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Handball-Landesliga TS Hoykenkamp leistet sich teuren Ausrutscher

21.11.2016, 17:12 Uhr

Das 34:35 gegen den TvdH Oldenburg II ist für die Landesliga-Handballer der TS Hoykenkamp ein schmerzhafter Rückschlag im Aufstiegsrennen. Die HSG Delmenhorst II verliert ebenfalls.

In der Halle Heide herrschte am Sonntagabend Grabesstimmung. Mit einem unerwarteten 34:35 (15:16) gegen den TvdH Oldenburg hatte die TS Hoykenkamp in der Handball-Landesliga Weser-Ems einen empfindlichen Rückschlag im Titelrennen erlitten – und vielleicht einen, der nicht wieder gutzumachen ist, wie Trainer Frank Kessler fürchtet. „Mit dieser Leistung müssen wir den Aufstieg abhaken“, sagte er und sprach vom „schlechtesten Spiel der Saison“.

In der Tat präsentierte sich Hoykenkamp zu keinem Zeitpunkt wie ein Anwärter auf die ersten beiden Plätze. Die 5-1-Deckung der Gäste bot der Turnerschaft Paroli, dazu ärgerte Oldenburgs Kapitän Hendrik Sörnsen den Favoriten mit seinen Toren, 13 waren es insgesamt. Ab Mitte der ersten Hälfte hechelte Hoykenkamp fast durchgehend hinterher, zwischenzeitlich mit 8:11. Philip Röper glich zwar in der 24. Minute zum 11:11 aus, doch Oldenburg hatte immer eine Antwort parat.

Trainer Kessler schimpft

Direkt nach dem Seitenwechsel machten Sebastian Rabe und Kyan Petersen aus dem 15:16 ein 17:16, von da an wechselte die Führung ständig, bis man nach 51 Minuten bei Stand von 28:28 angekommen war. In dieser Phase verschaffte sich die TvdH-Reserve mit drei Toren nacheinander den entscheidenden Vorsprung, auch weil die Gastgeber mehrfach freistehend verwarfen. Die Hoykenkamper kamen zwar nach dem 28:31 immer wieder heran – auf 31:32, 32:33 und 33:34 –, doch Oldenburgs Steffen Trawinski machte mit dem 35. Treffer für sein Team 25 Sekunden vor Schluss den Sack zu. „So wird es schwer, sich oben zu etablieren“, haderte Kessler und ärgerte sich besonders über die Abwehrleistung: „Die Deckung hat überhaupt nicht funktioniert, auch die Abstimmung mit dem Torwart nicht, dadurch haben wir das Spiel verloren. Außerdem gab es kritische Schiedsrichterentscheidungen.“ Die Niederlage kam besonders überraschend, weil die TSH eine Woche zuvor noch beim Spitzenteam Eickener Spielvereinigung gewonnen hatte. „Nach dem Eicken-Spiel sah es richtig gut aus – und nun dieser Rückschlag. Wir haben es nicht geschafft, Konstanz in unsere Spiele zu bringen.“ Die Hoykenkamper sind nun punktgleich mit der spielfreien HSG Grüppenbühren/Bookholzberg Vierter, beide haben im engen Aufstiegskampf noch Kontakt zu Relegationsplatz zwei.

HSG Delmenhorst II mit nur 22 Toren

Die Landesliga Bremen bietet dagegen ein dichtes Mittelfeld, die Plätze vier bis elf liegen nach dem vergangenen Wochenende innerhalb von zwei Pluspunkten. Mittendrin – auf Rang acht – steht aktuell die HSG Delmenhorst II, die eine bessere Platzierung durch ein 22:27 (12:11) beim TSV Daverden II verpasste.

Schon in der ersten Halbzeit war HSG-Trainer Volker Gallmann nicht zufrieden, dank Torwart Al Ali lag seine Mannschaft aber zur Pause noch mit 12:11 vorn, geriet aber direkt danach in Rückstand. Nachdem Malte Coors in der 35. Minute das 14:14 erzielt hatte, kassierte die HSG-Reserve zwei Gegentreffer in Folge. Torsten Gaertner hätte mit einem Siebenmeter die Chance gehabt, den Abstand wieder zu verringern, doch er scheiterte. Daverden legte dann nach und zog auf 18:14 davon. Davon erholte sich die HSG nicht mehr. Gallmann versuchte noch einmal vergeblich, die Gegner mit einer 3-3-Deckung aus dem Konzept zu bringen. Seine Mannschaft leistete sich zu viele Fehler und wurde von Daverden in der Tabelle überholt.