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Futsal-Qualifikationsturnier Diese sechs Clubs haben die Kreismeisterschaft erreicht

Von Andreas Bahlmann und Daniel Niebuhr | 09.12.2018, 21:58 Uhr

Das Qualifikationsturnier zur Futsal-Kreismeisterschaft Oldenburg-Land/Delmenhorst 2019 bietet immerhin kleinere Überraschungen. Ausrichter SG Bookhorn scheitert spät. Viele Spiele bleiben bis zum Schluss eng, auch wegen der Torarmut. Die Kickers Ganderkesee treten nicht an und kassieren eine Geldstrafe.

Auch die SG Bookhorn hat den Fluch des Ausrichters nicht brechen können. Beim Qualifikationsturnier zur Futsal-Kreismeisterschaft in Ganderkesee scheiterte der Gastgeber am Sonntagabend durch ein 0:1 gegen den Gemeinde-Rivalen SV Rethorn und setzte eine schwarze Serie fort: Der Veranstalter der Qualifikation hat sich noch nie für die Endrunde qualifiziert.

Das Turnier, in dem 17 unterklassige Clubs um die letzten sechs Plätze bei der Endrunde am 19. und 20. Januar in Sandkrug kämpften, hatte vergleichsweise wenige Tore zu bieten, dafür aber immerhin moderate Überraschungen. Mit Borussia Delmenhorst und den Sportfreunden Wüsting schafften es zwei Mannschaften aus der1. Kreisklasse, dazu kamen mit Grün-Weiß Kleinenkneten, den Beckeln Fountains und dem TSV Ippener zwei Vertreter aus der 2. Kreisklasse. Als einziger Verein aus der 3. Kreisklasse fährt der SV Rethorn zum Finalturnier.

Gruppe A

Am Vormittag hatte zunächst der Bookholzberger TB eine große Überraschung leichtfertig verspielt und die zweite Endrundenteilnahme in Folge denkbar unglücklich verpasst. In den ersten beiden Spielen schlug das Team aus der 3. Kreisklasse mit Kleinenkneten und Gruppenfavorit Wüsting beide Teams, die am Ende das Finalturnier erreichten. Die entscheidenden Punkte ließ der BTB ausgerechnet gegen den absoluten Außenseiter BSV Benthullen liegen. Dem Schlusslicht der 5. Kreisklasse gelang kein einziges Tor, aber ein umjubeltes 0:0 gegen Bookholzberg. Benthullens verletzt spielender Keeper Tim Butgereit parierte zum Jubel der Zuschauer kurz vor Schluss einen Neunmeter von Shamoun Malki. „Wir waren uns wohl zu sicher“, sagte BTB-Trainer Sven Köhler.

Im entscheidenden Spiel um Platz zwei setzte sich Wüsting mit 3:1 gegen die klassentieferen SF Littel durch. „Es war eine enge Sache“, sagte Trainer Florian Neumann, der mit seinem Team am Vortag Weihnachtsfeier hatte. „Dafür waren wir gar nicht so schlecht.“ Gruppensieger Kleinenkneten gewann nach der Auftaktniederlage gegen Bookholzberg alle Spiele. „Wir haben auf ein Weiterkommen gehofft, aber nicht damit gerechnet“, sagte Trainer Michael Wennmann. Ahmad Xemgin trug sechs Tore für Grün-Weiß bei, genauso oft traf Andreas Giss vom TuS Döhlen.

Gruppe B

In Gruppe B am Nachmittag wurde bis zur letzten Sekunde gezittert. Der Delmenhorster BV, das einzige Team aus der 1. Kreisklasse, hatte Platz zwei in eigener Hand, kam jedoch gegen den vier Klassen tiefer spielenden FC Hockensberg nicht über ein 1:1 hinaus. Nach dem frühen Rückstand schoss Gregor Gawlista in der Schlussminute den Ausgleich. Auch Underdog Hockensberg wäre mit einem Sieg weiter gewesen, stattdessen löste der TSV Ippener aus der 2. Kreisklasse mit 10 Punkten und zwei Zählern Vorsprung auf den DBV und Hockensberg das Ticket für Sandkrug. „Mehr Glück als Verstand“, schnaufte Ippeners Co-Trainer Daniel Timmermann. DBV-Coach Lorne Weisner trug das Aus mit Fassung: „Wir können damit leben, auch wenn man natürlich lieber gewinnt.“ Hockensbergs Carsten Zejunc war dagegen bedient: „Dass wir es in der letzten Minute verspielen, ist sehr frustrierend.“

Bereits vorher hatte sich mit den Beckeln Fountains ein weiterer Club aus der Samtgemeinde Harpstedt zum ersten Mal für das Finalturnier qualifiziert. Der Tabellenachte der 2. Kreisklasse blieb ungeschlagen und kassierte nur ein Gegentor beim 1:1 gegen Hockensberg. Beckeln-Coach Tim Sander befand: „Es ist gut gelaufen für uns. Wir können nur zufrieden sein.“ Der Adelheider TV wurde nach einem Sieg und vier Niederlagen Vierter.

Gruppe C

Als einziger Delmenhorster Verein erreichte die auf dem Feld kriselnde Borussia am Abend die Endrunde. Zwei Tore in vier Spielen reichten, um Gruppe C mit zwei 1:0-Siegen und zwei 0:0-Unentschieden zu gewinnen. „Das tut gut. Die Jungs mussten auch einfach mal wieder gewinnen“, sagte Trainer Stefan Giese.

Dahinter schaffte es der SV Rethorn einmal mehr als am tiefsten spielender Verein. Im Schlüsselspiel bezwangen die Rethorner Ausrichter Bookhorn durch ein Tor 46 Sekunden vor Schluss mit 1:0, im letzten Spiel des Abends reichte dann ein 0:0 gegen die Borussia. „Wir haben uns souverän durchgetankt“, sagte Kapitän Marian Karch. Bookhorn war dennoch zufrieden, Trainer Dirk Kwasny erklärte: „Wir wollten einfach Spaß haben.“ Die Ausrichtung war seinem Verein, trotz eher mäßiger Stimmung auf den Rängen, auch gelungen. 15 Helfer waren von morgens um 7 Uhr bis abends um 22 Uhr in der Halle im Einsatz.

Kickers warten auf Strafe

Etwas überraschend fehlte in der Abendgruppe ein Verein, der es zur Halle eigentlich nicht weit gehabt hätte. Die Kickers Ganderkesee traten zu der Pflichtveranstaltung nicht an und kassierten dafür eine schmerzhafte Geldstrafe. Vorsitzender Tim Kirchhoff hatte seine Mannschaft noch zu überzeugen versucht, doch der Kader sei zu klein gewesen. „Viele wollen nicht in der Halle spielen – und Futsal erst recht nicht“, erklärte er. „Ich kann niemanden zwingen.“