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Handball-Landesliga Männer HSG Grüppenbühren/Bookholzberg macht Meisterschaft perfekt

Von Heinz Quahs, Heinz Quahs | 07.05.2017, 17:09 Uhr

Die Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben Landesliga-Meisterschaft und Verbandsliga-Aufstieg perfekt gemacht. Am vorletzten Spieltag der Saison 2016/2017 holten sie mit dem 23:23 (11:12) beim TV Georgsmarienhütte den noch fehlenden Punkt.

Am späten Samstagabend machte sich ein Partybus auf den Weg von Georgsmarienhütte in den Landkreis Oldenburg. Darin feierte der frischgeduschte und -gebackene Meister der Handball-Landesliga der Männer: die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Das Team hatte sich mit einem 23:23 (11:12) beim TV Georgsmarienhütte am vorletzten Spieltag der Saison 2016/2017 den Titel und den direkten Aufstieg in die Verbandsliga gesichert. Kevin Pintscher rettete der HSG, die von etwa 30 Fans in die Halle im Landkreis Osnabrück begleitet wurde, den fehlenden Punkt, indem er zwölf Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter verwandelte. Nach dem Schlusspfiff atmete der am Saisonende scheidende HSG-Trainer Sven Engelmann kräftig durch. „Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht, denn viele der klarsten Chancen haben wir fahrlässig liegen gelassen. Der gegnerische Keeper hat aber auch einen Glanztag erwischt, doch müssen meine Jungs so ausgefuchst sein und ihre Tore machen“, sagt er dann. „Mein Kompliment an unsere Fans. Sie haben dafür gesorgt, dass wir immer wieder Gas gegeben haben. Letztendlich hat es ja auch zu dem einen Punkt gereicht.“

TVG-Torwart Matthias Dilly ragt heraus

In einer von Beginn an mit Haken und Ösen geführten Begegnung verlangte der TVG dem Tabellenführer alles ab. Mit einer offensiven und sehr aggressiven Deckung ließ der Gastgeber kaum einmal ein konstruktives Aufbauspiel von Grüppenbühren/Bookholzberg zu. Hinter dem Abwehrverband der Georgsmarienhütter wurde ihr Torwart Matthias Dilly zum überragenden Akteur. Mit 16 zum Teil tollen Paraden trieb er die HSG-Angreifer fast zur Verzweiflung. Selbst sogenannte 100-prozentige Chancen nach Kontern, frei vom Kreis und von Außen vereitelte Dilly. Zudem unterliefen der HSG einige einfache Ballverluste im Spielaufbau, die aber von den Gastgebern nur selten in Tore umgewandelt wurden. Da jedoch die HSG-Abwehr, nach einer kurzen Warmlaufphase, gut funktionierte, entwickelte sich ein Handball-Krimi. Die TVG-Offensive konnte sich mit dem vorgezogenen Abwehrspieler Stefan Buß (später Marcel Janorschke) nicht so richtig anfreunden, sodass auch sie viele erfolglose Angriffe verzeichnete.

Kevin Pintscher beweist gute Nerven

In einem offenen Schlagabtausch wechselte die Führung mehrfach. Nachdem Marcel Behrens die HSG mit seinem Treffer zum 9:8 zum ersten Mal nach vorn gebracht hatte (18. Minute), schien die Engelmann-Sieben auf dem Weg, das Spiel besser in den Griff zu bekommen. Doch einige strittige Entscheidungen der Unparteiischen bremsten den HSG-Lauf. Da die HSG zudem hochkarätige Möglichkeiten nicht verwertete, übernahm Georgsmarienhütte wieder die Führung. Die Hausherren setzten sich gleich nach der Pause (12:11) über ein 15:12 auf 19:16 (48.) ab. Das lag an der weiter schlechten Wurfquote der HSG-Spieler, die auch in Überzahl nicht erfolgreich waren und noch zwei Siebenmeter verwarfen. Das HSG-Team kämpfte aber und erhöhte das Tempo. Pintscher (2) und Marcel Janorschke mit einem tollen Treffer von der rechten Außenbahn führten es wieder heran. Als dann Alexander Depperschmidt nach einem glänzenden Zuspiel von Werner Dörgeloh das 20:20 gelang (53.), sah es nach der Wende aus, zumal Pintscher erneut mit einer Einzelaktion sogar die Führung erzielte. Doch wieder bekam die HSG den Ball mehrfach nicht an Dilly vorbei. Eine Minute und sieben Sekunden vor dem Ende lag Georgsmarienhütte mit 23:22 vorn. Im letzten HSG-Angriff wurde Pintscher siebenmeterreif gefoult. Er trat selbst an – und verwandelte. In den verbleibenden zwölf Sekunden versuchte der TVG, noch einmal zum Torerfolg zu kommen. Doch die HSG verteidigte geschickt und bejubelte dann die Meisterschaft. Das abschließende Heimspiel am 13. Mai (19 Uhr) gegen die HG Jever/Schortens ist damit zu einer „Ehrenrunde“ geworden.