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Handball-Landesliga Hoykenkamp hat mit Bramsche mehr Mühe als erwartet

Von Heinz Quahs, Heinz Quahs | 27.03.2017, 20:21 Uhr

Mit einem schmeichelhaften 27:25-Erfolg über den TuS Bramsche festigte die Turnerschaft Hoykenkamp Platz zwei in der Tabelle der Handball-Landesliga. Spitzenreiter HSG Grüppenbühren/Bookholzberg hatte beim 40:27 gegen den Tabellenletzten HSG Gröngeau-Melle dagegen keine Probleme.

 TS Hoykenkamp - TuS Bramsche 27:25. Als der knappe Erfolg endlich eingetütet war, atmete TSH-Trainer Martin Wessels tief durch. „Es war ein hart erkämpfter Arbeitssieg, denn wir haben nie zu unserem Spiel gefunden. Im Angriff haben wir viel zu unkonzentriert agiert und die Abwehr stand so manches Mal neben sich.“

Bei Hoykenkamp passte von Beginn an nur wenig zusammen. Vor allem die Deckung der Gastgeber blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Denn sowohl die Absprachen untereinander als auch die Zuordnung zu den Angreifern ließen viele Wünsche offen. Deshalb kamen die schnellen Bramscher mit ihren Goalgettern Alexander Brockmeyer und Julian Göcke immer wieder zu einfachen Toren, weil die Hoykenkamper Deckung phasenweise viel zu behäbig wirkte. Besonders bei den überraschenden Würfen aus dem Rückraum war die TSH-Abwehr so manches Mal überfordert. So erzielten die beiden Bramscher Haupttorschützen durch diese Würfe insgesamt 14 Tore, ohne dass die Defensive der Turnerschaft einen Zugriff darauf bekam. Da nutzte auch der Wechsel von Keeper Timo Meier auf Gregor Kleefeldt wenig, denn beide Keeper waren gegen die genauen und überraschenden Würfe machtlos.

Auch im Spielaufbau zeigten sich klare Schwächen, denn im Kombinationsspiel und auch im Abschluss gab es einfache Ballverluste, die von den Gästen wiederholt zu einfachen schnellen Toren genutzt wurden. So war es im ersten Abschnitt (16:14 für Bramsche) besonders Tim Streckhardt von der rechten Außenbahn und Sebastian Rabe aus dem Rückraum zu verdanken, dass die Begegnung über weite Strecken noch offen blieb.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte war das Team von Coach Martin Wessels noch nicht wirklich im Spiel. Beim 17:14 (32.) schien sich Bramsche sogar absetzen zu können. Doch Hoykenkamp kämpfte. Kleefeldt erwies dann doch zunehmend als Rückhalt. Aus einem 18:19 (39.) machte die Turnerschaft in Unterzahl ein 22:19 (45.) und zog dann vorentscheidend auf 25:21 (50.) weg.

In der Schlussphase waren es die Treffer von Rabe und unnachahmlichen Würfe von Niko Skormachowitsch, „die uns in den entscheidenden Phasen den Sieg gerettet haben“, lobte Wessels seine beiden Rückraumspieler. Nachdem die Gäste noch einmal auf 25:27 (60.) verkürzt hatten, war die Turnerschaft nicht in der Lage, denn Ball in den letzten 50 Sekunden in den eigenen Reihen zu halten. Zweimal ging der Ball verloren, doch Bramsche nutzte beide Chancen nicht. Denn einmal ging der Wurf über das TSH-Tor, danach prallte der Ball vom Pfosten zurück.

 Grüppenbühren/BTB - Grönegau-Melle 40:27. Wesentlich entspannter als die TS Hoykenkamp gewann die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Es war phasenweise ein Spiel, in dem sich die 120 Zuschauer entspannt zurücklehnen und das Spiel genießen konnten. Denn nur in den ersten Minuten gestalteten die Gäste die Begegnung ausgeglichen. Die Deckung der Hausherren stand von Beginn an recht sicher und ließ kaum einmal Würfe aus dem Rückraum zu. Allerdings zeigten sich die Abwehrspieler auf den Außenpositionen nicht immer konzentriert genug und auch die Keeper Jan-Bernd Döhle und Arne Klostermann bekamen von den Angreifern auf den Außenbahnen kaum einmal eine Hand an den Ball. Doch wurden diese Chancen zu wenig von der Gäste-HSG genutzt.

In der Offensive hatte das Team von Coach Sven Engelmann klare Vorteile. Denn die Angriffe wurden schnell und druckvoll vorgetragen und nach gut durchdachten Kombinationen wiederholt auch sicher abgeschlossen. Aus einem 3:4 (8.) machte Grüppenbühren/Bookholzberg ein 11:5 (18.) – und damit praktisch die Entscheidung. Denn die HSG steuerte über 17:9 (25.), 21:13 (30.), 30:23 (46.) und 32:25 (57.) sicher dem Sieg entgegen.

„Wir konnten dieses Mal einmal einige Sachen ausprobieren und alle Spieler haben heute ihre Anteile bekommen“, bilanzierte Trainer Sven Engelmann. „Die Unaufmerksamkeiten auf den Außenpositionen werde ich allerdings noch ansprechen.“