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Handball-Landesliga HSG Delmenhorst überzeugt mit Spaß und Feinarbeit

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 30.11.2017, 09:38 Uhr

Beim Handball-Landesligisten HSG Delmenhorst macht sich die Arbeit der Trainer Stefan Neitzel und Ingo Renken bezahlt. Der aktuelle Tabellenplatz vier sei trotz zuletzt drei Niederlagen kein Zufall, sagt Coach Neitzel und betont: „Wir haben uns verbessert.“

Anschauungsunterricht von den Profis nehmen? Das machen Hobbysportler in praktisch jeder Sportart gerne. Die Handballerinnen der HSG Delmenhorst sind da natürlich keine Ausnahme. Deshalb nutzt die erste Damen-Mannschaft während der Weltmeisterschaft im eigenen Land die Chance, die deutsche Nationalmannschaft hautnah zu erleben. Am 9. Dezember besucht der erweiterte Kader der HSG das letzte Gruppenspiel der DHB-Auswahl in Leipzig gegen die Niederlande, einbettet in eine Drei-Tages-Tour mit zwei Übernachtungen. „Das ist quasi unsere Weinachtsfeier. Wir fahren mit 24 Leuten nach Leipzig. Da haben wir sicherlich viel Spaß“, freut sich Stefan Neitzel, der das Team zusammen mit Ingo Renken betreut.

Spaß haben ist ein gutes Stichwort – denn es steht auch ein wenig bildlich für die grundsätzliche sportliche Philosophie beim Landesligisten. Erfolg? Ja, der ist nicht unwichtig. Abstiegskampf? Nein, der muss es auch nicht unbedingt sein. Bei der HSG haben sie aber die richtige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Lockerheit gefunden, findet Neitzel.

Nach einigen Jahren des kräftezehrenden Abstiegskampfes in der Weser-Ems-Staffel haben sich die Delmenhorsterinnen mit dem Wechsel des Vereins 2016 in den Bremer Handball-Verband im Mittelfeld stabilisiert – mit Blick nach oben. Im Vorjahr wurde die HSG Sechster, aktuell steht sie vor ihrer langen Winterpause (bis zum 13. Januar) auf Rang vier und lag zwischenzeitlich nach einer Serie von 9:1 Punkten sogar auf Platz zwei, ehe Delmenhorst nach drei Pleiten in Folge wieder etwas in die Realität zurückgeholt wurden. Im Umfeld hätten einige schon von der Oberliga geträumt, schmunzelt Neitzel.

„Aber diese kleine Negativserie hat gezeigt, dass wir vielleicht jetzt genau da stehen, wo wir hingehören.“ Trotz der noch fehlenden Konstanz ist der früherer Oberliga-Spieler zufrieden mit der Entwicklung seines Teams, das er bereits im vierten Jahr betreut. Man stehe jetzt nicht deshalb deutlich besser da, weil die Bremen-Staffel schwächer als die Landesliga Weser-Ems sei, „sondern weil wir uns als Mannschaft verbessert haben“, betont Neitzel. Und führt als Beispiel auch dies an: In der Trainingsarbeit gehe es „nicht mehr um das Grobe, sondern um die Feinarbeit“, freut sich der Trainer.

Die HSG Delmenhorst und ihre mannschaftliche Geschlossenheit

Als Stärke sieht Neitzel die mannschaftliche Geschlossenheit seines Kaders an. Man habe nicht, wie zum Beispiel die HSG Hude/Falkenburg mit Jessica Galle oder Mareike Zetzmann, herausragende Individualisten, sondern überzeuge als Kollektiv mit doppelt besetzten Positionen. „Wenn jede Spielerin 100 Prozent gibt, sind wir nur schwer zu schlagen“, findet Neitzel. Gelinge dies nicht, gebe es eben aber auch Rückschläge wie zuletzt bei der Pleite gegen den vorherigen Vorletzten TSV Bremervörde, wo wie schon zuvor die Abwehrarbeit nicht passte.

Grundsätzlich hält Stefan Neitzel aber erfreut fest: „Uns ist es gelungen, die Spielerinnen im Verein zu halten.“ Verließen im Sommer 2016 noch einige Leistungsträgerinnen den Club, gab es dieses Mal bei der HSG Delmenhorst keine Abgänge. Den Nachwuchs nach und nach in das Team zu integrieren, „das ist auch ein Hauptziel“, betont Neitzel. So wie es in der Vergangenheit mit Neele Dubiel, Alyssa Schneider und Celine Hanenkamp sehr gut gelungen sei.