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Gala zum Saisonabschluss FC St. Pauli spielt Sonntag gegen Team Delmenhorst

17.05.2016, 16:52 Uhr

dpa/frb Hamburg/Delmenhorst. Die gröbsten Vorbereitungen sind abgeschlossen, der Kader nimmt Formen an, die Schiedsrichter stehen fest: Vor dem Freundschaftsspiel des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli am Sonntag (15.30 Uhr, Stadion) gegen eine Delmenhorster Stadtauswahl sagt Organisator Murat Kalmis: „Es läuft sehr gut. Wir sind vorbereitet.“

Am Donnerstag wollen die Trainer Matthias Kaiser, Servet Zeyrek und Önder Caki bekannt geben, wer das „Team Delmenhorst“ bildet. Kalmis betont: „Wir werden eine schlagkräftige Truppe aufbieten.“ Man habe nur positive Rückmeldungen erhalten. Geleitet wird das Spiel von Theodor Potiyenko (FC Hude). Ihm assistieren Sven Schlickmann (SV Tungeln) und Felix Heuer (TuS Heidkrug). (Weiterlesen: Delmenhorst freut sich auf Fußball-Fest gegen St. Pauli)

Beim FC St. Pauli stand derweil nach dem krönenden Abschluss einer starken Saison am vergangenen Sonntag das Abfeiern mit den Fans auf dem Programm. „Heute hat einfach alles gepasst. Wir wollten unseren tollen Anhängern, die uns immer überragend unterstützt haben, etwas zurückgeben. Das ist uns absolut gelungen“, jubelte Christopher Buchtmann nach dem beeindruckend herausgespielten 5:2-Torfestival gegen den 1. FC Kaiserslautern. Dadurch konnte der Kiezclub, der in der vergangenen Spielzeit bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg ankämpfen musste, wie erhofft den mit deutlich höheren TV-Einnahmen verbundenden guten vierten Tabellenplatz locker verteidigen. (Weiterlesen: St.-Pauli-Manager Rettig im Interview)

Jetzt ist das Verhandlungsgeschick von Sportchef Meggle gefragt

„Hut ab vor den Jungs“, lobte Thomas Meggle seine Profis. „Die Saison ist für uns super gelaufen, wenn man von zwei, drei kleineren Krisen absieht. Über 34 Spieltage gesehen, war Platz vier das, was wir maximal leisten konnten“, fügte der Sportchef hinzu. Er ist in den kommenden Wochen besonders gefordert: Denn auf sein Verhandlungsgeschick wird es ankommen, damit Erfolgscoach Ewald Lienen auch künftig eine schlagkräftige Truppe beisammen hat. ( Weiterlesen: Tino Polster Stadionsprecher bei St.-Pauli-Spiel)

Denn neben John Verhoek und Enis Alushi wurden in Sebastian Maier und Lennart Thy zwei weitere Leistungsträger verabschiedet, die am Pfingstsonntag noch einmal besonders auf sich aufmerksam machten. Der zu Werder Bremen zurückkehrende Angreifer Thy (8 Saisontore) traf einmal wie der Mittelfeldmann, der noch drei Tore vorbereitete. „Ich kann mich mit einem guten Gefühl zu Hannover 96 verabschieden“, meinte der schussstarke Maier glückstrahlend. Auch Thy war nach der Ehrenrunde durch das mit 29.546 Besuchern ausverkaufte Stadion froh: „Schön, dass ich das Millerntor so noch mal erleben durfte.“ ( Weiterlesen: FC St. Pauli verlängert mit Ewald Lienen)

Auch Marc Rzatkowski vor Abgang?

Mit acht Treffern war der scheidende Thy, für den Meggle in Aziz Bouhaddouz vom SV Sandhausen schon den Nachfolger verpflichtet hat, erfolgreichster Torschütze vor Marc Rzatkowski (7). Und Achtung: Der von mehreren Erstligisten umworbene, starke Mittelfeldmann könnte der nächste St. Paulianer sein, der den Club verlässt. Meggle stellte zwar wiederholt klar, dass der Blondschopf einen Vertrag bis 2017 hat. Auch die Abwehrspieler Lasse Sobiech und Philipp Ziereis sowie Rückhalt Robin Himmelmann im Tor sind nach einer starken Saison umworben. „Wir müssen keine Spieler verkaufen“, betonte Meggle. Aber wenn die Ablöse stimmt, wird auch er abwägen müssen, was für den Club das Beste ist. (Weiterlesen: Lennart Thy wechselt zum SV Werder Bremen)

Da trifft es sich gut, dass neben Bouhaddouz in Ryo Miyaichi ein weiterer Offensiv-Spieler quasi neu dazukommt. Der im vorigen Sommer vom FC Arsenal geholte japanische Nationalspieler fiel nach einem Kreuzbandriss fast komplett aus. Bei seinem Startelf-Debüt gegen den FCK bot er eine bärenstarke Leistung, die mit zwei Toren und einer Vorlage sowie Applaus auf offener Szene belohnt wurden. „Mein erstes Tor für St. Pauli war ein fantastischer Moment. Nach der langen, schweren Zeit war das ein sehr schönes Gefühl“, räumte der flinke Japaner nach seinem starken 70-Minuten-Einsatz freimütig ein.