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Hallenmeisterschaft 2016 in Hude Drei Fußball-Trainer fiebern dem Turnier entgegen

Von Frederik Böckmann | 06.01.2016, 08:34 Uhr

Ob Niklas Kühne, Florian Erhorn oder Chawkat El-Hourani: Die Coaches des TV Munderloh, des TV Falkenburg und KSV Hicretspor fiebern den Titelkämpfen ab Donnerstag in Hude entgegen. Jeder aus einem ganz speziellen Grund.

Die vergangenen Tage spürte Niklas Kühne dieses spezielle Kribbeln im Bauch: „Es ist schon komisch“, sagt der Fußball-Trainer des TV Munderloh. „So langsam realisiere ich, dass meine Zeit beim TVM doch schon vorbei ist.“ Nach drei Jahren ohne den ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga, aber einer insgesamt doch „tollen Zeit“ mit mehreren Höhepunkten hört der junge Coach nach den Hallenkreismeisterschaften, die von Donnerstag bis Sonntag in Hude über die Bühne gehen, freiwillig auf – und übergibt das Zepter an seinen Nachfolger Ralf Eilenberger vom TuS Vielstedt. (Weiterlesen: Ralf Eilenberger wechselt zum TV Munderloh)

Das Ziel bei den zweiten gemeinsamen Titelkämpfen der Altkreise Delmenhorst und Oldenburg-Land ist klar: der TVM will seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Er habe „Riesenbock“ auf das Turnier sagt Kühne und versichert: „Meine Mannschaft ist super-heiß auf die Hallenkreismeisterschaften. Wir werden alles dafür tun, den Titel zu verteidigen.“

TV Munderloh zuletzt drei Mal in Folge im Finale

Der Weg in die Finalrunde ist allerdings steinig und schwer, das weiß Kühne und sagt mit Blick auf die Gruppe C um den Landesligisten VfL Wildeshausen (Samstag, ab 10 Uhr): „Wir müssen uns überhaupt erst einmal für Sonntag qualifizieren.“ Durch die Fusion der Kreise sei es „super schwer“ geworden, in die K. o.-Phase einzuziehen.

Wie man diese erreicht, das wissen die Munderloher als ausgewiesene Hallen-Experten aber nur zu gut. Vor dem Endspiel-Sieg 2015 (2:1 gegen den Ahlhorner SV) hatte der TVM auch 2013 und 2014 das Finale der Landkreis-Meisterschaften erreicht – und dort jeweils gegen Wildeshausen verloren. Das Vorrunden-Aus vor kurzem beim Turnier in Harpstedt nimmt Kühne, der als Physiotherapeut mit dem Regionalligisten VfB Oldenburg den Sprung in die 3. Liga anstrebt, gelassen: „Wir wissen, was wir können.“

Auf die eigene Stärke in der Halle besinnen – das wollen sie auch beim TV Falkenburg. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Wir haben nicht umsonst in den vergangen fünf Jahren immer die Endrunde erreicht“, sagt Spielertrainer Florian Erhorn. Der Kreisklassist, der 2015 vor allem dank seiner bärenstarken Abwehr mit dem überragenden Torwart Heiko Vogel erst im Halbfinale von Ahlhorn gestoppt worden war, rechnet sich auch in diesem Jahr etwas aus – und das, obwohl Erhorn in der ausgeglichen besetzten Gruppe B (Freitag, ab 19 Uhr) fünf Teams beim Kampf um die ersten zwei Plätze auf dem Zettel hat.

Falkenburgs Spielertrainer Florian Erhorn will es den jungen Spielern zeigen

„Wir sind einfach eine eingespielte Truppe“, weiß Erhorn. Dank ihrer Erfahrung, Übersicht, Technik und Spielintelligenz könnten die Routiniers „auch mit 25-Jährigen Schritt halten. Ich kann mich nicht erinnern, dass man in der Halle mal einen 80-Meter-Sprint machen musste“, scherzt der 34-Jährige.

Woher die Falkenburger Stärke bei den Indoor-Titelkämpfen rührt, ist für Erhorn ganz einfach. „Wir haben doch früher fast alle bei Stenum II oder Ganderkesee II gespielt. Da kam doch kaum jemand mal in den Genuss, bei den Hallen-Meisterschaften zu spielen. Jetzt haben einfach alle Bock, bei so einem tollen Event dabei zu sein.“

Erhorn selbst gibt den Staffelstab als Trainer nach dem Turnier an den neu verpflichteten Georg Zimmermann ab – dessen Ex-Team Dötlingen pikanterweise in der Falkenburger Gruppe spielt. Auf seine Rückkehr als Spieler freut sich Erhorn sehr. „Dann kann ich vernünftig trainieren und zeigen, dass ich als Spieler in der 1. Kreisklasse noch mithalten kann.“ In der Rückrunde haben Erhorn und Co. einen neuen Mitspieler: Der noch 17-jährige Niklas Schulte kommt aus der A-Jugend des TSV Ganderkesee. (Weiterlesen: Georg Zimmermann freut sich auf den TV Falkenburg)

KSV Hicretspor will sich „nur nicht blamieren“

Ein spezieller Reiz ist der Budenzauber in der Huder Halle Bach auch für Chawkat El-Hourani. Denn der neue Trainer des KSV Hicretspor trifft in seiner Gruppe E (Samstag, ab 16.45 Uhr) nicht nur auf den SV Atlas, sondern auch auf seinen Ex-Verein RW Hürriyet. „Ich werde immer mit Hürriyet verbunden bleiben“, sagt der 50-Jährige. „Hürriyet ist für mich wie eine Familie.“ Aus der er seine Ex-Spieler Artem Böhm, Mohammed Chahrour und Aliane Niang verpflichtet hat.

In sportlicher Hinsicht rechnet sich Hicretspor nicht viel aus. „Wir wollen uns nur nicht blamieren“, gibt El-Hourani das Ziel vor. Nach der Unruhe in der Mannschaft und im Umfeld vor seinem Einstieg ist es El-Hourani wichtig, „dass wir Spaß haben und wieder eine Mannschaft werden“. (Weiterlesen: Hicretspor geht optimistisch in den zweiten Saisonteil)