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Fußball-Testspiel Atlas Delmenhorst trennt sich von Arminia Hannover 1:1

Von Frederik Böckmann | 25.07.2015, 00:42 Uhr

60 Minuten zeigt Fußball-Bezirksligist SV Atlas Delmenhorst gegen den Oberligisten Arminia Hannover eine überzeugende Leistung. Die Führung vor 280 Zuschauern erzielt Neuzugang Iman Bi-Ria mit einem herrlichen Treffer.

Als der Schlusspfiff im Duell der alten Rivalen gefallen war, lief Jürgen Hahn zufrieden über den Rasen und lächelte. Der Trainer des Fußball-Bezirksligisten SV Atlas Delmenhorst gratulierte seinen Spielern, holte sich Schulterklopfer vom Gegner ab und blickte dann ganz entspannt auf kurzweilige, knackige 90 Testspiel-Minuten beim 1:1 (1:0)-Unentschieden gegen den Oberligisten Armina Hannover zurück. „Das war eine ordentliche Leistung. Sehr konzentriert, sehr aufmerksam“, sagte Hahn.

Iman Bi-Ria trifft per Seitfallzieher

Vor 280 Zuschauern ging der SV Atlas durch Iman Bi-Ria nach 19 Minuten verdient mit 1:0 in Führung. Nach einer Ecke landete der Ball beim Neuzugang vom Bremer SV, der Stürmer schraubte sich in die Luft und traf mit einem herrlichen Seitfallzieher. Alleine dieser Treffer war für viele Zuschauer das Eintrittsgeld wert. In der Schlussphase der Partie, als Hannover mehr die Oberhand bekam, glichen die Arminen nach einem tollen Angriff durch Björn Engemann zum 1:1 aus (75.).

Tolles Umschaltspiel

Dieses Gegentor nahm Jürgen Hahn relativ gelassen hin. Vielmehr freute sich der SVA-Coach über die Erkenntnisse, die er nach der Partie gegen den früheren Zweitligisten gewonnen hatte. Eine davon war diese: Atlas ist auch mit einer defensiveren Grundausrichtung in der Lage, gefährlich nach vorne zu spielen. „Unser Umschaltspiel hat mir sehr gut gefallen“, sagte Hahn. Eine Taktik, die Hahn in der kommenden Saison auch bei schweren Auswärtsspielen wie in Heidmühle oder bei Oldenburg II vorschwebt.

Atlas kauft Arminia den Schneid ab

Vor allem in den ersten 60 Minuten machte Atlas die Räume geschickt eng, war in den Zweikämpfen präsent und beeindruckte damit auch die Arminia. „Atlas hat uns mit seiner robusten Spielweise den Schneid abgekauft. Damit sind wir in der ersten Halbzeit nicht klar gekommen“, räumte Hannovers Co-Trainer Pascal Preuss ein. Vor allem das zentrale Mittelfeld mit Daniel Isailovic (offensiv) sowie Daniel von Seggern und Stefan Bruns (defensiv) ließ den Gästen, die auf Grund kleinerer Blessuren auf sechs potenzielle Stammspieler verzichteten, kaum Platz zur Entfaltung. Hannover hatte zwar mehr Ballbesitz. Nur: Die Gäste schlugen bis auf eine Großchance durch Ousmane Soumah (37., Lohmann hält klasse) daraus kaum Kapital.

Offensiv-Quartett harmoniert prächtig

Auf der Gegenseite ließ Atlas den Ball bei Kontern immer schnell und geschickt durch die eigenen Reihen laufen. Vor allem das Offensiv-Quartett mit Bi-Ria (Mittelstürmer), Musa Karli (links offensiv), Dominik Entelmann (rechts offensiv) und Isailovic harmonierte teilweise prächtig.

Standpauke in der Arminen-Kabine

Nach dem Seitenwechsel verlagerten sich die Spielgewichte deutlicher zu Gunsten der Gäste. Zum einen, weil Atlas ab Minute 55 viel durchwechselte. Zum anderen, weil die jungen Arminen (sechs Spieler waren 18 Jahre und jünger) ihre Schlagzahl erhöhten. „In der Halbzeitpause wurde es schon richtig laut bei uns“, verriet Preuss, meinte aber auch: „Atlas ist mit diesen Spielern eben auch kein normaler Bezirksligist.“ Warum, das bewiesen die Blau-Gelben an diesem Freitagabend – und ließen ihren Trainer Jürgen Hahn zufrieden lächeln.