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Große Pläne für B-Jugend HSG Grüppenbühren/Bookholzberg will in die Bundesliga

Von Daniel Niebuhr | 27.06.2016, 09:42 Uhr

Die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg hofft mit den B-Jugend-Handballern auf den Sprung in die Bundesliga. Der Vorzeigejahrgang erhält dafür viel Unterstützung vor der Vereinsspitze.

Bookholzberg. Stefan Buß weiß schon, wie es sich anfühlt, gegen die Großen zu spielen – und auch gegen die Großen zu verlieren. Im Juli des vergangenen Jahres hatte der Handball-Trainer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg mit seiner B-Jugend etliche Branchenriesen zu einem Turnier geladen, unter anderem den THW Kiel. Nachdem seine Mannschaft den Kielern durch einen umstrittenen Siebenmeter mit 12:13 unterlag, lief der Trainer fluchend durch die Katakomben, um später festzustellen: „So einen Gegner kannst du nicht alle Tage schlagen.“

Gut möglich, dass Grüppenbührens Nachwuchs demnächst aber doch öfter die Gelegenheit dazu bekommt. Die HSG plant, mit ihrem Ausnahmejahrgang bereits in der kommenden Saison den Sprung in die Bundesliga. Nach Willen der Vereinsführung soll die B-Jugend in den Spielzeiten 2017/18 und 2018/19 in der Eliteklasse auflaufen – dann in der A-Jugend. Die dazu passende Kampfansage des Vereinsvorsitzenden Holger Jüchter klingt so: „Wir glauben dran, dass den Jungs das gelingt. Warum soll es nicht auch mal ein Dorfverein schaffen?“

Platz vier in der Oberliga als Zwischenziel

Der Weg dahin ist lang. Grüppenbührens Vorzeigeteam spielt ab Spätsommer in der Oberliga-Qualifikation der B-Jugendlichen. Für den Bundesliga-Aufstieg muss die nicht nur gelingen, in der Oberliga muss dann auch mindestens Platz vier her für die Teilnahme an der Bundesliga-Qualifikationsrunde. Die Plätze eins und zwei bringen das direkte Erstliga-Ticket – und nebenbei die Teilnahme an der Deutschen B-Jugend-Meisterschaft. Grüppenbühren/Bookholzberg hatte hatte in der abgelaufenen Saison – allerdings mit deutlich jüngeren Spielern als die Konkurrenz – die Oberliga-Qualifikation in der B-Jugend verpasst, war aber Verbandsliga-Meister geworden. „Diese erfreuliche Entwicklung kommt nicht aus heiterem Himmel“, sagt Sascha Dellwo aus dem Vorstand „Die Frage ist jetzt, was man aus den Erfolgen macht.“ Und da hat der Verein klare Vorstellungen.

Buß und Müller betreuen das Team

Es laufen bereits Gespräche mit weiteren talentierten Spielern, die zum Team dazustoßen sollen. „Aber das wird punktuell sein. Unsere Eigengewächse sollen weiter den Kern bilden“, verspricht Jüchter. Trainer bleibt B-Lizenz-Inhaber Buß, der von A-Jugend-Coach Andreas Müller unterstützt wird. Teilnahmen an hochklassigen Turnieren wie in Hamburg und in Menden, wo sich unter anderem die Nachwuchsmannschaften der Proficlubs versammeln, sind geplant. Die Physiotherapeuten Roman Zirwen aus Ganderkesee und Katrin Woltjen aus Bookholzberg sollen das Risiko von Ausfällen verringern.

Etat zwischen 20000 und 30000 Euro

Finanziell, daraus macht die Vereinsführung kein Geheimnis, ist der Aufwand für einen Dorfclub wie die HSG enorm: Der Etat wird zwischen 20000 und 30000 Euro liegen. „Unsere kleine Abteilung stößt in neue Dimensionen vor“, bekennt Dellwo. Allerdings verspricht Jüchter, dass die Summe vollständig von Sponsoren gedeckt wird: „Unsere Mitglieder kostet das nichts.“ Die Weichen dafür würden, unter anderem durch den ehemaligen Herren-Trainer Frank Mehrings, gerade in die richtige Richtung gestellt.

Die langfristige Hoffnung der HSG ist es, möglichst viele Talente möglichst lange am Bookholzberger Ammerweg zu halten. Aus dem kurz- und mittelfristigen Erfolg solle eine nachhaltige Geschichte werden. „Alle Eltern haben schon zugesagt, dass die Spieler bleiben, auch wenn wir die Bundesliga nicht erreichen“, erklärt Jüchter. Die in die Jahre gekommene erste Herrenmannschaft, die in der Landesliga im Mittelfeld landete, könnte eine Verjüngung gut brauchen.