Ein Angebot der NOZ

Handball-Bundesliga A-Jugend Grüppenbühren/Bookholzberg holt Punkt in Sieverstedt

Von Lars Pingel | 10.09.2017, 17:11 Uhr

Die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben in ihrem ersten Bundesligaspiel einen Punkt geholt. Beim TSV Sieverstedt kamen sie zu einem 36:36 (17:19).

Genießen, hatten Stefan Buß und Andreas Müller gesagt, wollten sie und ihre Spieler jede Partie in der Bundesliga. Gleich die ersten 60 Minuten in der Nordstaffel der Eliteklasse der A-Jugend-Handballer sorgten bei den Trainern, aber auch den Aktiven und Fans der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg für Euphorie. „Das war ein geiles Spiel“, sagte Buß über das 36:36 (17:19) beim TSV Sieverstedt, mit dem sich die Aufsteiger nach einem packenden Vergleich ihre ersten Erstligazähler gutschrieben.

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg startet gut

230 Zuschauer verwandelten die kleine Halle in der 1600-Einwohner-Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in ein Tollhaus, in dem sich aber auch die 20 HSG-Fans (-Eltern) durchaus Gehör verschafften. „Es war echt super, wie sie uns angefeuert haben“, lobte Buß den moralischen Rückenwind von der Tribüne. Auch der dürfte dazu beigetragen haben, dass von der Nervosität, mit der Buß und Müller zum Einstand gerechnet hatten, im HSG-Team kaum etwas zu merken war. Mit einer aggressiven, gut funktionierenden 6:0-Abwehr verschaffte es sich Respekt und Selbstvertrauen, lag in der achten Minute mit 5:3 vorn. Diesen Vorsprung hielt die HSG in dem temporeichen, offenen Duell bis zum 14:11 (21.). Dann verlor sie zunächst den Faden.

HSG bekommt Probleme in der Abwehr

„Wir hatten einen Hänger in der Abwehr“, erklärte Buß. „Wir haben nicht mehr als Mannschaft verteidigt. Und die Konzentration war irgendwie weg.“ Die Gastgeber, für die Timo Hinrichsen mit zehn Treffern zum erfolgreichsten Werfer wurde, ließen sich nicht lange bitten. Sie legten einen 8:3-Lauf hin und lagen zur Pause mit 19:17 vorn.

„Wir haben das in der Kabine klar angesprochen“, berichtet Buß. Das kam an, denn nach dem Seitenwechsel stand die HSG-Defensive wieder sicherer und auch im Angriff lief es wieder runder. Die Sieverstedter blieben allerdings knapp vorn (21:19, 35.).

Bennet Krix wirft die meisten HSG-Tore

TSV-Trainer Dirk Hasenpusch reagierte dann auf das Spiel von Grüppenbühren/Bookholzberg. Er stellte seine Deckung um. Er zog einen Spieler aus der 6:0-Formation heraus, der als Vorgezogener den Wirkungskreis des HSG-Rückraumspielers Kian Krause einengen sollte. Zudem versuchte der TSV-Akteur aber auch immer wieder mal, in die Passwege der HSG-Angreifer zu kommen. Krause (6) war zusammen mit dem umsichtigen Spielmacher Piet Gerke (8) und Linksaußen Bennit Krix, dem mit 13/4 Treffern besten Torschützen des Spiels, eine der treibenden Kräfte des Landkreis-Teams, dem Buß später eine „geschlossen starke Mannschaftsleistung“ bescheinigte. Die Maßnahme des TSV-Coaches schien sich auszuzahlen: Nach dem 25:21 (38.) durch den Sieverstedter Leon Kirschberg lag zum ersten Mal ein Team mit vier Treffern vorn.

„Die Mannschaft hat sich nie aufgegeben“, lobte Buß die Moral seiner Spieler. Die kämpften mit großem Einsatz: in der Abwehr um Ballgewinne, im Angriff um Treffer. Mit Erfolg. Niklas Kowalzik verwandelte einen Siebenmeter zum 26:26 (43.). Die Partie war endgültig zum Krimi geworden, in dem die HSG durch das 31:28 von Norman Lachs sogar die Führung übernahm. Doch der Kampfgeist der TSV-Spieler war ebenfalls sehr groß. Sie glichen nicht nur aus, sondern trafen durch Holthusen zum 33:32 (53.).

Sieverstedt erzielt Ausgleich mit Kempa-Trick

Der Höhepunkt des Spannungsbogens war aber immer noch nicht erreicht. Gerke erzielte zwei Treffer in Folge, 52 Sekunden vor Schluss lag die HSG mit 36:35 vorn. Hasenpusch nahm eine weitere Auszeit. Der darauf folgende TSV-Spielzug endete mit einem Kempa-Tor von Fynn Schnoor. „Hut ab“, zollten Buß und Müller den Gastgebern dafür Respekt. Dass ihr Team den letzten Ballbesitz nicht zu einem Treffer nutzte, störte die HSG-Trainer nicht. Sie freuten sich über das gelungene Debüt ihrer Mannschaft in der Bundesliga.

HSG empfängt den THW Kiel

„Es wird noch eine kleine Nachbesprechung geben, dann gilt die volle Konzentration dem THW Kiel“, sagte Buß noch. Der Nachwuchs des deutschen Handball-Rekordmeisters tritt am Sonntag, 17. Septemeber (14 Uhr), in der HSG-Halle am Ammerweg in Bookholzberg an.