Ein Angebot der NOZ

Handball-Bundesliga A-Jugend Grüppenbühren/Bookholzberg verliert gegen Sieverstedt 30:31

Von Lars Pingel | 26.11.2017, 19:25 Uhr

Die A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben am Sonntag ihr Bundesliga-Heimspiel unglücklich verloren. Gegen den TSV Sieverstedt mussten sie eine 30:31-Niederlage hinnehmen.

Sie saßen auf dem Feld oder der Ersatzbank, die Köpfe gesenkt, die Blicke leer. „Natürlich.“ Stefan Buß, Trainer der A-Jugend-Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg, hatte jedes Verständnis für die Trübseligkeit seiner Spieler nach der 30:31 (15:14)-Niederlage in ihrem Bundesliga-Heimspiel gegen den TSV Sieverstedt. „Ärgerlich“, nannte Buß das Ergebnis dann. Und keiner der 300 Zuschauer auf der ausverkauften Tribüne der Halle am Ammerweg in Bookholzberg hätte ihm am Sonntagnachmittag widersprochen. War der Erstliga-Neuling doch über weite Phasen auf Kurs Richtung erster Sieg gesteuert. „Das war ein unheimlich schweres Spiel“, gestand TSV-Trainer Dirk Hasenpusch.

HSG gerät in Überzahl auf die Verliererstraße

Buß und Hasenpusch waren sich darüber einig, was die entscheidende Phase der Partie zwischen dem Liga-Schlusslicht und dem Tabellensechsten war: die 120 Sekunden nach dem von Henk Braun, mit 8/4 Treffern bester Torschütze der HSG, zum 26:25 (51. Minute) verwandelten Siebenmeter. Die Gastgeber gingen diese nach Zeitstrafen gegen die TSV-Spieler Christian Hasenpusch und Timo Hinrichsen in doppelter Überzahl an. Vieles sprach in diesem Moment für sie. Doch die HSG beendete zwei Angriffe erfolglos, was erst mit dem Ausgleich von Timo Eggers (52.) und dann mit der ersten TSV-Führung in der zweiten Halbzeit von Thore Wöhst (53.) bestraft wurde. „Das war die Schlüsselszene“, sagte Hasenpusch. „Das bricht uns das Genick“, erklärte Buß und haderte noch ein wenig mit dem Schiedsrichtergespann Janis Brandt und Hendrik Thies (Vlotho): „Wir haben dann auch noch Pech, dass eine falsche Sperre nicht gesehen wird.“

HSG-Trainer Stefan Buß lobt Kampfgeist seines Teams

Diese zwei Treffer gaben den Sieverstedtern, für die Christian Hasenpusch elf Tore warf, sichtlich Auftrieb. Sie stoppten auch die folgenden HSG-Angriffe, ihr starker Spielgestalter Fynn Schoor vollendete mit seinem Treffer den 5:0-Lauf zum 30:26 (57.). Grüppenbühren/Bookholzberg gab sich nicht geschlagen, kämpfte sich durch drei Tore in den letzten 80 Sekunden noch bis auf 30:31 heran – und musste dann dieses bittere Ergebnis verarbeiten. Buß begann damit schon wenige Minuten nach der Schlusssirene. „Wir haben das gemacht, was wir wollten: Wir haben mit Herz, Leidenschaft und Spaß gespielt“, lobte er. Seine Mannschaft sei dafür aber „leider nicht belohnt worden“. Sie werde allerdings weiter hart arbeiten, es immer weiter probieren und irgendwann werde sie dann auch ihren ersten Bundesliga-Sieg feiern.

HSG macht 5:10-Rückstand wett

Zu Beginn der Partie waren von den HSG-Akteuren vor allem Herz und Leidenschaft gefragt. Die Mannschaft, die den kurzfristigen Ausfall von Rückraumspieler Kian Krause verkraften musste, der sich im Spiel des Männerteams am Vortag verletzt hatte, offenbarte zunächst Probleme in der Offensive. Sie kam mit der – allerdings auch sehr, sehr guten – 5:1-Abwehr der Gäste nicht zurecht. Das Aufbauspiel war zu statisch. In der 17. Minute lag Grüppenbühren/Bookholzberg deshalb mit 5:10 zurück.

Das HSG-Trainergespann Buß und Andreas Müller reagierte. Es nahm eine Auszeit und bot anschließend in der Offensive zwei Kreisläufer auf. Das wirkte sich positiv aus. Es kam mehr Entschlossenheit und damit mehr Schwung in die Offensivaktionen. In der Abwehr hatten die HSG-Spieler von Anfang an mit großem Engagement um Ballgewinne gekämpft. Sie wurden dabei, unterstützt von ihrem guten Torwart Simon Schreiner, immer erfolgreicher. Ihr Rückstand schrumpfte langsam, aber sicher. Das 11:14 (25., Finn Sörensen) war das letzte Gegentor, das die HSG vor der Pause kassierte. Piet Gerke (26.), Niklas Kowalzik (28.), Braun (28., Siebenmeter) und Jona Schultz (30.) brachten die HSG in Führung und ihre Fans in Hochstimmung.

„Wir haben uns zu früh Abschlüsse genommen“, meinte Hasenpusch später. „Dadurch haben wir Grüppenbühren/Bookholzberg ins Spiel zurückgeholt. Mit dem Publikum im Rücken ist die HSG schwer zu schlagen.“

TSV-Trainer Dirk Hasenpusch lobt seine Abwehr

Die HSG-Spieler waren in der zweiten Halbzeit weiterhin mit viel Herz und großer Leidenschaft dabei, eine ganz Zeit lang hatten sie in dieser auch eine Menge Spaß. Sie leisteten weiter gute Abwehrarbeit, im Angriff lief der Ball oft gut und schnell, sodass sie sich gute Chancen erspielten. Die HSG legte bis zur 51. Minute immer wieder vor, zweimal betrug der Vorsprung sogar zwei Tore (22:20, 45., Bennet Krix/23:21, 46., Kowalzik). Es gelang ihr aber nicht, den TSV abzuschütteln. Das lag in erster Linie daran, dass auch dessen Defensive, inzwischen in der 6:0-Aufstellung, trotz des starken HSG-Auftritts gut funktionierte. „Sie war der Garant“, stellte Hasenpusch fest. Vor allem in doppelter Unterzahl.