Ein Angebot der NOZ

Fußball: Routinier in Bestform Kai Schmale führt VfL Wildeshausen an die Spitze

Von Klaus Erdmann | 17.04.2015, 09:30 Uhr

Der Landesliga-Aufstieg wäre für Kai Schmale, 32-jähriger Routinier des Fußball-Bezirksligisten VfL Wildeshausen, der krönende Abschluss. Trainer Marcel Bragula lobt ihn in den höchsten Tönen.

Er spielt für den Bezirksliga-Spitzenreiter VfL Wildeshausen und betrachtet die Tatsache, dass er während dieser Saison stets ein- oder ausgewechselt wurde, gelassen und realistisch. Gemeinsam mit Andreas Wollenweber und Sinar Karaca trainiert er die C-Junioren des Vereins. Er ist 32 Jahre alt und gehört dem Verein seit dem sechsten Lebensjahr an. Für Fußballer wie Kai Schmale wurde der Begriff „Identifikationsfigur“ erfunden. VfL-Cheftrainer Marcel Bragula benutzt diesen Begriff auch, wenn er zu Schmale befragt wird. Er lobt den Mann, den er seit 2004 kennt, in höchsten Tönen und sagt mit Nachdruck: „Kai ist VfLer durch und durch“.

Fünf Tore in vier Spielen

In den vergangenen Wochen sorgte der Routinier mit Tordrang wieder einmal für Aufsehen, denn in den letzten vier Spielen erzielte Schmale fünf der zwölf VfL-Treffer. So gelang ihm in der dritten Minute der Nachspielzeit das 2:1 beim SV Tur Abdin. „Das“, sagt der Torjäger, „war ein überragendes Highlight.“ Bragula bringt die hervorragende Trefferquote des Routiniers auf einen Nenner: „Ohne Kai wären wir nicht Tabellenführer.“ Der Übungsleiter betont, dass Schmale auch sechs Torvorlagen gegeben habe. Schmale sei ein klassischer Mittelstürmer, er habe aber auch spielerische Qualitäten und antizipiere gut.

Bragula („Kai ist ein feiner Kerl“) und Schmale haben früher einmal in einer Wittekind-Mannschaft gespielt. Man kennt sich gut, schätzt einander. Zu Saisonbeginn war es dem Trainer nicht verborgen geblieben, dass Kritiker nicht nachvollziehen konnten, dass Bragula weiter auf Schmale setzt. Der Coach: „Sie sagten, dass er ja fast zwei Jahre ausschließlich verletzt gewesen und bereits über 30 sei.“ Es freue ihn, dass der Spieler jetzt so erfolgreich ist. Schmale sagt, er habe die Kritiker gar nicht wahrgenommen.

In 18 von 24 Punktspielen eingesetzt

Wichtig sei vielmehr, dass er seine Leistung abrufe, wenn er gebracht werde. Ihm, der zur Zeit beschwerdefrei spielt, ist das hervorragend gelungen. Er hat in 18 von 24 Punktspielen mitgewirkt – ausschließlich als Ein- oder Auswechselspieler. Acht Treffer stehen zu Buche (und besagte sechs Assists).

Das Karriereende in Wildeshausens Erster naht. „Ich habe gesagt, dass ich aufhöre. Wenn ich an meine Knochen denke, ist es in Ordnung“, unterstreicht Schmale. „Wenn er aufhört, wäre das ein Verlust. Aber das ist der Gang der Dinge“, betont Bragula. Einen Satz später beweist er Kampfgeist: „Ich werde mit ihm noch ein Gespräch führen. Vielleicht kann ich ihn überzeugen und er spielt noch ein Jahr weiter.“

Pause geplant

Schmale lacht, als er davon erfährt. Er sagt, dass es, als er bei den Herren des VfL in der Kreisliga begonnen habe, sein Ziel gewesen sei, die Landesliga zu erreichen. Schmale: „Jetzt sind wir kurz davor. Der Aufstieg wäre ein krönender Abschluss.“ Er sagt auch, dass er eine einjährige Fußball-Pause einplane. Schließlich habe er eine Familie und einen Beruf. Einer wie er, der schon mal fünf Trainingseinheiten und zwei Spiele – als Aktiver und als Trainer – wöchentlich absolviert, wird jedoch nie so ganz vom Fußball lassen. Kai Schmale sagt: „Ich kann mir vorstellen, später als Jugendtrainer zu arbeiten und bei den Alten Herren zu spielen.“ Natürlich bei denen des VfL Wildeshausen.