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Handball-Bundesliga A-Jugend Grüppenbühren/Bookholzberg verliert gegen Bad Schwartau

Von Lars Pingel | 15.10.2017, 18:33 Uhr

Die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben in ihrem Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Bad Schwartau zu viele klare Chancen vergeben. Sie verloren mit 16:19 (5:11).

Zwei A-Jugend-Handballer bekamen am späten Samstagnachmittag in der Halle am Ammerweg in Bookholzberg ein Sonderlob ihrer Trainer. Sie hatten in dem Bundesligaspiel zwischen der gastgebenden HSG Grüppenbühren/Bookholzberg und dem VfL Bad Schwartau in den 3x2 Meter großen Toren glänzende Leistungen gezeigt. „Er war klar der beste Mann“, sagte HSG-Trainer Stefan Buß über Torben Knop. „Herausragend“ fand VfL-Coach Martin Nirsberger das, was Lucas Hildebrandt vor 298 Zuschauern geleistet hatte. Hildebrand war allerdings derjenige der beiden ganz starken Torhüter, der sich – zumindest direkt nach dem Spiel – deutlich mehr über das Kompliment gefreut haben dürfte. Er hüpfte mit seinen Mannschaftskameraden und zehn lautstarken Fans aus Jugendteams des VfL gerade singend („Auswärtssiege sind schön“) im Kreis herum, als Nirsberger in seiner Analyse des 19:16 (11:5)-Erfolgs fortfuhr: „Er hat uns am Ende den Sieg festgehalten.“

HSG trifft in 28 Minuten nur dreimal

In der Tat verhinderte VfL-Torwart Hildebrandt mit den letzten seiner 17 Paraden, dass die nie aufsteckende HSG-Mannschaft in der Schlussphase noch in die Nähe eines Punktgewinns kam. Der 16-Jährige war so etwas wie die letzte Instanz hinter einer überzeugenden VfL-Abwehr, die der HSG in einer beweglichen, sehr geschlossenen 6:0-Formation große Schwierigkeiten bereitet hatte. „Die Defensive war der Schlüssel zum Sieg“, erklärte Nirsberger. „Von der ersten Minute an.“ Der VfL sei mit großem Respekt in die Partie gegangen. „Wir waren gut vorbereitet, haben viel Videostudium gemacht.“ Dass sein Team nach 28 Spielminuten nur drei Gegentreffer kassiert hatte, wunderte den VfL-Trainer aber schon: „Das habe ich noch nie erlebt.“

Torben Knop hält sein Grüppenbühren/Bookholzberg im Spiel

Mit 3:10 lag die HSG in dieser 28. Minute zurück. Und sie durfte sich bei ihrem überragenden Torwart, der am Ende ebenfalls 17 Paraden auf seinem Konto hatte, bedanken, dass der Rückstand nicht noch höher war. Torben Knop hatte schon neun Würfe pariert, darunter vier nach Tempogegenstößen. Hinzu kam, dass der HSG-Abwehrblock vor Knop ebenfalls gute Arbeit leistete. Die Mannschaft schaffte es – anders als ihre Gäste – aber nicht, sich in der Offensive einigermaßen regelmäßig für die hart erkämpften Ballgewinne und die prima Aktionen von Knop zu belohnen. Mehrfach vergab die HSG mit ungenauen Pässen die Möglichkeit, Kontertore zu erzielen. Doppelt ärgerlich, denn sie brachte damit den VfL direkt wieder in Ballbesitz. Im Positionsangriff fehlten den HSG-Aktiven Geduld, Konzentration und auch ein Quäntchen Entschlossenheit. Sie agierten zu dicht vor der Abwehr und gingen zu früh in Zweikämpfe. Das machte es der VfL-Defensive oft leicht, den HSG-Spielzügen den Schwung zu nehmen.

