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Gemeinsam stark Noa Sofie und Nina Sue Neumann vom RC Hude feiern Erfolge

Von Katrin Brandes | 22.10.2015, 00:30 Uhr

Im Hause Neumann ist das Reiten der Familiensport: Die erfolgreichen Dressurreiterinnen Noa Sofie und Nina Sue Neumann vom RC Hude werden von ihren Eltern kräftig unterstützt.

Wenn das Reiten zum Familiensport wird, kann das positive Folgen haben. Der Huder Ingo Neumann, beispielsweise, hat seine Angst vor Pferden überwunden. Sie ist nicht nur weg, sie ist sogar großer Begeisterung gewichen, die ihn zum unentbehrlichen Teil einer erfolgreichen Gemeinschaft macht. Wie gut diese funktioniert, zeigen die vielen Erfolge der Schwestern Noa Sofie und Nina Sue Neumann, die übrigens beide am 8. Juli Geburtstag haben. Doch die Schleifen, Siegerkränze und Pokale hätten sie ohne die Unterstützung von Vater Ingo Neumann und Mutter Silvia nicht gewonnen. Alle Vier packen an, wenn es in den Stall oder zu einem Turnier geht.

Silvia Neumann hat die Begeisterung für den Pferdesport von ihrem Vater „geerbt“. Sie übertrug sie auf ihre ältere Tochter Noa Sofie, die mit sechs Jahren auf Pflegepony Mausi ritt. Doch als Noa Sofie neun Jahre alt war, stürzte sie im Galopp. „Mama hat immer so mitgelitten, da hab ich erst einmal ein Jahr lang aufgehört“, erzählt die 15-Jährige, die parallel viel Freude am Taekwondo fand. Doch als ihre vier Jahre jüngere Schwester Nina Sue auch reiten wollte, hat Noa einfach mitgezogen.

Erstes Familienpony

Die beiden sammelten bei Reitlehrerin Anke Egbers gemeinsam zwei Jahre lang Erfahrung, ehe der Familienrat beschloss mit Fire and Ice, genannt Flory, das erste eigene Familienpony zu kaufen. „Eigentlich sollten beide darauf bei Sigrid Herden im Unterricht reiten“, schmunzelt Mutter Silvia. Das Vorhaben wurde schnell über den Haufen geworfen. Nur ein halbes Jahr später, im Frühjahr 2012, gehörte auch das erst vierjährige Pony Dukat zur Familie Neumann. Es war für Nina gekauft worden. Die kam aus einem Urlaub bei ihrer Oma zurück und fand ihr „Traumpony“ in der Box stehend.

Für die Boxen übernimmt Ingo Neumann die Verantwortung. Misten und Instandhalten fällt in sein Ressort, während Mutter Silvia die Nennungen zu Turnieren und die Planung übernimmt. Die Vorbereitung der Pferde vor einer Prüfung oder dem Training übernehmen die Reiterinnen, die schon in den Führzügelklassen und Reiterwettbewerben zu Schleifensammlerinnen wurden.

Nina stellte allerdings bald fest, dass „wachsen doof ist“. Sie war für das Lieblingspony zu groß geworden. Es flossen viele Tränen, als der Entschluss gefasst wurde, den 1,30 Meter großen Dukat zu verkaufen.

Training bei Lisa Gundelach und Ina Tapken

Sylvester 2014 zog dafür Dark Royal in den Stall. „Aber sie ist halt eine Stute“, erzählt Nina Neumann grinsend. „Wir hatten Papa versprochen, nicht noch mehr Mädels zu kaufen.“ Der sah aber auch, wie toll die beiden beim Probereiten zusammenpassten – und gab sein Okay. „Darky tut mit ihrem starken Wiehern ja auch alles, um wie ein Junge zu klingen“, sagt Nina über die neue Sportpartnerin.

Noa Neumann war schon an Nikolaus 2014 auf den sechsjährigen Nudossie Nussnougat gewechselt, mit dem sie 2015 viele Erfolge, darunter der Kreismeistertitel, feierte. Trainiert werden die Talente, die für den RC Hude starten, in der Dressur von Lisa Gundelach und Henry Busch. Fürs Springen geht es zu Vielseitigkeits-Landestrainerin Ina Tapken. Doch: „Ich springe gerne im Training, aber auf dem Turnier reite ich nur Dressur“, erzählt Noa Sofie Neumann.

Die Mutter achtet streng darauf, dass ihre Töchter mindestens zwei Tage pro Woche reitfrei haben: „Auch wenn sie dann ganz hibbelig sind, weil sie nicht zum Stall können“, sagt sie lachend.

Schule und Sport – die Schwestern kriegen das gut unter einen Hut. Sie mögen Mathe, Musik und Sport. Ihre Berufswünsche unterscheiden sich deutlich: Nina Sue Neumann würde „schon gerne“ Berufsreiterin werden. In ihrer freien Zeit malt und näht sie viel oder probiert Frisuren aus.

Noa Sofie Neumann plant, erst eine Lehre zur Bauzeichnerin zu absolvieren und dann über ein Studium Architektin zu werden. „Sie hat schon früh mit Lego und am Computer gebaut. Und sie hat auch schon Praktika beim Architekten gemacht“, erzählt Ingo Neumann stolz.

Saisonabschluss in Vechta

An Ehrgeiz mangelt es den Schwestern nicht: „Wenn man weiß, dass man gewinnen kann, dann will man das auch“, sagt Noa Neumann. „Wenn am Wochenende kein Turnier ist, fehlt was.“ Das gewonnene Preisgeld sparen sie für besondere Ausgaben wie eine spezielle Reitkappe. „Wir lieben dieses Hobby, sind aber nicht fanatisch. Wir weinen nicht vor Glück über jeden einzelnen Erfolg“, erzählt Mutter Silvia Neumann, die während eines Turniers einfach nur für ihre Töchter da ist und diese um „ihre Wahnsinnsruhe“ beneidet.

Beim Saisonabschluss, dem OLB-Jugendfinale in Vechta, ließ Noa mit einer hinteren Platzierung in der Klasse L ihrer Schwester Nina, die in der Klasse A Sechste wurde, den Vortritt. Jetzt schaut die Familie Neumann nach vorn. Das Motto gibt Nina vor: „Neues Jahr, neues Glück.“ Dafür werden alle Vier anpacken.