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Gegen TSV Oldenburg ganz schwach Bragula kocht nach 1:4 des VfL Wildeshausen

Von Richard Schmid | 16.10.2016, 23:51 Uhr

„Ich bin nicht enttäuscht, ich bin stinksauer.“ Trainer Marcel Bragula vom VfL Wittekind Wildeshausen war nach der deutlichen 1:4 (1:2)-Klatsche in der Fußball-Landesliga gegen den TSV Oldenburg mehr als bedient. „Mein Team hat wohl gedacht, es geht jetzt nach zwei Siegen und einem Unentschieden von alleine“, schimpfte Bragula, der bei seiner Mannschaft vor allem Aggressivität und Bissigkeit vermisste.

Bereits nach drei Minuten schlug es im Tor des VfL ein. Nach einer nur unzureichend abgewehrten Ecke kam Gäste Stürmer Mohamed Alawie aus gut 16 Metern völlig frei zum Schuss und traf unhaltbar für VfL-Keeper Sebastian Pundsack. Dieses frühe Gegentor schien die Bragula-Elf zu lähmen, das Team fand lange Zeit keinen Zugriff auf das Spiel. Die keineswegs überragenden Oldenburger kontrollierten das Geschehen und hatten mit den harmlosen Angriffsbemühungen der Wildeshauser keine Mühe. So dauerte es bis zur 25. Minute, bis die Heimelf zum ersten Mal einigermaßen gefährlich vor dem Tor des bis dahin arbeitslosen Gästekeepers Mateusz Karnas auftauchte. Aber nicht nur im Angriff fehlte dem VfL jegliche Durchschlagskraft, auch die Abwehr ließ den nötigen Biss vermissen.

Torwart Sebastian Pundsack oft im Stich gelassen

Nur wenig später klingelte es wieder im Kasten des von seinen Vorderleuten oftmals völlig im Stich gelassenen Pundsack. Jannik Vollmer verwandelte in der 33. Minute einen allerdings unberechtigten Freistoß und erhöhte auf 2:0. Unberechtigt insofern, da der nicht immer souverän wirkendende Schiedsrichter Manuel Kramer zunächst auf Vorteil entschied, ein Vorteil, den der TSV mit einem knapp über das Tor gehenden Schuss abschließen konnte. „Warum hier der Schiri dann doch auf Freistoß entschied, ist mir ein Rätsel“, so Bragula.

Offensichtlich noch in Feierlaune wurde der TSV unmittelbar nach dem 2:0 durch einen sehenswerten Anschlusstreffer der Heimelf überrascht. Sascha Abraham kam völlig frei zum Kopfball, den er am sich vergeblich streckenden Gästetorwart Mateusz Marnas vorbei versenkte. In der Folgezeit gelang es dem VfL, das Spiel ausgeglichener zu gestalten – und hätte Maximilian Seidel in der 38. Minute nicht völlig frei vor dem gegnerischen Torhüter den Ball noch einmal quer gelegt, wäre das Spiel womöglich anders gelaufen.

Wildeshausen mit Feldvorteilen, aber keinen Chancen

Die zweite Hälfte sah zunächst eine völlig veränderte Heimelf, die nach einer offensichtlich deutlichen Kabinenansprache unverkennbar bissiger zu Werke ging. Gleichwohl blieb dennoch vieles Stückwerk. Zwar erkämpften sich die Wildeshauser einen Feldvorteil, den sie aber nicht nutzen konnten. Zu harmlos waren letztlich die Abschlüsse. Die Gäste machten es besser. In der 72. Minute überlistete Marten Niemeyer VfL-Keeper Pundsack mit einer Bogenlampe, und bereits in der Nachspielzeit gelang Remigius Wild völlig freistehend noch das 4:1 für die Gäste. „Wir haben in der ersten Halbzeit erschreckend schwach gespielt, in der zweiten Hälfte waren wir mutiger, aber viel zu hilflos, ohne Ideen und ohne Kreativität“, so das Fazit von Bragula.