-Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst haben am Donnerstag ihre Zulassungsunterlagen für die 2. Bundesliga verschickt. Einen Papierberg von 84 Seiten mussten die Fußball-Abteilungsleiter des TVJ abarbeiten, um nachzuweisen, dass sie die Anforderungen des Deutschen Fußball-Bundes erfüllen. Dabei gab es drei grobe Kernbereiche zu beachten: finanziell, technisch und sportlich.

In den vergangenen Tagen und Wochen mussten Petra Zimolong und Bernd Hannemann eine Menge lesen. Genauer gesagt: satte 84 Seiten. Es war jedoch kein Buch, dass die beiden Leiter der Frauen-Fußballabteilung beim TV Jahn Delmenhorst genauer studierten, sondern Unterlagen vom Deutschen Fußball-Bund. Nach rund sechs Wochen intensivem Studium des Papierberges konnten Zimolong und Hannemann zusammen mit Abteilungsleiter Marco Castiglione am Donnerstagabend aber eine frohe Botschaft verkünden: Der Regionalligist hat die Zulassungspapiere für die 2. Bundesliga verschickt. Bis kommenden Mittwoch (15. März), 15.30 Uhr, müssen die Schriftstücke beim Deutschen Fußball-Bund in Frankfurt eingegangen sein. „Wir haben alles rechtzeitig in die Wege geleitet“, freute Bernd Hannemann.

Ob die Jahn-Frauen auch tatsächlich in der kommenden Spielzeit 2017/2018 in der zweithöchsten Spielklasse antreten werden, steht noch nicht fest. Doch die Chance ist so groß, wie sie vielleicht mittelfristig nicht mehr vorkommen wird. Denn die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Meier liegt als Tabellenzweiter bei einem Spiel Rückstand fünf Zähler hinter dem Ersten Werder Bremen II. Nur der Meister darf aufsteigen. Doch ob die Werder-Reserve tatsächlich eine Liga höher geht, hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen darf sie nur aufsteigen, wenn Werder I als aktueller Tabellenführer der zweiten Liga in die Bundesliga aufsteigt. Zum anderen ist fraglich, ob Werder II auch wirklich hochgehen möchte. In dieser Hinsicht halten sich die Grün-Weißen bedeckt.

Viele Personen helfen dem TV Jahn – auch der SV Atlas

Es ist also noch viel Theorie für Jahn im Spiel, doch in der Praxis haben sie ihre Aufgaben erfüllt, glaubt Castiglione. Hier sei dem TVJ durch die Hilfe von diversen Personen viel Arbeit abgenommen worden: Etwa vom Oberbürgermeister Axel Jahnz, dem Fachbereich Sport um Hero Mennebäck, dem Jahner Kassenwart Günter Manott oder Atlas-Vorstand Bastian Fuhrken, der mit dem SVA gerade ebenfalls Zulassungspapiere (für die Oberliga) abarbeitet. Bei den Unterlagen ging es im Groben um drei Säulen, in der Jahn seine Zweitliga-Tauglichkeit nachweisen musste. „Unglaublich komplex war das nicht“, fand Marco Castiglione. „Aber man musste viel beachten.“

 Baustein eins: die finanzielle und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Als Jahn im vergangenen Herbst erste leise Gedanken für Liga zwei hegte, musste Abteilungsleiter Castiglione erst einmal schlucken: Von einem 100000-Euro-Etat für Liga zwei sei die Rede gewesen. Doch nach hilfreichen Gesprächen mit anderen Zweitligisten wie Bramfeld, Cloppenburg und Meppen gab es Entwarnung. „Der Etat ist viel kleiner“, betont Castiglione. Wichtig sei es, dass der Gesamtverein auch bei einem Aufstieg keinen größeren Betrag als bisher leisten muss. Das sei gegeben. Denn die Sponsoren unterstützten den TV Jahn gut, betonte Hannemann. Unter der Federführung von Team-Manager Murat Kalmis sollen aber weitere Einnahmequellen erschlossen werden. Wichtig für Jahn: Der DFB unterstützt die Vereine bei entsprechenden Anträgen finanziell.

 Baustein zwei: die technische und organisatorische Seite. Das Stadion an der Düsternortstraße erfüllt die Anforderungen an Fassungsvermögen (2000 Zuschauer) und überdachten Tribünenplätzen (140) locker. Zu den logistischen Erfordernissen gehört aber auch etwa eine eigene Kabine für den Gäste-Trainer oder eine weitere für Einsatzkräfte. Da könnte es an einem vollen Fußballtag im Stadion etwas problematischer werden, doch die Jahner bauen auf kreative und flexible Lösungen.

 Baustein drei: die sportliche Seite. Der Aufstieg alleine berechtigt noch nicht direkt zur Spielberechtigung in Liga zwei. Denn jede Spielerin muss ihre sportliche Tauglichkeit in einem Test nachweisen. Eine laut Co-Trainer Hannemann „verantwortungsvolle Leistungsstandüberprüfung“ durch den DFB, die er „völlig okay“ findet.