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Hahn schimpft, Kaya lobt SV Atlas gewinnt Testspiel gegen den SV Tur Abdin

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 12.07.2017, 01:19 Uhr

Die Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben ihr Testspiel gegen den SV Tur Abdin Delmenhorst mit 4:1 (1:1) gewonnen. Vor 250 Zuschauern zeigt Bezirksligist Tur Abdin trotz dürftiger Personallage einem mutigen Auftritt. Beim Oberligisten Atlas fehlt es vor allem in der ersten Halbzeit an Konsequenz in Abwehrverhalten und Chancenverwertung.

Eine sehr ordentliche Testspielkulisse, fünf Tore und mehrere gelungene Aktionen auf beiden Seiten: Als sich am Dienstagabend gegen 21.20 Uhr die meisten der 250 Zuschauer aus dem Delmenhorster Stadion auf den Heimweg machten, dürften die wenigsten Fans ihr Kommen bereut haben. Denn das Fußball-Freundschaftsspiel zwischen den Stadionnachbarn SV Tur Abdin und dem SV Atlas war ein streckenweise sehr kurzweiliger und durchaus ansprechender Kick, der beiden Trainern beim 4:1-Erfolg (1:1) für den SVA vor allem dies lieferte: wichtige Erkenntnisse mit Blick auf die kommende Spielzeit.

SVT-Trainer Christian Kaya war „sehr, sehr zufrieden“. „Wir waren nicht auf Schadensbegrenzung aus, sondern haben mutig nach vorne gespielt.“ Er sprach seiner Truppe vor allem deshalb ein „dickes Lob“ aus, weil seine „zusammengewürfelte Elf“ personell auf dem Zahnfleisch kroch. Denn Abdin fehlten die verletzten Christian Stark und Lukas Mutlu sowie die beruflich verhinderten Besart Lugoli und Aho Hanno. Gestern kamen noch zwei weitere Verletzte dazu. Johannes Artan wurde mit einer Zerrung ausgewechselt, der am Fuß verletzte Daniel Akyol musste mit einem Rettungswagen abtransportiert werden.

Jürgen Hahn kritisiert einige Spieler

Auch Atlas-Trainer Jürgen Hahn lobte den Auftritt der Aramäer. „Sie haben mit Temperament gespielt, waren motiviert und haben sich gewehrt. Das war ein wertvoller Test für uns.“ Vor allem deshalb, weil Tur Abdin besonders in der ersten Halbzeit beim SVA noch einige Defizite aufdeckte. „Mir hat die Konsequenz im Zweikampfverhalten und im Angriff gefehlt. Bei einigen Spielern passt der Anspruch, in der Oberliga spielen zu wollen, und die Wirklichkeit nicht zusammen“, schimpfte Hahn, der besonders mit den Leistungen von Thomas Mutlu, Simon Matta und Musa Karli nicht einverstanden war.

In der kurzweiligen ersten Hälfte hielt Abdin sehr gut mit. Atlas führte bereits nach zwei Minuten mit 1:0, als der freistehende Matta eine gute Vorarbeit des rechts freigespielten Lars Scholz abschloss. Nur vier Minuten später stand es aber 1:1. Atlas konnte einen hohen Ball nicht klären, weshalb Abdin-Angreifer David Uyar aus dem Gewühl heraus den Ausgleich erzielte. „Das war ein Geschenk“, kritisierte Hahn.

Tur-Abdin-Torwart Aslan Yüksel zeigt großartige Reflexe

Abdin verteidigte sehr hoch, schob seine Viererkette bis zur Mittellinie und machte dadurch die Räume eng. Nach zwei Patzern in der Atlas-Abwehr hätte David Uyar mit zwei Alleingängen durchaus noch weitere Treffer für die Aramäer erzielen können. „Man hat nicht gesehen, dass wir zwei Ligen niedriger spielen“, fand Kaya. Gegen Ende der ersten Halbzeit ergaben sich für den SVA durch dessen spieltechnische Vorteile mehrere hochkarätige Chancen. Diese ließ der Oberligist aber liegen. Zum einen, weil Tur Abdins 44-jähriger Torwart Aslan Yüksel großartige Reflexe zeigte. Zum anderen aber auch, weil Atlas seine Möglichkeiten kläglich verballerte. „Das haben wir in der Halbzeit deutlich angesprochen“, sagte Hahn.

In Hälfte zwei wechselte der SVA-Coach sieben neue Akteure ein. Während bei Atlas die Kombinationen nun flüssiger liefen und diverse Nachlässigkeiten abgestellt wurden, schwanden bei Abdin etwas die Kräfte. Die Folge: Der SVA machte aus dem 1:1 noch den 4:1-Erfolg. Erst köpfte Patrick Degen eine tolle Prießner-Flanke zur Führung ein (57.), dann erhöhte Degen per Strafstoß nach Foul an Musa Karli auf 3:1 (82.). Den Schlusspunkt setzte Marco Prießner, der einen tollen Flankenlauf von Thade Hein zum 4:1 ins Tor hämmerte (89.). Den Auftritt des Youngsters lobte Hahn explizit. „Thade hat das gut gemacht.“ Was am Dienstagabend nicht für alle Atlas-Akteure galt.