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Fußball TV Jahn will neuen Vereinsbulli über Spenden finanzieren

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 24.03.2017, 07:15 Uhr

Die Fußballer des TV Jahn Delmenhorst hatten zuletzt große Probleme, vor allem die älteren Jugendspieler zu ihren Auswärtsspielen zu transportieren. Dieses Problem soll nun durch Spenden gelöst werden.

Veränderte Arbeitszeiten der Bevölkerung, eine abnehmende Bereitschaft der Eltern ihre sportlich aktiven Kinder zu unterstützen, aber auch schlichtweg fehlende Autos zum Beispiel bei den Flüchtlingsfamilien: Für die Fußball-Abteilung des TV Jahn Delmenhorst ist es in den vergangenen Jahren schwieriger geworden, die Fahrten zu Auswärtsspielen ihrer Mannschaften vor allem in den älteren Jahrgangsstufen ab der C-Jugend immer sicher zu stellen. „Das war zuletzt ein Riesenthema bei uns. Einige Trainer mussten sich schon Kleinbusse leihen, um nicht Spiele abzusagen“, macht Jahn-Abteilungsleiter Marco Castiglione auf ein großes Problem deutlich, dass wohl nicht nur den TV Jahn betrifft.

Der TVJ sah sich deshalb gezwungen, zu handeln – und kaufte deshalb kürzlich dem Noch-SG-Partner TuS Hasbergen dessen Vereinsbulli ab. Dieser Neunsitzer kostete natürlich Geld. Die Jahner veranschlagen nach Rechnung von Castiglione für die kommenden drei Jahren 17000 bis 20000 Euro.

Bank erhöht jede Spende um 30 Prozent

Um den Bus zu finanzieren, sind der TV Jahn und die Volksbank Delmenhorst-Schierbrok in einer Art Crowdfunding-Ansatz eine Kooperation eingegangen. Und die sieht so aus: Jeden Spendenbeitrag erhöht die Volksbank um 30 Prozent. Aus 100 Euro werden dann also 130 gespendete Euro. „Das ist auch für uns ein neues Experiment. Wir sind total gespannt, wie sich das entwickelt“, sagt Volksbank-Vorstand Wolfgang Etrich.

Das Geldinstitut und der Delmenhorster Traditionsverein bauen dabei auf das gemeinschaftliche Prinzip: Sie hoffen aus Spenden aus den Mannschaften, aus dem Umfeld der Teams und den Vereinsmitgliedern. „Viele kleine Spenden sind genau so viel Wert wie ein große“, findet Castiglione. Mit verschiedenen Aktionen möchte der TV Jahn in den kommenden Monaten die Aufmerksamkeit für den neuen Bulli erhöhen.

Immer weniger potentielle Fahrer

Dass dieser Neunsitzer dringend nötig ist, verdeutlicht der Jahn-Fußballer durch zwei Beispiele. „Die Arbeitszeiten in der Bevölkerung haben sich stark verändert. Feierabend um 17 Uhr oder ein dienstfreier Samstag – dem Hauptspieltag der Jugend – sind seltener geworden.“ Und: „Einige Vereinsmitglieder, auch Flüchtlingsfamilien, haben gar keinen Pkw.“ Somit stünden potenziell weniger Fahrer zu Verfügung.

Das habe laut Castiglione zuletzt dazu geführt, „dass etliche Trainer vor jedem Spiel enorme Sorgen bezüglich der Sicherstellung des Transports aller Mannschaftsmitglieder hatten“. Eine derartige Absage würde für den Verein einen riesigen Imageschaden bedeuten.

Wenn ein Bulli identitätsstiftend ist

Spenden für den Bus, den hauptsächlich die Jugend, aber auch alle anderen Altersstufen und Abteilugen nutzen können, seien aus diesem Grund sehr gut angelegt – auch, weil eine gemeinsame Fahrt in dem Bulli identitätsstiftend sei und unglaublich viel Spaß machen kann, betonte Castiglione – und steckte am Donnerstag die ersten 50 Euro in einen symbolischen Sparschwein-Bulli.