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„Glücksfall für beide Seiten“ Hude/Falkenburg und Dean Schmidt beschnuppern sich

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 02.02.2016, 16:25 Uhr

Neben der möglichen Vertragsunterzeichnung des potenziellen neuen Trainers Dean Schmidt will Handball-Drittligist HSG Hude/Falkenburg wichtige Fragen klären: Wie sieht der Kader für die nächste Saison aus? Wie will sich die HSG künftig leistungsmäßig aufstellen?

Seit mehr als drei Jahrzehnten ist Werner Bokelmann schon im Trainer-Geschäft tätig. Er führte die Handballerinnen des VfL Oldenburg als Co-Trainer zum DHB-Pokalsieg 1981, er coachte zahlreichen Jugendmannschaften des VfL, er betreute die Damen des Harpstedter TB in der Regionalliga. Man könnte meinen, der Trainer-Veteran hätte in seiner langen Laufbahn schon alles mitgemacht und erlebt. Denkste! Denn Bokelmanns aktuelle Trainer-Tätigkeit beim Drittligisten HSG Hude/Falkenburg ist auch für den 63-Jährigen in gewisser Weise Neuland.

Während Bokelmann nach dem Rücktritt von Thorsten Stürenburg interimsmäßig das Coach übernommen hat, saß der designierte neue Damen-Trainer Dean Schmidt bei den vergangenen drei Spielen in Hollenstedt (26:24) , in Badenstedt (19:26) und gegen Oldenburg II (14:25) bereits mit auf der Bank. „Wie machen es hier Hude/Falkenburg mal komplett anders“, sagt Bokelmann über das „Praktikum“ mit dem 35-jährigen Schmidt. (Weiterlesen: Bokelmann springt bei der HSG Hude/Falkenburg in die Bresche)

Saskia Petersen findet aktuelle Trainer-Situation „optimal“

Die Spielerinnen beobachten, Erfahrungen austauschen, Hinweise geben – Bokelmann findet das gegenseitige Beschnuppern zwischen dem Team und ihm auf der einen Seite und Schmidt auf anderen Seite „spannend“. „Das ist ein Glücksfall für beide Seiten.“ Diese Konstellation, mit einem Trainer auf Probe, ist ungewöhnlich, bei der HSG sind sie sich aber sicher, dass sie den richtigen Weg gehen. Das findet nicht nur Bokelmann, sondern betont auch Spielerin Saskia Petersen. „Das ist doch eine optimale Situation. Wir können uns alle gegenseitig kennenlernen“, sagt die Rückraumspielerin.

Gedanken, wie es mit ihr nach dieser Saison weitergeht, hatte sich die 27-Jährige wie fast alle Spielerinnen noch nicht gemacht. „Nach der Trennung von Thorsten ging es mit Werner und Dean ja gleich wieder von null auf hundert. Da hatte man noch gar keine Zeit, sich mit der Zukunft zu beschäftigen“, begründet Petersen. Ihr erster Eindruck zu Schmidt fällt positiv aus: „Dean macht das super. Er passt zu uns.“

Werner Bokelmann sieht sich als Teamplayer

Ob der B-Lizenz-Inhaber aber auch tatsächlich den Chefposten bei der Handball-Spielgemeinschaft antritt, das wollen die Verantwortlichen in diesen Tagen klären. Bokelmann würde eine Zusammenarbeit mit Schmidt jedenfalls begrüßen. Die Rückkehr in die zweite Reihe ist dem Routinier mittlerweile ohnehin lieber als die Arbeit an vorderster Front. Er sagt: „Ich bin kein Alleinunterhalter. Ich liebe das Team.“ Je mehr „Planer“ in einer Mannschaft seien, desto mehr würden sie sehen – und könnten dadurch Fehlerquellen minieren.

Neben der möglichen Vertragsunterschrift von Schmidt will die HSG zwei entscheidende Fragen klären: Wie sieht der Kader für die nächste Saison aus? Wie will sich die HSG in Zukunft leistungsmäßig aufstellen? Der Klassenerhalt in Liga drei ist zwar theoretisch noch möglich, praktisch aber unwahrscheinlich. Schmidt hatte schon vor ein paar Tagen im dk-Interview erklärt: „Ich bin hier nicht der Therapeut für die nächsten Monate. Wenn, dann will ich langfristig planen, egal, ob wir 3. Liga oder Oberliga spielen. Was ich dann erwarte, ist, dass sich alle voll einbringen.“ Auch Bokelmann betont: „Wir müssen sehen, dass wir hier Nachhaltigkeit reinbringen, damit der Laden läuft.“ Dies sei sein „innerer Antrieb“. (Weiterlesen: Dean Schmidt auf Probe bei der HSG Hude/Falkenburg)

Nachholbedarf im Rückraum

Auf welchen Positionen die HSG Nachholbedarf hat, wurde Bokelmann vor allem bei der Niederlage beim Spitzenteam Badenstedt deutlich vor Augen geführt: nämlich im Rückraum. Dort agierten mit Petersen, Jessica Galle und – der personellen Not geschuldet – mit Außen Janna Müller drei Spielerinnen, die sich eher über das Tempo als über Wurfstärke definieren. Durch den Ausfall von Mareike Zetzmann und Kea Drewes fehlte der HSG gegen Badenstedt im Rückraum die Torgefahr völlig. „Am Kreis und auf den Außen sehe ich weniger Probleme, aber wenn im Rückraum wichtige Spielerinnen fehlen, ist das eine Baustelle“, betont Bokelmann. (Weiterlesen: HSG Hude/Falkenburg will zurück zur Leichtigkeit)

Beim Personal hofft der Coach, dass sich die mit Doppelspielrecht für den Landesligisten TV Neerstedt ausgestatteten Katharina Stuffel und Winter-Zugang Lisa Busse („Wir würden sie gerne behalten“) künftig für die HSG entscheiden. Denn bei einem Huder Abstieg dürften Stuffel und Busse nur noch in einer Liga gleichzeitig spielen – der Landes- oder der Oberliga.