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Futsal-Kreismeisterschaft Premieren-Titel für den TV Munderloh

Von Daniel Niebuhr | 18.12.2016, 21:52 Uhr

Der Fußball-Kreisligist TuS Heidkrug zaubert bei der ersten Futsal-Kreismeisterschaft in Delmenhorst, der Sieg geht aber den Ligarivalen TV Munderloh.

Das Beste hatte sich der TuS Heidkrug für den Schluss aufgehoben. Ein Volleytor in den Winkel, ein Kopfballtreffer und elegante Sololäufe – im letzten Spiel der Futsal-Kreismeisterschaft schüttelte der Fußball-Kreisligist noch einmal sämtliche Tricks aus dem Ärmel und schoss den TV Jahn mit 6:2 ab. Nur war der Titel da leider schon anderweitig vergeben, und der Jubel über die Vizemeisterschaft hinter dem TV Munderloh fiel entsprechend sachlich aus. „Schade, dass wir nicht ganz oben stehen. Aber wie wir uns verkauft haben, macht mich trotzdem stolz“, sagte Ralf Faulhaber, der die Mannschaft in Abwesenheit von Trainer Selim Karaca betreute.

Munderloh: Ein Tag, zwei Turniersiege

Heidkrugs zweiter Platz – mit einem Kader fast ausschließlich aus A-Jugendlichen – war bemerkenswert, ebenso wie Munderlohs Turniersieg. Der Kreisligist war am Samstag nämlich doppelt im Einsatz – und doppelt erfolgreich: In der Stadionhalle holte eine von Reservetrainer Michael Schröder gecoachte Mischung aus den ersten beiden Herrenteams und Nachwuchsspielern den ersten Futsal-Titel, das Gros der ersten Mannschaft startete zeitgleich beim Hallenturnier um den „Sport-Nord-Cup“ in Elsfleth – und gewann dort ebenfalls durch einen 1:0-Finalsieg über den FC Hude. „Sie sind Hallenspezialisten, egal mit welchem Ball“, stellte Erich Meenken fest. Der Vorsitzende des Fußball-Kreises fand die Futsal-Premiere in Delmenhorst gelungen und befand: „Allen hat’s gefallen. Es gab schöne Tore und faire Spiele.“ Wenn auch vor einem überschaubaren Publikum.

Heidkrug verliert entscheidendes Spiel mit 1:3

Heidkrugs „Rasselbande“, wie Faulhaber es nannte, verdiente sich in Sachen Kabinettstückchen besonders viele Fleißkärtchen und schoss 16 Treffer in vier Partien. Nur im entscheidenden Spiel stellte sich der TuS unglücklich an. In der Finalrunde führten die Heidkruger gegen Munderloh mit 1:0, ließen sich aber auskontern und verloren mit 1:3. Faulhaber verwies auf die vorangegangenen zwei Stunden Pause: „Wir waren kalt, haben es dem Gegner aber auch zu leicht gemacht.“

Tur Abdin enttäuscht

Weil die Munderloher zuvor schon den TV Jahn mit 2:0 geschlagen hatten, standen sie vorzeitig als Sieger der Dreierrunde um den Turniersieg fest. Dafür hatten sie schon in der Vorrunde schwer geschuftet. Gegen Außenseiter Delmenhorster BV reicht es nur zu einem 1:0, ehe der SV Tur Abdin mit 4:3 niedergerungen wurde. Tur Abdin gehörte zu den Enttäuschungen, trotz eines namhaften Kaders wurde der abstiegsbedrohte Bezirksligist Vorletzter, was vor allem an den elf Gegentreffern lag. Ligarivale VfL Stenum blieb als Fünfter auch unter seinen Möglichkeiten, was Faulhaber als Zeichen der Attraktivität des Futsals wertete: „Stenum und Tur Abdin sind ja gute Hallenmannschaften. Aber Futsal ist taktisch und technisch etwas anderes. Meine jungen Burschen sind das aus der Jugend gewöhnt, die haben manchen alten Hasen etwas voraus.“

Nächste Kreismeisterschaft im Januar

Dass nicht alle im Fußball-Kreis seine Begeisterung teilen, ist kein Geheimnis. Dem Übergang vom Hallenfußball zum Futsal gingen große Diskussionen voraus , die in den Hallen zwischen Delmenhorst und Wardenburg vermutlich noch fortgesetzt werden. Am 5. Januar startet in Hude die letzte Kreismeisterschaft nach Hallenfußball-Regeln, am 21. Januar dann in Harpstedt die Futsal-Kreismeisterschaft 2017, bei der Meenken auf ein größeres Feld hofft als am Samstag in Delmenhorst. „Hoffentlich raffen sich noch viele Vereine auf. Wir haben am Samstag schon gute Werbung gesehen.“