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Fußball-Staffeln steht Kurioses aus den Kreisklassen

Von Daniel Niebuhr | 04.07.2017, 20:31 Uhr

Die Einteilung der Fußball-Staffeln im Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst ist nun endgültig – und jede hat ihre eigenen Geschichten: vom Aufstand der Reserven, der Rückkehr alter Bekannter und einem Derby-Wahnsinn ohne Ende.

Die Einteilung der Ligen ist für die Kreisklassen-Fußballer der erste spannende Moment – die Staffeln stehen nun endgültig fest. 71 Herren-Mannschaften gehen im Fußball-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst unterhalb der Kreisliga an den Start, fünf weniger als in der Vorsaison. „Die Zahl ist okay“, sagt Kreisvorsitzender Erich Meenken. „Immerhin haben wir noch fünf Kreisklassen.“ Und sie alle haben ihre eigenen Besonderheiten:

1. Kreisklasse

Die Trainer schwärmten in der abgelaufenen Saison vom gestiegenen Niveau in der 1. Kreisklasse, allerdings spielen in der zweihöchsten Liga des Kreises 2017/18 nur noch acht erste Mannschaften, das gab es zuletzt vor zehn Jahren. Eine davon ist Absteiger KSV Hicretspor, der sogar seit 16 Jahren nicht mehr unterhalb der Kreisliga anzutreffen war. Die zweiten Mannschaften bringen allerdings Farbe ins Spiel. Die Aufsteiger TSV Großenkneten II und TV Munderloh II sind zum ersten Mal überhaupt in der 1. Kreisklasse dabei. Der TSV Ganderkesee II geht als Vizemeister an den Start, Trainer Andreas Dietrich sagte jüngst: „Die Liga gibt jungen Mannschaften und Spielern eine gute Chance zur Bewährung.“

2. Kreisklasse

In einer Statistik lag diese Liga unfreiwillig haushoch vorne: Sie war mit 58 Platzverweisen die unfairste der fünf Kreisklassen. In der kommenden Spielzeit könnte es wieder heiß werden, zum Beispiel in den zahlreichen Stadtderbys. Bei sechs Teams aus Delmenhorst gibt es sage und schreibe 30 davon – keine Liga hat mehr zu bieten. Besonders freut sich Aufsteiger Delmenhorster BV. „Wir wollen genau so erfolgreich weiter machen“, sagt Trainer Lorne Weisner. Neugierig darf man auf den TuS Döhlen sein, der nach neun Jahren wieder eigenständig aufläuft – und nicht als Spielgemeinschaft mit Großenkneten. Nach dem Rückzug des VfL Wildeshausen III startet die Liga nur noch mit 15 Mannschaften.

3. Kreisklasse

Sie sieht so unscheinbar aus – doch die 3. Kreisklasse hat das größte Kuriosum des Sommers zu bieten. Der SV Rethorn spielt erstmals seit 16 Jahren wieder so hoch, der Kultclub hat nach der Vizemeisterschaft in der 5. Kreisklasse die 4. Kreisklasse übersprungen und damit zwei Aufstiege auf einmal gefeiert. Der Bookholzberger TB zog sich aus der 1. in die 3. Kreisklasse zurück – und ist somit Doppel-Absteiger. Damit treffen die beiden Clubs, deren Plätze nur 500 Meter Luftlinie auseinander liegen, erstmals in ihrer Vereinsgeschichte aufeinander. Rethorns Vorsitzender Gerd Hillmann jubelt: „Wir sind ja aus der dritten Herren von Bookholzberg hervorgegangen. Da haben wir als Ableger einigen Boden gutgemacht.“

4. Kreisklasse

5,5 Treffer fielen in der letzten Saison pro Spiel – damit war sie die torreichste Liga im Fußball-Kreis. Nun kommt mit Aufsteiger SV Baris III auch noch die beste Offensive aller Kreisklassen-Teams dazu: 170 Tore schossen die Delmenhorster in 24 Spielen. Drei neue Mannschaften gibt es zu sehen: Die Nachbarn SF Littel, SV Achternmeer und der vor einem Jahr abgemeldete BSV Benthullen machen als Spielgemeinschaft gemeinsame Sache, außerdem schickt Hicretspor eine Dritte ins Rennen. Der Adelheider TV stellt mal wieder ein eigenes Team, das von Ulf Diekmann trainiert wird. Interessant wird außerdem wie sich der TuS Vielstedt II schlägt, die einzige Mannschaft, die als Vierter noch aufgestiegen ist.

5. Kreisklasse

Die unterste Liga ist mit zehn Teams auch die kleinste. In Ausnahmefällen dürfen die Mannschaften in dieser Saison auch zu neunt spielen. „Das finde ich sinnvoll, die Personallage ist bei den Hobby-Kickern ja oft schwankend“, sagt Meenken. Erstmals seit ihrer Einführung vor sechs Jahren muss die 5. Kreisklasse ohne erste Mannschaft auskommen, dafür ist mit dem VfL Stenum V das einzige verbliebene fünfte Team dort vertreten. Die Stenumer sind allerdings gleichzeitig Titelfavorit, als Dritter ist der VfL nämlich die bestplatzierte Mannschaft, die aus der Vorsaison verblieben ist. Konkurrenz aus oberen Ligen ist keine dazu gekommen, denn die 5. Kreisklasse musste keinen Absteiger aufnehmen.