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Hallenmeisterschaft Erstes offizielles Futsal-Turnier findet in Delmenhorst statt

Von Vera Benner, Vera Benner | 15.12.2016, 10:05 Uhr

Am kommenden Samstag, 17. Dezember, findet in der Stadionhalle in Delmenhorst die erste Futsal-Kreismeisterschaft im Herrenbereich statt. Eine Hallenfußballvariante, die von vielen kritisch beäugt, aber auch deutlich auf dem Vormarsch ist.

Viel wurde diskutiert über den Hallenfußball in den letzten Jahren. Die Funktionäre mussten in der Futsal-Frage heftigen Gegenwind aushalten – doch am Samstag schlägt der Fußball-Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst nun offiziell ein neues Kapitel auf. Der Verband ist erstmals Veranstalter einer Futsal-Herrenmeisterschaft, zu dem in der Stadionhalle mit dem SV Tur Abdin, Borussia Delmenhorst, Delmenhorster BV, Harpstedter TB, TuS Heidkrug, TV Jahn I und II, TV Munderloh und dem VfL Stenum bisher neun Mannschaften gemeldet haben. Ein „Warmläufer“ soll es laut dem Kreisvorsitzenden Erich Meenken sein, ehe am 14. und 15. Januar in Harpstedt, mit mehr Vorlauf und vermutlich auch mehr Mannschaften, der Kreismeister 2017 gekürt wird.

DFB hinkt hinterher

Zu den Pionieren gehört der Verband nun nicht unbedingt, er ist damit aber in bester Gesellschaft. Gerade im Herrenbereich ist Deutschland ein Futsal-Entwicklungsland: Der DFB, der Futsal vorschreibt, hat erst in diesem Jahr überhaupt eine Nationalmannschaft auf die Beine stellen können – viele Jahre nach Ländern wie Tuvalu, Tadschikistan und Guatelmala. Die deutsche Auswahl erzielte mit ihrem ersten Länderspiel gegen England allerdings immerhin eine breite Resonanz – und einen 5:3-Sieg. Der Rest der Welt ist Deutschland jedoch weit voraus, den Europapokal gibt es bereits seit 2001, Weltmeisterschaften schon seit 1989. Meistens gewann Brasilien, das Land, in dem 1952 auch die erste Futsal-Liga gegründet wurde.

Jugend ist Vorreiter

Der DFB und seine Landes- und Kreisverbände wollen nun also gemeinsam den Rückstand aufholen. Meenken klingt durchaus zuversichtlich, wenn er auf die kommenden Jahre blickt; aus gutem Grund, denn die Jugendmannschaften seines Kreises tragen schon seit 2011 eine Futsal-Hallenrunde aus. „Viele dieser Spieler sind inzwischen in den Herrenmannschaften angekommen, das heißt, dass sie mit Futsal groß geworden sind“, sagt der Kreischef.

Unterschiede zum Hallenfußball

Die Umstellung vom klassischen Hallenfußball wird nicht allen leicht fallen. Vier Feldspieler und ein Torwart spielen auf Handballtore ohne Banden über zweimal 20 Minuten mit einem sprungreduzierten Ball. Das Wechselkontingent ist unbegrenzt, der Einwurf wird durch einen Einkick ersetzt, und nach dem fünften Teamfoul gibt es einen Freistoß ohne Mauer aus zehn Metern.

Es gibt also einige Unterschiede zum klassischen Hallenfußball. Futsal gilt als technisch anspruchsvoller (und ansehnlicher), aber nicht als torreicher. Dazu lassen sich zwei Frauenmeisterschaften vom Anfang des Jahres vergleichen: Bei der Kreismeisterschaft, mit Futsal-Ball, aber nach Fußball-Regeln, fielen 3,7 Treffer im Schnitt pro Partie, eine Woche später bei der Futsal-Bezirksmeisterschaft waren es nur 2,8.

Herrenmeister darf zur Landesmeisterschaft

Die Frauen sind übrigens am 21. Januar mit ihrer Kreismeisterschaft dran, dann findet in Ahlhorn die Vorrunde statt. Der Titel wird am 11. Februar an gleicher Stelle vergeben. Der Reiz ist – für Frauen wie Männer –, dass sich der Kreismeister sich für weiterführende Titelkämpfe qualifiziert. Der Herrenchampion darf direkt zu den Landesmeisterschaften am 21. Januar in Braunschweig. Das betrifft noch nicht den Sieger des Turniers am Samstag, sondern erst den Meister 2017.