Nach torarmer Anfangsphase (2:2, 12. Minute) setzte sich Bad Schwartau langsam ab, weil die VfL-Spieler ihre klaren Chancen entschlossener nutzten. Und weil sie die HSG nach deren Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung auskontern konnten. Zur Pause lag der Gast mit 11:5 vorn.

HSG-Trainer Stefan Buß hadert mit Chancenverwertung

„Die Niederlage war unnötig“, haderte Buß später. „Wir haben viel zu viele klare Torchancen nicht genutzt, zu viele technische Fehler gemacht und phasenweise den Kopf verloren.“ Vor allem die schwache Wurfquote bei klaren, im allgemeinen als 100-prozentig bezeichneten Möglichkeiten ärgerte ihn. „Wir haben zum Beispiel wieder drei Siebenmeter vergeben.“ Nach einem davon hatte Henk Braun immerhin im Nachwurf noch zum 2:1 getroffen (9.). „Die Dinger musst du machen, wenn du ein Bundesligaspiel gewinnen willst.“ Darauf wartet die HSG auch nach ihrer fünften Partie in der Eliteliga.

Grüppenbühren/Bookholzberg hatte schon in der 23. Minute den Rückraumspieler Piet Gerke mit einer Roten Karte verloren. Die Hamburger Schiedsrichter Pascal Bohn und Lukas Zeller sahen bei einem Zusammenprall mit dem VfLer Jacob Ott, der einen Gegenstoß lief, ein Foul des HSG-Spielers. Buß verzichtete auf eine Bewertung: „Das muss ich erst auf Video sehen.“

HSG-Spieler beweisen gute Moral

Dem HSG-Trainerduo Buß und Andreas Müller gelang es in der Pause, seine Spieler wieder aufzurichten. „Sie haben nie aufgegeben“, lobte Buß. Das galt auch für die Trainer, die in der zweiten Halbzeit mit einigen taktischen Umstellungen versuchten, ihr Team zurück in die Spur zu bringen. Die verschiedenen Abwehrformationen (6:0, 5+1, 4+2) funktionierten auch, Grüppenbühren/Bookholzberg kämpfte sich mehrfach in Reichweite des Ausgleichs (9:13, 37./13:17, 51.). Doch die Fehlerquote im Spielaufbau und im Abschluss blieb einfach zu hoch, um den Gast wirklich in Gefahr zu bringen. „Schade“, sagte Buß und schaute nach vorn. „Wir werden in den nächsten Trainingseinheiten daran arbeiten, die Schwächen abzustellen. Und dann versuchen wir es erneut.“ Die nächste Aufgabe ist allerdings eine ziemlich schwere. Am Samstag, 21. Oktober, tritt die HSG ab 17 Uhr beim HSV Hamburg in der Volksbank Arena am Hellgrundweg an. Der HSV ist mit 10:0 Punkten Tabellenzweiter.

VfL-Trainer Martin Nirsberger lobt HSG-Team und -Fans

Nirsberger, der mit seinem Team den sechsten Tabellenplatz und damit die direkte Bundesliga-Qualifikation für die Saison 2018/19 anpeilt, war „total erleichert“, dass er und seine Spieler zwei Punkte und damit ein ausgeglichenes Konto (6:6) mit nach Schleswig-Holstein nahmen. „Wir wussten, dass es ganz, ganz schwer wird“, erklärte er. „Die Halle ist unberechenbar. Schon, wenn du ankommst, merkst du, dass hier jeder das Projekt Bundesliga lebt, alle helfen mit.“ Deshalb habe er auch in der Pause gesagt, dass die HSG bestimmt zurückkommen werde. „Das ist sie dann ja auch und sofort war die Halle wieder da.“ Er sei sehr froh, dass seine Spieler kühlen Kopf bewahrt hätten. Dann machte Nirsberger noch dem HSG-Akteuren und ihren Fans ein dickes Kompliment: „Die sind richtig gut. Es macht viel Spaß hier zu spielen, auch meinen Jungs.“