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Geherpokal in Erfurt Geher Heiko Lersch verpasst DM-Qualifikation

Von Klaus Erdmann | 16.11.2015, 20:28 Uhr

Der Delmenhorster Heiko Lersch (SV Brake) hat beim Deutschen Geherpokal in Erfurt die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft verpasst. Beim 3000-Meter-Bahngehen kam er als Erster der Altersklasse 75 und nach 22:18 Minuten ins Ziel (Qualifikationszeit: 21:50). Die Teilnahme an der Europameisterschaft, die im Juni des nächsten Jahres in Italien stattfindet, hat Lersch sich bereits im März in Turun/Polen gesichert. Dort gewann er mit der deutschen Mannschaft EM-Gold.

Als Heiko Lersch der Sportredaktion des dk einen Besuch abstattet, berichtet er von einer Kurzreise nach Erfurt. Der für den SV Brake startende Delmenhorster Geher kann zwar schon wieder lächeln, aber er schüttelt während des Gesprächs immer wieder den Kopf. Der Ausflug in die schöne Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen, in dessen Verlauf das Pech Lersch verfolgt, wirkt nach. Das ist unüberhörbar.

Samstag, 5.30 Uhr. Die rund 400 Kilometer lange Anreise nach Erfurt beginnt. „Unterwegs war nur strömender Regen“, erzählt der Leichtathlet, der der Altersklasse 75 angehört. In Erfurt macht er sich dann auf die Suche nach der richtigen Halle. Nach drei vergeblichen Anläufen und einem Gedanken, den er wieder verwirft („Umkehren“), ist der Delmenhorster endlich am Ziel: In der Halle am Steigerwaldstadion steht ein regionales Hallenmeeting, zu dem auch der Deutsche Geherpokal gehört, auf dem Programm. Als Gastgeber fungiert und der Athletik-Sport-Verein.

Nach einem weiteren Zwischenfall der unangenehmen Art („Nach dem Verlassen der Halle habe ich 45 Minuten lang mein Auto gesucht“) rückt endlich der eigentliche Grund des Erfurt-Abstechers in den Mittelpunkt: das 3000-Meter-Bahngehen.

„30 Minuten vor dem Start war ich in der Halle“, so Lersch. Er geht nicht ganz sauber, wird verwarnt. Aufregung greift um sich. Nach 22:18 Minuten überquert der Routinier als Erster seiner Altersklasse die Ziellinie. 21:50 Minuten hätten es sein sollen – die Qualifikationszeit für die Europameisterschaft, die im Juni des nächsten Jahres in Italien stattfindet.

Später erfährt Lersch, der dem Jahrgang 1939 angehört, folgendes: Bereits die Zeit, die er im März bei der Europameisterschaft im polnischen Turun, wo er mit der Mannschaft Gold gewann, erreicht hatte, ist für die Qualifikation zur EM ausreichend. Aber die Quali für die „Deutsche“ fehlt ihm noch. Er blickt voraus: „Aber ich habe noch zwei Wettkämpfe.“

Und dann wirft er nochmals einen Blick zurück: „Während der Rückfahrt von Erfurt war wieder strömender Regen. Es hat sich nicht gelohnt“, sagt Heiko Lersch.